Lesermeinung
zu „Sizilianischer Priester segnet Handys“, „Süddeutsche“ vom 11.12.2017

Jeden Tag erreichen uns neue skurrile Meldungen aus der Welt der Moderne und des Mainstreams. Wie die, dass ein italienischer Pfarrer jetzt auch Handys segnen will. Dabei gibt uns die Bibel klare Anweisungen zum Handauflegen: Der Segen ist in erster Linie personalisiert, auf den Menschen gerichtet. 1. Mose 12,2 ist ein Beispiel hierfür.

Aber schon unsere reine Vernunft macht klar: Am „Smartphone“ gibt es nichts zu segnen. In Zeiten, in denen immer mehr Menschen süchtig nach ihrem Mobiltelefon werden, sind die Endgeräte eher ein großer Fluch für alle, denen ein Leben abseits der virtuellen Welt noch etwas bedeutet. Mit dem Segen setzen wir ein Zeichen, wir heißen etwas gut.

Das scheint nicht zu der Kritikfähigkeit zu passen, der sich ein Smartphone ausgesetzt sehen muss. Gott bejaht nichts, was uns abbringt von der Zentrierung auf sein Wirken und Tun. Selbst manch einem Pfarrer würde heute neben dem Zölibat auch die Enthaltsamkeit vom eigenen Handy guttun. Denn nichts führt so sehr in Versuchung wie der ständig wachsende Drang hin zum Kommunizieren, Surfen, Recherchieren.

Der Konsum des Digitalen, er läuft dem Gebot der Ruhe und Besinnung zuwider, das wir verlernt haben ernst zu nehmen. Selbst wenn mein Smartphone heute Apps zum Beten und Bibellesen anbietet, nichts kann das bewusste Einlassen auf das Studium der Heiligen Schrift, auf den direkten Kontakt zum Schöpfer, ersetzen. Deshalb dürfen wir nicht unterstützen, was zur Sünde verleitet. Ein Segen für Handys ist absurd!

[Dennis Riehle]

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