Leserbrief zu
„Was ist schon gerecht?“, „neues deutschland“ vom 02. September 2017

Für mich ist in Verbindung mit Artikel 1 Grundgesetz ein bedingungsloses Grundeinkommen gerecht, da jeder Mensch allein durch sein Dasein einen Anspruch auf Würde, also auf eine soziokulturelle Mindestabsicherung, hat, die sich nicht durch Leistung, sondern ausschließlich auf Grundlage des Lebens ergibt und daher nicht verhandelbar ist.

Sie in einer Höhe festzulegen, die in Übereinstimmung mit der Verfassung, auch Art. 20 GG, steht und durch die Politik zu bestimmen ist, muss Aufgabe einer repräsentativen Demokratie sein, in der Interessengruppen unterschiedlichster Schichten vertreten sind.

Abseits davon steht es jedem Menschen offen, durch Arbeit und Engagement Hinzuverdienste für das persönliche Wohl und den Luxus zu tätigen, die so lange gerecht sind, wie durch eine entsprechende Ausgleichsabgabe in Form einer Steuer o.ä. die Finanzierung des Existenzminimums aller im Sinne des Solidaritätsprinzips gesichert ist.

Dieses leitet sich wiederum aus der Annahme ab, dass wir alle gemeinsam Gast auf unserer Erde sind und damit zusammen für unseren Fortbestand einzustehen haben. Zusammengefasst: Ge-Recht ist das Recht auf ein würdevolles Leben für jeden…

[Dennis Riehle]

Leserbrief zu
„Was in deutschen Gefängnissen schiefläuft“, FR vom 29.08.2017

Die Politik hat zweifelsohne viele Verbesserungen vorgenommen, um Zustände in den Strafvollzugsanstalten zum Guten zu wenden. So sollen Suizid-Prävention und die Versorgung psychischer Leiden ausgebaut werden, die Sensibilität für die Ausnahmesituation erhöht werden, in denen sich Gefangene befinden. Zweifelsohne: Sie haben in der Gesellschaft keinen leichten Stand, werden sie für ihre Situation selbstverantwortlich gemacht und können deshalb nicht auf eine Lobby hoffen.

Und doch zeigt sich unter anderem an den Gefängnissen, wie es ein Land mit der Menschenwürde hält. Denn sie gilt auch dort, wo man sie emotional vielleicht nicht zubilligen will. Und dass wir im 21. Jahrhundert noch immer dem Gedanken des Verwahrens stärker nacheifern als der Resozialisierung, das liegt auch daran, dass in der Justizpolitik über Ewigkeiten nicht nachhaltig gedacht wurde. Natürlich waren manche Entwicklungen nicht absehbar, aber seit jeher wird in einem Politikzweig, der schon immer eine stiefmütterliche Behandlung erlebte, ständig zu kurz gedacht – und das nicht nur auf dem Rücken der Insassen, sondern vor allem auch der Mitarbeiter.

Zu wenige Plätze, eine zu geringe Personaldecke, Konflikte in den Anstalten. Wie werden wir dem Grundsatz heutzutage gerechter, wonach das Bereuen und die Sühne, der Ansatz des Vergebens und der Versöhnung zumindest bei denen zum Ausdruck kommt, die ihre Taten aufzuarbeiten bereit sind? Das System muss einen lohnenderen Ansatz einnehmen, es braucht Perspektiven für die, die ihr Leben neu beginnen möchten – und keine Angst, im Gefängnis die Hölle durchleben zu müssen, nur, weil Einige meinen, sie müssten die gesamte Einrichtung aufmischen.

Nicht Drill, nicht Unterdrückung und nicht Bestrafung über die Maßen, sondern eine Vision, ob der Freiheitsentzug in seinem bisherigen Sinne die pauschal beste Lösung für alle Straffälligen sein kann, das ist das Gebot der Stunde. Ich wünsche mir von den Verantwortlichen Flexibilität in den Utopien eines modernen Justizwesens von morgen, von denen vielleicht einige Wirklichkeit werden.

[Dennis Riehle]

Leserbrief zu
„Das ganze Kind hat so viele Fehler“, SPIEGEL 35/2017

Der „Spiegel“ berichtet aktuell über eine seiner Redakteurinnen, eine Mutter im vierten Monat der Schwangerschaft, die erfährt, dass ihr Kind am „Down-Syndrom“ und anderen Krankheiten leiden wird. Entstanden ist ein überaus glaubwürdiger Artikel, der das Ringen einer Frau zeichnet, die ob der Nachrichten nicht weiß, was sie sagen soll, wie sie reagieren und mit diesen Neuigkeiten umgehen soll. Authentisch und mit allen Gefühlen, mit der Hilflosigkeit des Ausschreiens seiner gefühlten Not macht der Beitrag auf ein Thema aufmerksam, das sich langsam in unsere Mitte schleicht. Überschrieben wird der Artikel mit dem Zitat „Das ganze Kind hat so viele Fehler“ – und macht deutlich, dass es nicht unbedingt der einzelne Elternteil ist, sondern eine gesellschaftliche Einstellung, die dazu führt, dass sich Mütter und Väter bedrängt sehen, bei einem Abweichen von der „Norm“ zu hinterfragen, ob sie mit der „Last“ eines behinderten Kindes leben möchten.

Dabei sind nicht sie es, die vornehmlich mit der möglichen Beeinträchtigung leben müssen, vielmehr wird es das Kind sein, das eine außergewöhnliche Prägung haben wird. Doch schon allein der Wortschatz in unseren Breiten verdeutlicht: Wir stehen auf „Normalität“ – und können sie gleichsam nicht definieren, weil uns dafür das Maß fehlt. Denn wo beginnt der Grenzbereich, nach welchem ein Mensch nicht mehr den Vorstellungen entspricht, die wir von ihm haben, die wir von ihm und der Natur erwarten? Machen wir die Normalität an einem Mehrheitsbegriff fest? So, wie die meisten sind, so ist es auch normal? „Fehler“ beschreiben diese angebliche Unvollständigkeit – und noch viel mehr. Sie bewerten in einem Sinne, der für einen Menschen eigentlich nicht bestimmt ist. Zumindest dann nicht, wenn wir davon ausgehen, dass das Ergebnis eines Menschenkindes mehr ist als das Produkt der Evolution, in dessen Prozess es vielleicht zu „Normabweichungen“ kommen kann, zu „Fehlern“, die durch das falsche „Zusammensetzen“ von Teilen geschehen. Leben ist ein Gesamtkunstwerk, das man nicht nach seinen einzelnen Eigenschaften wird beurteilen können, um der Leistung gerecht zu werden, die da das Licht der Welt erblickt.

Wir machen aus dem Menschen ein Produkt, wenn wir es an dem „Qualitätsbegriff“ messen, den wir aus dieser „Schwarz-/Weiß“-Kategorisierung aus „gut“ und „schlecht“, als „perfekt“ und „mangelhaft“ ableiten. Als behinderter Mensch fühle ich mich nicht fehlerhaft, sondern besonders. Gern auch anders als die überwiegende Zahl meiner Mitmenschen, wahrlich aber nicht alleine, selten oder ausgegrenzt. Vor allem auch nicht minderwertig oder bemitleidenswert. Das werden wir nur in einem Denken von oben herab, in welchem sich die angeblich Tadellosen über die stellen, die aus ihrer Sicht „Makel“ haben. Der gesamte Sprachgebraucht ist bereits heute darauf ausgerichtet, zu selektieren. Dabei verschweigt niemand, dass die Annahme eines Kindes mit Behinderung eine Herausforderung ist. Nicht aber, weil es ihm an etwas „fehlt“, sondern weil es mehr Aufmerksamkeit bedarf als andere. Das wiederum ist doch aber nicht nachteilig, sondern würde jedem Nachwuchs angesichts der Pracht des Lebens zustehen. Es geht also um den Begriff des Kindes im Gesamten, um die Wertschätzung unserer Nachkommen, die wir uns nicht wünschen können, sondern die wir in ihrer Schönheit anzunehmen schon deshalb verantwortlich sein dürfen, weil wir selbst nur ein Gast auf Erden sind…

[Dennis Riehle]

Leserbrief zu
„Air Berlin stellt Insolvenzantrag“, „Merkur“ vom 15. August 2017

Nachdem die Meldung über die von „Air Berlin“ über die Ticker war, überschlugen sich auch die Parteien mit ihren Verlautbarungen. Und an solch einem Ereignis kann man dann doch erkennen, dass selbst in Zeiten, in denen man von einem Einheitsbrei bei den Haltungen der politischen Kräfte ausgeht, die eigentliche Gretchenfrage für den Wähler bleibt.

So schreiben fast zeitgleich die tourismuspolitische Sprecherin der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion, Ludwig, und der Obmann der LINKEN im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags, Behrens, eine Pressemitteilung – und selten wird so deutlich, worum es bei der Abstimmung am 24. September tatsächlich geht: Die Union spricht von der „Sicherheit für die Kunden von Air Berlin“, die nun gewahrt bleiben müsse. DIE LINKE meint: „Beschäftigte dürfen nicht für Air-Berlin-Desaster büßen müssen“.

Um wen kümmern wir uns, auch – und gerade wenn – die Zeiten auf Wohlstand gerichtet sind? Ist es eher der Urlauber, der in den wohlverdienten Urlaub möchte, um damit Stress abzubauen? Oder ist es der ohnehin prekär angestellte Arbeitnehmer, der nun fürchten muss, entweder entlassen oder zu noch schlechteren Bedingungen angestellt zu werden? Wohlfühlprobleme gegen ganz existenzielle Sorgen. So könnte man den polarisierten Wahlkampf dieser Tage auch bezeichnen, der bei den meisten Themen nicht stattfindet, aber sich an den kleinen Meldungen offenbart.

[Dennis Riehle]

Kommentar

Kürzlich ist mir eine Dame mittleren Alters mit dem Kinderwagen in die Hacken gefahren. Warum erzähle ich Ihnen das? Weil sie dabei vor sich hin flüsterte: „Kann der Behinderte nicht endlich zulaufen!“. Geschehen in Konstanz, am helllichten Tag, aber nicht ungewöhnlich. Denn solche Vorkommnisse gibt es ständig. Sie sind also keine Einzelfälle. Und ich mag mir nicht ausdenken, wie es denen geht, die nicht nur einen Gehstock bei sich haben und den Bahnhofsplatz überqueren wollen, sondern vielleicht im Rollstuhl sitzen, blind sind oder gehörlos und an der viel befahrenen Wollmatinger Straße auf die andere Seite möchten. Sie werden durch solche Anwürfe wie den dieser Dame verletzt, seelisch angegriffen, weil ihnen unterstellt wird, sie könnten doch anders, sie stellten sich nur so an, sie seien schuld daran, dass die Hinterfrau nicht endlich über die Straße komme, obwohl der Bus noch lange nicht in Sicht ist.

Wir müssen im Umgang mit Menschen mit Behinderung heute weiterdenken. Neben den wichtigen Maßnahmen im baulichen Sektor, von den angeschafften Rampen für Konstanz, die ein wesentlicher Bestandteil für die Barrierefreiheit sind, gehört ein Konzept der Entstigmatisierung zwingend zu unserem Engagement dazu. Also einerseits eine Aufklärung darüber, dass behinderte Menschen keine Hindernisse für die Gesellschaft sind, wie man aus ihrem Wortstamm vielleicht ableiten könnte. Und zweitens eine Sensibilisierung dafür, dass für Menschen mit einem Handicap die Uhren oftmals ein wenig anders, aber nicht gleichsam falsch ticken. Verständnis füreinander, das ich auch von den Behinderten einfordere, die ebenfalls nicht selten versuchen, durch harsche Untertöne eine Nachsicht beim Anderen zu erpressen, die aus der Sicht eines „Gesunden“ auch nicht so einfach einzunehmen ist.

Dass ich aufgrund eines eingeschränkten Gesichtsfeldes vorsichtiger bin, ehe ich die Straße überquere, das hat die nette Frau hinter mir mit einem quengelnden Kind wohl nicht wissen können. Aber die Gehbehinderung sah sie deutlich. Deshalb sind für mich keine Ausreden erlaubt, wenn es darum geht, Menschen mit Behinderungen vorzuwerfen, dass ihre Einschränkungen möglicherweise einige wichtige Sekunden im Leben des Anderen rauben könnten. Denn diese Erwartungshaltung, jeder könne sich heute dem Zeitgeist von Drängelei und einem übertriebenen Egoismus, der keine Solidarität kennt mit jenen, die vielleicht langsamer sind, die aber in der Würde dem Nächsten in nichts nachstehen, anpassen, sie passt zu einer Überhöhung unseres Selbst, die hier wie dort vorkommt.

Ich bin überzeugt, dass auch die nette Dame hinter mir in sich eine soziale Ader trägt. Und sie insgeheim auch wusste, dass es nicht fair gewesen ist, was sie vor sich her murmelte. Doch all das war überdeckt von Stress, Hektik und Überforderung – typische Merkmale einer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, die das Schneller, Höher und Weiter als ihren Slogan auserkoren hat. Entschleunigung tut gut, manchmal müssen behinderte Menschen dazu beitragen, dass wir alle wieder etwas von unserem hohen Ross herunterkommen und Respekt zeigen füreinander, egal, wie wir sind. Denn würden wir einsehen, dass die Wertschätzung des Anderen mit all seinen Facetten ein Teil des Sinns unseres Daseins sein kann, nämlich Mitgefühl im positivsten Sinne, das auf irgendeine Art und Weise auch wieder zurückkommt, dann würden wir völlig normal ein wenig länger warten, bis auch wir die Straße noch vollends rechtzeitig überqueren könnten.

Die Kampagnen von heute dürfen nicht mehr allein darauf zielen, Barrieren in den Häusern, auf den Straßen und in der Mobilität abzubauen. Vieles davon ist mittlerweile nämlich Selbstverständlichkeit. Nicht nur durch Gesetze, sondern weil es uns in Fleisch und Blut übergegangen ist – und kaum noch jemand darüber meckert, wenn über Barrierefreiheit in einem Neubau gesprochen wird. Diesen Zustand zu erreichen, das hat Zeit gebraucht. Aber auch ein Durchhaltevermögen derer, die sich dafür eingesetzt haben, dass „Kasseler Borde“ an die Bushaltestellen kommen, Aufzüge in den Verwaltungsgebäuden oder Rampen an den Schiffen. Ihnen, den Verfechtern, die oftmals belächelt und manches Mal als Störer angesehen wurden, gilt ein Dankeschön – doch leider scheint die Zeit zum Durchatmen kurz.

Denn nicht nur Menschen mit körperlichen Behinderungen, auch die mit seelischen Einschränkungen treten nun immer häufiger in das öffentliche Leben. Nicht sichtbar, aber beispielsweise auch in Einschränkungen ihrer Bewegungsgeschwindigkeiten erkennbar, in ihrem Verständnis von komplizierten Anträgen auf dem Rathaus, in ihrem besonderen Bedürfnis nach Klarheit und Struktur in einer Welt, die so unübersichtlich erscheint. Klare Aussagen auf Schildern oder Aushängen – deren große und deutliche Schrift auch Sehbehinderten zugutekommen kann, nachvollziehbare Wegweiser und Verständlichkeit in Verfahren und Abläufen der Verwaltung, die auch diejenigen in Anspruch nehmen möchten, die vielleicht eingeschränkt sind, deshalb aber noch lange keine Bevormundung brauchen.

Diesen Umstand müssen wir insbesondere in die Köpfe der Menschen hineintragen: Behinderung heißt nicht, sein Leben nicht mehr im Griff zu haben. Im Gegenteil: Würde manch einer wie die nette Dame einmal mit den Barrieren zu tun haben, die wir als Behinderte täglich meistern, sie würde staunen. Diese Weitsicht zu bekommen, das kann nur durch persönliche Gespräche passieren, durch den Hinweis an die Dame, dass es einige Augenblicke länger dauern kann, bis wir uns über die Straße wagen, durch breit angelegte Projekte und Öffentlichkeitsarbeit, die Behinderte mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen in den Mittelpunkt stellen, um zu verdeutlichen, dass sie die Farben in unserer Landschaft sind, die wir schätzen und annehmen sollten, anstatt sie „formen“ zu wollen, durch Schulung von Mitarbeitern im öffentlichen Dienst, denen oft gar nicht bewusst ist, welche Mühen Menschen mit kognitiver, geistiger oder seelischer Beeinträchtigung beim Behördengang haben.

Das Umdenken im Lobbyismus für Behinderte braucht ebenfalls wieder diesen langen Atem, auch wenn wir uns mit Ungeduld darüber ärgern, wie wenig flexibel doch unsere Mitmenschen manches Mal sind, wenn sie Rücksicht nehmen könnten, aber eben nicht wollen. Das Miteinander kann nicht gelingen, wenn wir uns gegenseitig dafür verantwortlich machen, dass unser tägliches Leben durch den jeweils Anderen erschwert wird. Problemlösungskompetenz ist stets schwierig, solange es auch laute Worte und Unterstellungen gibt. Doch nun haben wir schon diese weite Strecke in der Barrierefreiheit hinter uns gebracht, wer sollte uns aufhalten, nicht auch die zweite Hälfte dieses Marathons für die Interessen der Menschen mit Behinderungen zu bestehen, wenn nicht Barrieren, Barrieren aus Unverständnis, Uneinsichtigkeit, Unmenschlichkeit?

[Dennis Riehle]

Leserbrief zu
„Sind ‚Homo-Eltern‘ genauso gut wie Vater und Mutter?“
über neue Ergebnisse einer US-Studie, idea.de vom 17.08.2017

Es bleibt entscheidend, ob die gleichen Ausgangsperspektiven bestehen. Versuchen wir eine biologische Elternschaft durch eine soziale zu ersetzen, normieren wir etwas zwanghaft um, was offenbar nicht grundlos evolutionär bedingt in seiner Unterschiedlichkeit, in seiner Gegensätzlichkeit von Mann und Frau, von Vater und Mutter, geschaffen wurde.

Gerade, weil Kinder in jungen Jahren einen erhöhten Bedarf an Orientierung unterschiedlicher Persönlichkeitsmerkmale, Werte und Eigenschaften bedürfen, werden bei homosexuellen „Eltern“ Startchancen verzerrt, die später nicht mehr aufgeholt werden können. Denn zwei gleichgeschlechtliche „Eltern“ können die Symbiose nicht abbilden, die ergänzende Einheit, der sich anziehende Antagonismus der Geschlechter, auch wenn die emotionale Bindung zwischen zwei Homosexuellen ähnlich stark sein mag wie bei Heterosexuellen.

Dies bleibt aber bedeutungslos, solange das für das Kind – und nicht für die Eltern – wahrnehmbare Abbild eben keine zwingende Divergenz zeigen kann, sondern die Einseitigkeit der Geschlechter widergibt, die aber der Mehrheit in der Bevölkerung, im späteren sozialen Umfeld der Kinder, nicht entspricht. Insofern sind sowohl für die Bildung differenzierter Charaktereigenschaften, aber auch für die Fähigkeit, die Realität der bipolaren sexuellen Identitäten im Lebensverlauf als Disparität in einem positiven Sinne wahrzunehmen, heterosexuelle Eltern im Vorzug.

[Dennis Riehle]

Leserbrief
zur Streckensperrung am „Rastatter Tunnel“, SÜDKURIER am 14. August 2017

Wie kann es passieren, dass bei Tunnelarbeiten derart gravierende Fehler geschehen? Man kann es fast nur mit einem systematischen Versagen erklären, wenn auf einer der Hauptrouten im deutschen Bahnverkehr Gleise aufgrund einer Erdbewegung in eine Schiefstellung geraten, die nun verantwortlich ist für Schienenersatzverkehr, Umleitungen und schwere Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Das Image der „Bahn“ als zuverlässiges Transportunternehmen musste ja schon desöfteren leiden, vor allem durch Streiks. Doch nun scheint sie mehr denn je Opfer einer eigenen Politik geworden zu sein, die ihren Anfang spätestens bei „Stuttgart 21“ nahm. Ein blindes Vertrauen darauf, dass erfassbare Risiken nicht eintreten mögen – und der Glaube an den lieben Gott, dass er physikalische Gesetze außer Kraft setzen möge, damit man bei der Bahn in Ruhe seine Projekte zu Ende bauen kann.

Dass diese Naivität nicht aufgehen kann, hatte sich irgendwann doch zu offenbaren. Glücklicherweise gab es keine Personenschäden, doch dieses Ereignis muss ein Weckruf für eine viel größere Zeitbombe inmitten der baden-württembergischen Landeshauptstadt sein.

[Dennis Riehle]

Leserbrief zu
„Sind Hamburgs Richter überhart gegen die G20-Gefangenen“, WELT vom 09. August 2017

Das „allgemeine Rechtsverständnis“, das Richter immer wieder für die Begründung ihrer Urteile zurate ziehen, würde auf die Frage sicherlich mit „Nein“ antworten. Nein, natürlich sind die Hamburger Juristen nicht zu harsch im Umgang mit den Randalierern, mit den Kriminellen und den Gewalttätigen der Proteste am G20-Gipfel.

Denn sie müssen, wie wir es regelmäßig in solchen Situationen hören, die „volle Härte des Gesetzes“ zu spüren bekommen. Doch passt diese Idee, sich auch nach der Meinung der breiten Bevölkerung zu richten, nicht so recht zur blinden Justitia, die sich eben nicht beeinflussen lässt von Populismus und den Stammtisch-Parolen jener, die fordern, ohne die Konsequenzen ihrer oftmals unüberdachten Äußerungen zu erfassen.

Denn auch wenn Urteile bei uns „im Namen des Volkes“ gesprochen werden, heißt das nicht, dass sie geleitet sein dürfen von der Seele derjenigen, die ohnehin im Innern kocht ob Unzufriedenheit mit dem Staat, aus persönlichen Nöten in Existenz oder Finanzen, aus Verdrossenheit über Politik und alles, was von „da oben“ kommt.

Urteile müssen vertretbar sein, insbesondere gegenüber dem eigenen Gewissen, das gilt auch für Richter. Und sie sind nicht dazu da, die Gier nach Rache aus der kreischenden Menge zu befriedigen. Wäre es so, hätte es etwas von der Verurteilung Jesu, wäre mittelalterlich. Damit will sich Hamburg, wollen sich die Richtenden dort doch nicht schmücken, oder?

[Dennis Riehle]

Leserbrief zu
„Ex-Präsident Wulff erntet für neuen Job scharfe Kritik“, „Abendblatt“ vom 07. August 2017

Der Hype um den ehemaligen Bundespräsidenten, als es um seine Beziehung, sein Haus oder darum ging, wann er mit wem Zeit verbrachte, hat mich damals abgeschreckt. Denn es war einem Menschen nicht würdig, derart in seine Privatsphäre einzugreifen. Da hatte Christian Wulff meine volle Solidarität – und ich bewundere, wie er mit Anfeindungen, Unterstellungen und Vorwürfen unterging.

Allerdings ist die jetzige Nachricht, sollte sie denn stimmen, von gesellschaftlich viel größerer Brisanz, denn sie rückt Politiker in die Nähe von Managern, die den Hals nicht vollzubekommen scheinen: Reichen denn über 200 000 Euro Ehrensold zum Leben nicht aus? Hat Wulff aus privaten Gründen derart viele Verbindlichkeiten, dass er einen Zusatzverdienst braucht?

Natürlich rechnet man in solchen sozialen Schichten offenbar mit ganz anderen Zahlen, doch es bleibt ein „G‘schmäckle“, wenn einem ehemaligen Staatsoberhaupt die riesigen Summen für seine kurze Amtszeit nicht genügen. Und dass er sich dann auch noch am Bosporus etwas hinzuverdienen will, ist obendrein recht taktlos. Denn Wulff bleibt eine Person öffentlichen Lebens und trägt auch weiterhin politische Verantwortung.

In Zeiten, in denen Deutschland von Erdogan gegängelt wird, ist es eine merkwürdige Konstellation, wenn ein früherer Bundespräsident genau in jenem Land Geld scheffeln möchte, in dem deutsche Journalisten in Haft gehalten werden. Nein, damals stand ich auf Wulffs Seite, heute verstehe ich ihn überhaupt nicht mehr…

[Dennis Riehle]

Zwischenruf

Es war in der Mittelstufe. Wie ist das eigentlich mit dem menschlichen Leben? Eine große Frage stellten wir uns da. Über Wochen beleuchteten wir im Religionsunterricht aus verschiedenen Perspektiven, was denn nun die Würde des Menschen so ausmacht. Von der Geburt bis zum Tod. Für die meisten Mitschüler in meiner Klasse waren die Themen „Abtreibung“ oder „Sterbegeleitung“ bis dahin nie ein Thema. Und wenn, dann war es doch die Entscheidung der Frau, die Schwangerschaft zu beenden – oder die des kranken Mannes, der nicht länger unter Schmerzen dahin vegetieren wollte. Während im Laufe der Zeit die meisten Klassenkollegen zu der Einsicht kamen, dass man einen Sterbewilligen nicht so einfach in den Tod entlassen dürfe, ihm vor allem nicht helfen könne beim Sterben, blieb es beim Schwangerschaftsabbruch doch bei dem Standpunkt, dass es das Recht der Frau sei, was sie mit ihrem Bauch mache. Dass es ja nicht zufällig dazu gekommen ist, schwanger zu sein, das interessierte niemanden. Denn es war Konsens: Die Selbstbestimmung der Frau überwiegt das Recht auf Leben eines Fötus, von dem man ja nicht einmal weiß, was er von alledem mitbekommen wird, was wir da draußen so debattieren – behaupteten zumindest meine Mitschüler. Und heute muss ich zu meiner Schande gestehen, auch ich befasste mich viel zu wenig mit solch ethischen Fragen, glaubte diesem Biologielehrer auf dem Pausenhof, der auch eher „zeitgemäß“ daherkam, wie mein Sitznachbar es formulierte, und daher eine „Mainstream“-Meinung in Zeiten der Emanzipation vertrat. Er relativierte, was denn so ein heranwachsendes Kind fühlen könne. Der Embryo, den er uns anhand einer Figur zeigte, berührte unsere Emotionen wohl eher als die seinigen.

Unser Religionslehrer entschied sich, daraufhin eine Vertreterin einer Beratungsorganisation einzuladen. Vom dahinter stehenden Verein war bekannt, dass man eher den Feminismus befördere, aber sicher nicht darüber nachdenken wollte, ob eine Frau überhaupt das Recht haben kann, ihr Kind „wegzumachen“. Mit diesem Begriff ließ sie uns aufhorchen, als sie zum Unterrichtsbesuch kam. Wovon sprechen wir da eigentlich? Da geht es doch nicht um eine Krankheit, die man loswerden will – oder Sondermüll, der schnellstmöglich fortgeschafft werden muss. Ich erinnere mich, wie wir Schüler uns zunächst etwas verschrocken ansahen. Die Farbe des Kopfes unseres Religionslehrers verfärbte sich in ein helles Rot, noch hielt er sich aber zurück. Ganz selbstverständlich fuhr die Dame fort, wie denn so eine Abtreibung aussehe. „Ihr müsst euch das wie bei einem Staubsauger vorstellen“, begann sie ihren nächsten Satz. Wie bei einem technischen Gerät schilderte sie die Beendigung eines heranwachsenden Lebens, um zur Feststellung zu gelangen: „Das geht recht einfach und schnell, das ist heute keine große Sache mehr“. Unser Lehrer sprang auf, mit einem hochroten Kopf schlug er seine Tasche vom Pult, seine Schlagadern waren nach außen getreten und mit einem noch nie dagewesenen Zorn fuhr es ihm heraus, was ihr denn einfalle, so über einen Menschen zu sprechen. „Aber das ist doch lediglich ein Zellknäuel“, entgegnete sie. „Woher wissen Sie das?“, schaukelte sich die Auseinandersetzung hoch. „Ansonsten dürften wir doch gar nicht abtreiben“, meinte die Frau. „Doch, weil es der Gesetzgeber in Deutschland erlaubt“. Die Stunde war zu Ende – und wir blieben irgendwie hilflos zurück im Dilemma, wer denn nun recht hatte.

Es war diese Unterrichtsstunde, die mich in Wertefragen von einem „liberal“ denkenden Christen zu einem „konservativen“ machte. Denn ich war offenbar einer der wenigen Schüler, denen diese Erfahrung eine Lehre war. Wie leichtfertig sprechen Personen, die davon überzeugt sind, mit einem Schwangerschaftsabbruch auch noch etwas Gutes zu tun, vom menschlichen Leben? Haben sie sich je Gedanken darüber gemacht, was passieren würde, wenn sich solch eine Sichtweise durchsetzt? Wären wir nicht längst ausgestorben, weil wir manche Befindlichkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt wichtiger gewertet haben als den Weitblick dafür, dass wir nicht alleine sind mit der zweifelsohne großen Verantwortung, Eltern zu werden? Ja, man mag mir heute vorwerfen, ich hätte als Mann keinerlei Gefühle für die Nöte der Frauen. Doch tut man nicht nur mir damit unrecht. Denn meine Sorge um die, die mitten im Job stecken, noch nicht einmal eine Ausbildung begonnen haben, von Sozialleistungen leben oder gar in eigener Krankheit den Alltag nicht mehr bewältigen können und dann mit der Herausforderung einer Schwangerschaft konfrontiert sind, ist groß. Sie ist größer als irgendein Kümmern derjenigen, die ohne langes Überlegen an Abtreibung denken – und damit meinen, ein „Problem“ schnell zu lösen. Wie grausam kann ein Denken sein, wie emotionslos ein Handeln, das nur darauf aus ist, das eigene Wohl zu bewahren – und dabei über den Tod hinwegzugehen, das Sterben eines heranwachsenden Babys als „Kollateralschaden“ in Kauf zu nehmen. Schwangerschaftsabbrüche waren seit jeher ein Ausdruck von Egoismus, und Beratungen, die nur das Ziel hatten, zügig einen entsprechenden Schein auszustellen, verhöhnen die wirklichen Probleme von Mädchen, von Frauen. Denn mit einer Abtreibung ist überhaupt nichts gut. Im Gegenteil: In fast allen Fällen wird es noch viel schlimmer. Tiefe Schuldgefühle und der Vorwurf der Gewissenlosigkeit holen diejenigen ein, die eigentlich Mütter hätten werden sollen – aber nur darauf gehört haben, was ihr Kopf sagt.

Lange fragte ich mich, ob es überhaupt eine Situation geben kann, in der ein Schwangerschaftsabbruch „gerechtfertigt“ ist. Bis heute ringe ich mit mir, wie es im Falle einer Vergewaltigung aussehen kann. Wir sagen oft, dass es ja nicht die Schuld des Kindes sei. Doch kann ich in diesem – und nur in diesem – speziellen Moment zumindest verstehen, dass Frauen aus gutem Grunde größte Schwierigkeiten damit haben, ihr Baby auszutragen. Alle anderen Unwegsamkeiten lassen sich bewältigen – ob wir uns nun völlig überfordert sehen, weil wir selbst noch Kind sind, weil wir scheinbar kein Geld haben, um das Kleine durchzufüttern, oder weil der Vater sich auf und davon gemacht hat und wir meinen, nun ohne Hilfe klarkommen zu müssen. Die eigentliche Aufgabe von Beratungsstellen wäre es, für all diese Lebensprobleme Hilfestellungen aufzuzeigen. Es ist ein Skandal, dass wir heute zum Schwangerschaftsabbruch beraten werden, ohne ausreichend über Alternativen dazu informiert zu werden, die das Leben schützen. Dass das so ist, erfahre ich in meiner eigenen Beratungspraxis regelmäßig neu. Da berichten mir Frauen nicht selten unter Tränen, dass sie abgetrieben haben – und meinten, dies in bestem Wissen und Gewissen getan zu haben. Denn sie ließen sich ordnungsgemäß „coachen“, erfuhren aber kaum etwas darüber, welche seelischen Konsequenzen ein Schwangerschaftsabbruch mit sich bringen kann und dass es doch noch Möglichkeiten gegeben hätte, das Kind „durchzubringen“. Pflegeeltern oder Adoption sind dabei nur die letzten Wege. Wie oft hilft bereits die Sicherheit, die durch entsprechende soziale Leistungen, Unterstützungsmaßnahmen des Staates, des Engagements der Zivilgesellschaft gegeben werden kann. Eine fatale Einschätzung von werdenden Müttern ist heute, sie seien vor und nach der Geburt alleine. Ja, in einer sich wandelnden Gesellschaft, in der die Anonymisierung voranschreitet und der Narzissmus sich bahnbricht, muss man befürchten, dass sich niemand dafür interessiert, wenn wir „abstürzen“. Das sollte uns zu denken geben…

Und in aller Diskussion um die Zwänge der heutigen Wohlstandgesellschaft vergessen wir die banale Freude über das Leben. Jede Mutter, die abtreibt, wird nicht diesen wunderbaren Augenblick genießen können, in dem ein Neugeborenes – ihr Neugeborenes – das Licht der Welt erstmalig sieht. Es ist ein Grund zum Jubeln, nicht die Angst darf uns reiten, wenn es um die Zukunft unseres Landes geht. Familienpolitisch haben viele Akteure der Vergangenheit versagt, weil sie gerade diese ansteckende Liebe zum Leben nicht vermitteln konnten. Weil Bürokratie die Emotionen verdrängt hat, die mit jedem neuen Kind auf diese Erde gebracht werden. Es sind Hilfemaßnahmen einerseits, vor- und nachgeburtliche Unterstützung andererseits, jedoch gleichsam auch Anreize und eine Stärkung unseres gemeinsamen Wertekanons, der Nachwuchs nicht länger als Belastung begreift, sondern ihn als das größte Geschenk überhaupt anpreist. Mir gehen diese Bilder noch nicht aus dem Kopf, von den Abtreibungen, die unzählig jeden Tag neu vollzogen werden, weil wir nicht eingegriffen haben – und sei es nur mit unserer Stimme im Wahllokal, für einen Lebensschutz, der diesen Namen auch verdient. Denn wir alle tragen Verantwortung, Geschlechtsverkehr ist nichts für den alleinigen Spaß und das Befriedigen von Trieben. Wir sind zur Fortpflanzung geschaffen worden und wissen darum, dass mit dem Akt eine Verschmelzung von Eizelle und Spermium verbunden ist – und genau zu diesem Zeitpunkt ein neues Lebewesen entsteht. Die Idee eines neuen Lebens überträgt sich, das ist die Botschaft eines jeden Beischlafes. Und würden wir ihn nicht so stiefmütterlich zur reinen Maschinerie aus Gier und Lust verkommen lassen, wüssten wir auch, welche Pflichten uns übergeben werden. Sex ist nichts für jede fünf Minuten, dafür ist er zu wertvoll. Und wüssten wir darum, bräuchten wir auch nicht ständig neue Verhütungsmethoden, die lediglich dazu dienen, unser Bewusstsein rein zu waschen von der Schuld der Auswüchse des „Verkehrs“.

Was legitim ist – und was eben nicht, das entscheidet jeder von uns mit seinem eigenen Ethos. Wir dürfen uns aber nicht beschweren, wenn uns das Mögliche letztendlich einholt und das Sinnvolle überholt. Denn nur, weil wir Kinder heute abtreiben können, heißt das noch lange nicht, dass wir das auch sollten. Eine Welt, in der es für den Menschen keine Grenzen mehr gibt, wird zu einer Bedrohung für ihn selbst. Denn seine Sündhaftigkeit kehrt dann zurück wie der Bumerang, der sich verselbstständigt hat in der Beliebigkeit der verschiedenen Ansichten. Was heute selbstverständlich ist, das ist eben noch lange nicht gut. Und nur, weil der Mensch glaubt, er habe die Befugnis, über sich und die Welt bestimmen zu können, ergibt sich noch lange kein Recht darauf, über fremdes Leben zu herrschen. Wo ist unsere Gesellschaft schon heute, wenn es nur um die Frage des Bauches der Frau, aber nicht mehr darum geht, was in ihm heranwächst? Auf den ersten Blick sind nicht alle Klientinnen dankbar, die sich in meine Beratungen begeben. Denn manches Mal bin ich vielleicht sogar zu ehrlich. Die meisten von ihnen haben aber bereits eine Karriere bei vielen Anlaufstellen hinter sich, immer wieder auch die Abtreibung. Und nein, es darf nicht um Vorwürfe gehen, sondern um die Aufklärung, dass es künftig andere Auswege gibt, auch wenn alles um uns herum für einen Moment so aussichtslos erscheint. Das nächste Kind wird seiner Mutter dankbar sein, leben zu dürfen. Und für das, das diese Freude nicht erreichen konnte, gilt unsere Trauer. Ich kann die aufgestauten Schlagadern meines früheren Religionslehrers heute nicht nur verstehen, ich verteidige sie auch. Denn es macht wütend, wenn wir eine Ignoranz erfahren müssen, die sich abhebt von jeglicher Rechtfertigung für das Selbstbestimmungsrecht der Frau, gespeist aus der persönlichen Unzufriedenheit mit Benachteiligung oder Ausgrenzung, mit dem Gefühl, ständig „diskriminiert“ zu werden. Überall dort, wo Abtreibung als eine Chance gesehen wird, kommt die Einsicht zu spät, dass wir eben doch nur Gast hier sind – und dass nicht nur (das) „Ich“ überleben möchte…

[Dennis Riehle]