Leserkommentar
zu „Störsender im Hirn“, hpd vom 7. September 2017
(https://hpd.de/artikel/ihr-freund-harvey-14749)

Zwischen dem christlichen Fundamentalismus, dem es wohl vor allem darum geht, im Sinne der Erbsünde stets einen Verantwortlichen zu finden, und dem monotheistischen Gottesglauben scheint es doch noch Unterschiede zu geben. Man kann hinter den Katastrophen, die die Natur über uns bringt, auch einen Sinn sehen, ohne gleichzeitig einen Schuldigen dafür zu suchen.

Lassen wir es zu, dass wir diesem Gott eine derartige Allmacht zubilligen, die es ihm erlaubt, gezielte Tragödien über bestimmte Regionen, Völker und Erdteile zu bringen? Solch ein Theismus ist wahrlich ein überaus bibeltreuer, muss aber nicht für alle Christen Gültigkeit besitzen. Sehen wir uns gar dem Pantheismus verschrieben, dann kämen wir in noch größere Bedrängnis, wenn Gott als die Natur selbst zum Teufel wird, der die Todsünde über den Menschen bringt, der ohnehin dem Grauen nicht entweichen kann.

Warum erkennen wir im Auf und Ab der Weltgeschichte nicht den prüfenden Gott, der uns wachsen lässt durch die Erfahrung der Herausforderung, der gleichzeitig aber auch mit den kleinen und großen Gesten, die sich inmitten des Katastrophengebietes und außerhalb davon täglich abspielen, beweist, dass er uns nicht peinigen, sondern durch die Täler gehen lassen will, um wieder bewusste Höhen erleben zu können?

Unnötig erscheinen die Dramen dann nicht mehr, denn sie sind nicht Strafe, sondern Beweis dafür, dass wir es als Menschen aus eigener Kraft schaffen können, Leiden zu überwinden. Das kann stärken und uns auch für die menschgemachten Konflikte wappnen.

Diese Theorie empfinde ich als wahrlich heilsamer als den für mich fast unerträglichen Gedanken, dass all dieses Unheil nur reiner Zufall sein soll.

[Dennis Riehle]

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Gedankenimpuls

„Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand“ – vor kurzem begegnete mir bei einer Taufe wiederum das Lied von Arno Pötzsch (EG 533, 1941), das er inmitten des Zweiten Weltkrieges geschrieben und damit eine Aussage getroffen hat, die zutiefst tröstlich ist. Denn sie bildet ein Gottesverständnis ab, das den meisten Menschen auch heute angesichts von Religionskritik und Kirchenferne nahekommt. Es ähnelt dem des Pantheismus, besser noch dem des Panentheismus, den wir nur verstehen können in seiner Ausformung eines pandeistischen Anfang und Endes, eines Alpha und Omega. Gott ist alles, Gott ist die Natur. Gott ist kein externes Wesen, das lenkt und gestaltet. Gott hat geschaffen und ist im Weltall, vielleicht sogar in unserer Erde, in jedem einzelnen Menschen von uns aufgegangen.

Was zunächst märchenhaft klingen mag, das ist philosophisch gesehen wohl eher eine nüchterne Betrachtung. Was soll uns mehr geschehen, als letztlich ganz am Boden anzukommen? Tiefer als in die tiefsten Tiefen geht es nicht. Und sind wir nicht allein der Überzeugung eines Jüngsten Gerichts, das lediglich Auserwählte bewahren wird vor Fegefeuer und Verdammnis, dann kann letztlich das Ende des Fallens nur eine Ewigkeit bedeuten, die sich nicht schöner beschreiben lässt als durch „Gottes Hand“. Was bliebe denn denen, die im Krieg alles verloren hatten, jeden Tag den Tod vor Augen hatten und nicht wussten, ob sie aus der Gefangenschaft des Gegners je wieder heil herauskommen würden, wenn nicht dieser Wink mit einer Zukunft, die weltlich nicht zu erreichen scheint?

Schon Dietrich Bonhoeffer offenbarte gerade im Kerker des Nationalsozialismus die größte Ruhe, die ein Mensch sich nur vorstellen kann. Natürlich plagen uns Ängste, nicht nur in solchen Ausnahmesituationen. Sie sind letztendlich aber endlich, überstehen wir sie doch allerspätestens mit der irdischen Vergänglichkeit, wenn wir eintreten in die Erlösung, zu der jeder die Chance hat. Zu wissen, als Teil der Erde, als Teil des Universums, als Teil eines Ganzen nicht weiter fallen zu können als in die Tiefenlosigkeit unserer Vernunft, das ist ein barmherziger Gedanke, den auch Arno Pötzsch nochmals aufgreift: „Wir sind von Gott umgehen, auch hier in Raum und Zeit“ (Str. 3). Pötzsch bleibt bei der Transzendenz, wagt sich nicht in die Immanenz – und doch scheint das Miteinander von Mensch und Schöpfer an dieser Stelle so nah.

„In ihm“ zu leben, Pötzsch verfolgt die Auflösung in den Pandeismus mit den letzten Worten seines Liedes aus dem Evangelischen Gesangbuch. Wir sind Teil Gottes, möchte er uns offenbaren, löst damit den Trinitätsgedanken der christlichen Lehre ein Stück weit auf, indem er den Umweg über die Menschwerdung gewissermaßen ausspart. Schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren es nicht wenige Mystiker, die die Immanenz Gottes, die Herausbildung der Schöpfung aus diesem Urfunken des Nichts für sich entdeckt hatten, der wiederum die Allmacht und die Weite von Schöpfer, Lenker und Hüter deswegen unnötig macht, weil die Transzendenz zwischen Welt oder All auf der einen, Gott auf der anderen Seite, entfällt. Ob wir uns selbst als göttlich ansehen, eine Frage der heutigen Spiritualität und Esoterik mahnt den Christen zu einer wohlüberlegten Entscheidung. Denn bei allem freien Verständnis, das uns ein liberaler Gottesglaube lässt, ist die Entscheidung über unsere Position in der Breite der Existenz von Bedeutung.

Stehen wir am Rande, in der Mitte oder gehen wir in ihr auf? Wer der Dreieinigkeit weiterhin seine Überzeugung schenken will, kann nur zu einer Überzeugung gelangen, die im monotheistischen Sinne transzendent ist. Gottes Hand ist dann das von außen einwirkende oder sich aus der Materie heraus öffnende Netz, das uns die Furcht nimmt, wir könnten in Höllenqualen nur deshalb elendig zugrunde gehen, weil wir die Bodenlosigkeit des Seins und die immanente Unendlichkeit kennen. Es ist eine Frage der Persönlichkeit Gottes, ob er mir als nahestehendem Wesen ein Ansprechpartner ist, weil er sich aus der Welt abhebt und theistisch auf sie einwirken kann. Ist Gott dagegen als naturalistisch unpersönlicher Teil des oder gar das Ganze selbst, fällt die Vorstellung schwer, wie er aus der „Ursuppe“ heraus seine nicht nur schöpferische Kraft und Dynamik entwickeln konnte, sondern vor allem, wie er uns gegenüber Autoritätsperson und Lenker sein kann, ohne aus seinem panentheistischen „Einheitsbrei“ hervor zu gelangen.

Christen dürfen in der Selbstaufgabe und Beliebigkeit nicht derart flexibel sein, dass sie ihren monotheistischen Glauben im Sinne einer Trinität aus Deismus, Theismus und Pantheismus aufgeben. Nur die schiere Unvereinbarkeit der göttlichen Erscheinungsformen in Vater, Sohn und Heiligem Geist ist das Alleinstellungsmerkmal, das zu reduzieren eine Aufgabe christlichen Bekenntnisses bedeutete. Bei aller Attraktivität, dem neu an Fahrt gewonnenen Panentheismus seine Vorzüge als allumfassendes Sein abzugewinnen, würde eine christliche Anbiederung an ein derartiges Gottesbild eine Näherung an Islam, Judentum und Buddhismus bedeuten, die den identitätsstiftenden Charakter des Christseins unter den Weltreligionen preiszugeben in der Lage wäre. Gottes Hand kann also nicht das unendliche Sprungtuch sein, in dessen Zuverlässigkeit wir allein deshalb vertrauen, weil es mehr darüber hinaus nicht geben mag.

Wie sollen wir uns im panentheistischen Blick auf Universum, inklusive Welt und des Menschen, denn auch die Gnade Gottes vorstellen, die Pötzsch als Zugang zu ihm sieht (Str. 2)? Die Pfade können uns nur hinführen an ein Ziel, wir können nicht gleichsam Start und Finish sein. Und auch wenn die Anwesenheit Gottes als Ausdruck spirituellen Bewusstseins allzeit doch so spürbar uns umgibt, dürfen wir nicht verwechseln, dass diese Ebene eine andere ist als die, auf der wir Gott persönlich in unserem Nächsten, in Jesus Christus, begegnen können. Durch sein Wirken mit der Kraft des Heiligen Geistes führt er uns in diese Ewigkeit (Str. 3), die wir nicht als Ist-Zustand hinnehmen können, sondern als erstrebenswerte Utopie für unseren Verstand, als Option für unseren Glauben, als die Karotte vor den Augen des wettlaufenden Hasen sehen. Ansonsten wäre all das Wissen um Not, Schicksal oder Tod (Str. 2) auch so unerträglich, es gäbe keinen Ansporn, es zu durchstehen…

[Dennis Riehle]

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Lesermeinung zu
„Atheisten werden als unmoralischer wahrgenommen“, ideaSpektrum 33/2017

Dass selbst Atheisten zu glauben scheinen, sie selbst seien „böser“ als Menschen mit einem Glauben, zeigt eine Unterordnung, die sich höchstwahrscheinlich aus der Weltsicht ableitet, dass Mehrheiten stets im Recht sind, besser sind, die Guten sind. Dabei gibt der Bezug auf Wertvorstellungen zunächst keinerlei Aussage über die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft. Sie können hier wie da ausgeprägt sein, verbinden sie sich allerdings in einem gemeinschaftlichen Glauben an eine höhere Macht und an eine Institutionalisierung der eigenen Religion, was eigentlich grundsätzlich ein höheres Misstrauen auslösen sollte, mit einer wenigstens gedanklich doch fassbaren Überzeugung, die eine möglicherweise angeborene Hoffnung nach Sinnhaftigkeit erfüllt.

Offenkundig sehen sich Atheisten sogar als „fehlerhaft“ an, es „fehle“ ihnen an einer Überzeugung an einen Gott, was wiederum ja impliziert, dass selbst Atheisten einen Gottesglauben nicht völlig ausschließen. Dies wiederum aber nur aus einer häufig zu beobachtenden Leere: Wie wird das „Vakuum“ gefüllt, das bei Atheisten an der Stelle Gottes im Gegensatz zu religiösen Menschen eine „Lücke“ hinterlässt? Niemand weiß, ob der Platz für einen Gott je vorgesehen war – oder ob er nicht einfach ein „Mehr“ ist in den Köpfen, auch eine Mär, die lediglich Sehnsüchte bedient, grundsätzlich zum Überleben aber nicht nötig ist.

Die Wissenschaft wird stärker diskutieren müssen, ob die Meinung, Atheisten seien eher böse und zu Verbrechen bereit, aus einer falsch verstandenen Zuschreibung und gleichsamen Verwechslung von Moral, Glaube, Ethik und Lehre entstammt – oder ob der Mensch im Geheimen, in seinem Gehirn überhaupt nicht anders kann, als davon überzeugt zu sein, an das Gute nur über ein religiöses (Gottes-)Verständnis zu gelangen. Und selbst, wenn dem so sei, kann der konsequent denkende Atheist noch immer dagegenhalten, dass auch diese Haltung nur ein Denken ist, das die Realität nicht abbilden muss.

[Dennis Riehle]

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Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihnen ist eine Initiative gegen den „Christus-Treff“ zugegangen.

Zunächst: Ich bin selbst homosexuell. Und ich sehe die Arbeit der „Offensive Junger Christen“ (OJC) und des „Instituts für Jugend und Gesellschaft“ als einen wichtigen Beitrag in der Debatte darüber, wie wir Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen seelsorgerlich unterstützend zur Seite stehen können.

Als psychologischer Berater habe ich viele Kontakte zu anderen Homosexuellen, die sich nicht aufgrund von Stigmatisierung von außen, sondern allein aus der eigenen Unzufriedenheit mit ihrer sexuellen Orientierung an mich wenden. Ich hatte in der Vergangenheit zudem immer wieder Verbindung zur OJC und zum Institut. Geschadet hat es mir nicht. Und allein die Tatsache, dass ich das Anliegen, mit der eigenen sexuellen Orientierung nicht klarzukommen, nicht ausgeschlagen und als blödsinnig abgetan habe, brachte mir von Schwulen und Lesben in meiner Beratung viel Anerkennung. Denn sie haben nicht die Gesellschaft dafür verantwortlich gemacht, dass sie nicht glücklich sind mit sich, sondern sie haben erkannt, dass es schlicht ein Bedürfnis nach einer anderweitigen Orientierung ist, die ganz legitim in diesen einzelnen Fällen, die – wie alles in dieser Debatte – nicht stellvertretend stehen können für alle Homosexuelle, ersehnt wird, aus welchen Beweggründen auch immer. Das mag ab und an soziologische Gründe haben, es hat oftmals viel eher psychologische, nicht exogene, sondern endogene, die der individuellen Persönlichkeit, nicht aber dem Umstand, Heterosexualität würde als „normal“ in der Bevölkerung propagiert, entstammen.

Ich nötige niemanden, seine sexuelle Orientierung zu verändern. Viel eher ist der erste Schritt die Annahme des eigenen Ichs Persönlichkeit: Respekt vor dem eigenen Selbst. In den meisten Fällen gelingt dies durch Zuspruch, auch mit biblischen Worten, die dabei helfen können, dass wir uns als geschaffen sehen, so, wie wir sind. Und dass durch das Zutun von verschiedensten Faktoren, auch von Gottes Willen, eine Prägung entstanden ist, die zwar eine Minorität zu sein scheint, deswegen aber doch nicht „schlechter“ ist als die der Mehrheit. Und trotzdem kann es dazu kommen, dass das Hingezogensein zum anderen Geschlecht der größere Wunsch ist als die Liebe der Gleichgeschlechtlichkeit. Und wenn wir diesen Ist-Zustand als völlig unbeeinflusst von Ideologien betrachten, dann ist diese Sehnsucht ein Grund, sich einem Menschen mit Fürsorge, ohne jegliches Mitleid, sondern mit Anerkennung, Wertschätzung und sogar Lob zuzuwenden: Denn solch ein Eingeständnis bedarf heutzutage Mut.

Dass Menschen tatsächlich in die Situation kommen, eine unabänderliche Veränderung hin zur Heterosexualität zu wünschen, auch nach einer längeren Beratung, die auf den Respekt vor der eigenen sexuellen Orientierung ausgerichtet ist, das erlebe ich selten. Ich distanziere mich von „Konversionstherapien“, die mit Zwang darauf einwirken, den Betroffenen vorzugaukeln, sie könnten eine andere sexuelle Orientierung durch zwielichtige Maßnahmen erreichen, die auch von Psychotherapeuten und der Politik zurecht als gefährlich abgelehnt werden. Ich unterstütze aber die Ernsthaftigkeit, die hinter der Überlegung steht, wie wir denjenigen beiseite stehen können, die aus inneren Gründen mit sich ringen. Und dieses Optionalität rührt nicht daher, dass wir von irgendwelchen „Homo-Heilern“ Versprechen hören, die mit ihrem Wirken auf fatale Weise „abändern“ wollen, sondern aus der Erkenntnis, wonach nicht wenige Homosexuelle aus einer Wehmut, aus einem Wunsch nach dem Anderssein Rat suchen, was wir nicht kleinreden und sie damit missachten, sondern was wir würdigen sollten, indem wir glauben, dass Homosexualität abseits von Diskriminierungen zu einem Unwohlsein führen kann.

Natürlich gibt es auch unter christlichen Beratern „Scharlatane“, die mit Zwang arbeiten und eine „Umpolung“ anstreben, die absolut abzulehnen ist. Mit Maßnahmen von Austreibung oder Umwidmung erreichen wir gar nichts, wir machen viel mehr kaputt, wir handeln gegen unseren christlichen Glauben, der die Umkehr zu Jesus fordert, nicht aber die zur Heterosexualität. Denn allein eine ausufernd gelebte und praktizierte (Homo-)Sexualität kann Sünde sein, nicht aber eine homosexuelle Orientierung. Über ihr steht das Gebot der Liebe aus den Evangelien, die Gott allen zuteilwerden lässt. Wir selbst wissen, was gut und böse ist (1. Mose 3,22). Insofern brauchen wir niemanden, der uns das sagt oder uns belehren möchte.

Ich habe aus dem Miteinander mit der „OJC“ und des angeschlossenen Instituts bisher keine Botschaft erhalten, dass dort die Konversionstherapie als eine mit verschiedensten Methoden den Menschen gegen seinen Willen wandelnde Unterrichtung befürwortet wird, ohne sich dabei stets der tiefenpsychologischen Beweggründe bewusst zu werden, die zu einer Aversion, zu einer ich-dystonen Reifungskrise führen, weil wir in der Homosexualität etwas vermissen. Diese Distanz zu eigenen sexuellen Orientierung wiederum wertet diese nicht allgemein ab, es ist allein ein individuelles Bedürfnis, eine andere Vollkommenheit spüren zu wollen. Wer dieses Ansinnen aus allein ideologischen Gründen ausschlägt, der stellt sich gegen die Würde des Einzelnen, des Hilfe suchenden Homosexuellen. Im Institut werden Berichte über eine starrsinnige „Umpolung“ genauso kritisch gesehen wie in der restlichen Gesellschaft. Sie werden immer wieder besprochen und hinterfragt, um so zu Antworten zu finden, wie stattdessen jenen adäquat geholfen werden kann, die wiederum ihrerseits in der „queeren“ Szene eine nur einseitige Unterstützung erfahren, welche die tatsächlichen Sorgen und Nöte mit der eigenen sexuellen Orientierung nicht wahrnimmt, sondern sie verdrängt, statt sie ehrlich zu besprechen.

Der Kampf, der gegen die „OJC“ und das Institut geführt wird, ist ebenso weltanschaulich bedingt wie der gegen all jene, die sich unterstützend an deren Seiten stellen, wie der „Christus-Treff“ in Marburg. Das Andringen gegen Akteure setzt den Homosexuellen herab, weil sie die Feindseligkeit in den Mittelpunkt rückt, statt sich mit Hinwendung den ganz menschlichen Problemen zuzurichten, die Homosexuelle in ihrer persönlichen, vor allem seelischen und spirituellen Entwicklung haben. Das ist fahrlässig und verantwortungslos – und es ist schade, dass damit jenen geschadet wird, die eigentlich nur objektive und gleichsam emotionale Zustimmung erfahren wollen.

In diesem Sinne hoffe ich auf eine konstruktive Debatte der eingebrachten Initiative
und grüße Sie herzlich,

[Dennis Riehle]

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Kommentar

Man muss aus der richtigen Fahrtrichtung kommen, um es entdecken zu können, in Wollmatingen beispielsweise, an der Einfahrt der Radolfzeller Straße von der Waldsiedlung in den Ort führend. Da wird missioniert. Und mittlerweile schon in mehreren Sprachen. Jesus ist die Erlösung, Jesus ist die Rettung, Jesus ist der einzig wahre Sohn Gottes. So, oder so ähnlich sollen die Zeilen wohl wirken, entnommen aus den Evangelien, die auf Deutsch, aber auch in Arabisch (o.a.) abgedruckt sind. Ob Matthäus und Markus damals wussten, was mit ihren Aufschrieben passieren wird? Dass damit Muslime angelockt werden sollen, um zum Christentum überzutreten? Gerade in einer Zeit, in der Menschen islamischen Glaubens ohnehin viele Nöte haben und damit anfällig sind für den Aufruf zu einer „Umkehr“? Ist das hinterlistig, was dort gespielt wird? Wenn man vorgaukelt, man sei an jemandem und seinem Glauben wahrhaft interessiert, insgemein aber nur dessen Zwangslage ausnutzend, der vielleicht Hoffnung darin setzt, eher in Deutschland als Asylsuchender anerkannt zu werden, wen auf seinen Unterlagen „Christ“ steht?

Moritz von Egidy hat es passend formulier: „Bekennen kann sich der Mensch zu allem Möglichen und ist es darum noch lange nicht, weder in der That noch im und Wesen, noch im Denken. Sein kann der Mensch nur, was er ist“. Und was der Mensch wird, das entscheidet sich nicht beim Blick aus dem Auto an das Großflächenplakat in Wollmatingen. Das Impressum ist beim Vorbeifahren schwer lesbar, aber die Machart, sie spricht für den „Christlichen Plakatdienst“, ein Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Heilige Schrift zu verbreiten, vor allem in Versen in großen Lettern, die jeden erreichen sollen, dieser Tage aber vor allem Muslime, die aus Sicht von manch einem Christen eben noch an den falschen Gott glauben. Judenmission betreibt man in evangelikalen Kreisen seit jeher bereits mit Nachdruck, weil man den Vätern des Christentums verdeutlichen will, dass da noch etwas kam, nach dem Alten Testament. Die eigentliche Botschaft liegt nach Ansicht dieser Gruppe der Christen im Neutestamentarischen, dort, wo Jesus Christus dann wirklich ins Spiel kommt und zum Erretter, zum Erlöser wird. Und diese frohe Kunde, sie soll nun auch die Moslems erreichen, denen so eine Geschichte von Kreuzigung bis zur Himmelfahrt eines Gottessohnes, für welchen Christen gerade nicht selten zum Heiden gehalten werden, angeblich noch immer fehlt.

Ja, ohne ihn gäbe es das Christentum nicht. Doch gäbe es ohne ihn den „christlichen“ Gott auch nicht? Jesus ist lediglich ein Teil der Trinität, die zweifelsfrei nicht vollständig wäre, wäre Jesus nicht gepeinigt worden und wieder auferstanden. Dieses Wunder, das viele Christen als die tatsächliche Erweckung sehen, auch die ihrer selbst, ragt weit über die anderer Religionen hinweg, so bezeugte es mir erst kürzlich ein Protestant, dem es vor allem darum ging, die Entsendungsworte, also die eigentliche Grundlage für christliche Mission heute, unter die Menschheit zu bringen, womit man in christlichen Kirchen bereits regelmäßig bei der Aufnahme der Kleinsten in die Gemeinschaft beginnt: „Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker. Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret, sie halten alles, was ich euch befohlen habe“ (Matthäus 28,18ff.). Ein Aufruf, der radikal ist. Denn er fordert auf, alle Welt zum Umdenken, zur Bekehrung zum christlichen Glauben zu animieren.

Aber stimmt das auch? Ja, wenn man die Übersetzung ansieht, so passt das in den Kontext der damaligen Zeit, als die Welt kleiner war, als sie in den Köpfen der Menschen nicht derart universell und präsent war wie heute. Niemand dachte wohl nach dem ersten Hype anlässlich dieser neuen Konfession, die noch keine eigentliche Religion im Verständnis der Wissenschaften war, daran, vielleicht sogar gewaltsam jene umzustimmen, die den Erlöser Jesus nicht gesehen, nicht angenommen, nicht in ihr Leben hinein gelassen haben, an den Wahrheitsgehalt dieser Aufforderung. Es ging vor allem um die Erreichbaren, die noch nichts gehört hatten von diesem wundersamen Menschen, der Gott als Sohn auf die Erde nachgefolgt sein soll, und sich noch kein Bild machen konnten, ob ein Glaube mit oder ohne Christus denn nun besser wäre. Sie sollten beeindruckt werden, aber nicht mit der immer alten Leier, sondern, wie schon Goethe es sagte: „Man muss sein Glaubensbekenntnis von Zeit zu Zeit wiederholen, aussprechen, was man billigt, was man verdammt; der Gegenteil lässt’s ja auch nicht daran fehlen“. So wäre es ideal, die Mission. Sich gegenseitig zu ermutigen, seine Religion wiederkehrend zu prüfen und neugierig das Andere kennenzulernen, ohne sich vorschnell überreden zu lassen statt sich erst ein eigenes Bild gemacht zu haben.

Mission sollte bis heute Überzeugungsarbeit sein, die fair abläuft. Sie sollte nicht die Hilflosigkeit derer ausnutzen, die nicht lesen oder schreiben, die eine Sprache nicht verstehen können oder gar psychisch anfällig dafür sind, von Wundererzählungen und falschen Hoffnungen getragen einen Glauben anzunehmen, den sie in seinem vollen Umfange überhaupt nicht begreifen können und schon gar nicht in einem „Crash-Kurs“ für sich in die Herzen lassen können. Denn Mission beginnt nicht auf dem Plakat an der Radolfzeller Straße, sondern im gerechten Austausch über die Erfahrungen mit der eigenen Religion, im Kopf und im Innersten. Da braucht es Begegnungen, Erzählungen und Erfahrungen. Wir können uns berichten, aber nicht um unseres eigenen Willens, sondern stets im besten Geheiß für unser Gegenüber. Ob das tatsächlich auch vorne ansteht, wenn man mit verkürzten Versen des Neuen Testaments auf Arabisch versucht, die Seelen derer zu ködern, die vielleicht heute enthusiastisch Jesus huldigen, weil sie eigentlich von der Aufnahmebereitschaft Angela Merkels überzeugt sind, statt das Christsein zu unterstützten, und morgen merken, dass dieser Glaube gar nicht dem entspricht, wovon sie eigentlich zehren können – das bleibt ungewiss.

Verantwortungslos nenne ich solch ein Vorgehen meiner Mitchristen, die aus ihrer eigenen Euphorie, die nicht selten in eine Ekstase mündet, aus dem sonntäglichen Gottesdienst in die Welt gehen, um verblendet „Gutes zu tun“. Etwas, was nichts mehr mit einem rationalen, mit einem hinterfragenden Glauben zu tun hat, wie ich ihn als selbstkritischer Christ verstehe, zu missionieren versuchen, nur, um das eigene Heil zu finden, sich profilieren zu können und Gott im Abendgebet darüber vermelden zu mögen, wie viele neue Anhänger man denn heute geworben hat – denn mehr als ein Werbeplakat ist auch das nicht, was an der Einfahrt zur Dettinger Straße hängt. Auf dem Weg der guten Leistungen, die dann ins Paradies führen mögen, beweihräuchern wir uns, wie wir uns um den Fortbestand des Christseins verdient gemacht haben, das so zwar quantitativ, aber nicht qualitativ wächst. Solche Vorstellungen sind mittelalterlich, aber gerade in evangelischen Kreisen noch heute als Lehre anerkannt, in denen es nicht nur konservativ zugeht, sondern in denen sich das Menschsein vor allem an den Erfolgen messen lässt, die man auf seinem persönlichen Punktekonto als „Vorzeigechrist“ verbuchen kann. Mission ist dabei besonders beliebt, weil man nicht selten Nichtsahnenden „Storys vom Pferd“ erzählen kann, die nämlich deshalb keinen Glaubensinhalt haben, da man sie nicht nur als die eigene, sondern als die Überzeugung des Gegenübers in dessen Mund legt. Für mich sind Praktiken wie solch recht perfide, Mission nur im besten Sinne als gemeinsames Ringen um eine religiöse Weltanschauung legitim.

Und ehe mich nun wieder böse Briefe erreichen: Nein, nicht alle (!) Missionare sind so eingestellt, nicht jede (!) Mission verwerflich. Und doch muss es im Sinne derer liegen, die eine ernstliche Arbeit betreiben wollen, sich zu unterscheiden und zu distanzieren von plumpen Maßnahmen, über die auf einfachem Wege Menschen zum christlichen Glauben geführt werden sollen, die im Moment Anderes nötig hätten: Bedingungslose Zuwendung, abseits von jeder Religion…

[Dennis Riehle]

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Gedankenimpuls zum „Wort zum Sonntag“ des 12.08.2017

Immer, wenn ich etwas von Sternen höre, da fühle ich eine Atmosphäre, die Matthias Claudius in seinem Lied „Der Mond ist aufgegangen“ beschreibt. Sie erinnert mich an meine Kindheit – und ja, auch dort ist der Ursprung dieser Wünsche, die wir gen Himmel schicken, wenn wir die „Sternlein“ herabfallen sehen und in die Weite die Hoffnung schicken, dass große und kleine Erwartungen Wirklichkeit werden.

Wie viele von uns sind im Erwachsenenalter diese „eitlen“ und „armen Sünder“, die nur „Luftgespinste spinnen“, wie es Claudius in 482,4 EG formuliert. Wir haschen nämlich diesen übermächtigen Träumen nach, die uns wegbringen „von dem Ziel“, das laut des Liedmachers Gott ist. Eigentlich wissen wir darum, was gut und böse ist. 1. Mose 3,22 macht diese Fähigkeit deutlich – und doch werden wir gierig mit der Zeit, entfernen von uns dem, was wir als Kinder an so ehrlichen Wünschen gedacht haben, als die Sternschnuppe den Himmel entlang gezogen ist. Gesundheit für die Mama, mehr Zeit für den Papa, dass die Oma besser laufen kann.

Und heute? Da bestaunen wir nicht einmal mehr den Sternenhimmel. Wir warten nicht, bis der Mond aufgegangen ist. Sondern wir hasten den ganzen Tag nach diesen überheblichen Anforderungen, die wir nicht selten auch Gott gegenüber zum Ausdruck bringen. Mehr Wohlstand, mehr finanziellen Rückhalt, eine größere Wohnung. Es sind die materiellen Dinge, nicht die existenziellen, die uns prägen und die wir vom Allmächtigen erbitten.

Zwar lebt der Mensch nicht vom Brot allein. Aber eben auch nicht von seiner eigens entwickelten Ungläubigkeit, denn wir wissen, dass die Sehnsucht nach dem Mehr ein Trieb unseres heutigen Zeitgeistes ist. Nicht ihn zu befriedigen, sondern mit einem reinen Herzen am Fenster zu stehen und uns zu fragen: Was brauchen wir wirklich? Glaube segnet uns dann, wenn er ernstlich gelebt wird. Mit einer kindlichen Naivität, die uns nicht „gescheit werden“ lässt, sondern bewahrt vor diesem Abgehobensein unserer Gegenwart.

An den Sternschnuppen macht sich offenbar, ob wir wirklich glauben – oder ob wir den Glauben missbrauchen, um unsere Unrast zu stillen. Sie nimmt uns unsere Gelassenheit, unser Vertrauen darauf, dass Gott es richten wird. Auch den Wunsch, den wir in den Himmel schreiben, wenn die Gestirne zu uns hinabkommen. Wenn der Schweif zum Zeichen wird, dass Gott sich unserer tatsächlichen Nöte annimmt und nicht zum Stellvertreter für unsere Daseinsvorsorge wird. Wir sollten nicht zu lange überlegen, was wir uns erbitten. Im Gebet werfen wir unsere Gedanken vor Gott. Spontan ist es meist am aufrichtigsten. Und das wünsche ich uns auch, wenn die nächsten Stürme von Sternschnuppen die Dämmerung erleuchten, die Claudius sieht.

Geheimnisvoll wie die Sterne, so steht der Mond am Himmel. Für beide gelten die Worte des Liedschreibers: „So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehen“ (Str. 3). Das ist Glaube, das ist Hoffnung und Trost, egal, womit wir uns vor die Gestirne stellen, die Gott dort platziert hat. Als ein Werkzeug, um ihn erlebbar zu machen. Und ihn im Sinne des Heiligen Geistes erfahrbar werden zu lassen. Öffnen wir unsere Herzen, „wie Kinder fromm und fröhlich“ (Str. 5), blicken wir nach oben und wenden uns ihm zu – auch, aber nicht nur, wenn die nächste Sternschnuppe fällt.

[Dennis Riehle]

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Leserbrief zu
„Spaghetti-Monster – Kirche scheitert vor Gericht“, „stern“ 32/2017

Ich selbst war Atheist, aber heute bin ich in die evangelische Kirche zurückgekehrt. Unter anderem auch wegen Aktionen wie die des „Fliegenden Spaghetti-Monsters“. Säkulare machen sich nicht selten lustig über die Religion, vor allem auch über den persönlichen Glauben des Einzelnen, der aus meiner Sicht unantastbar ist.

Natürlich könnte man argumentieren, dass auch die Überzeugung an solch eine Eigenkreation der „Pastafaris“ einem Gott in Nichts nachstünde, sind sie doch beide nicht belegbar. Und doch gibt es laut Oberlandesgericht Brandenburg nun eine verbindliche Messlatte: Es muss etwas Göttliches sein, das eine Religionsgemeinschaft ausmacht.

Und ich finde das richtig so. Denn mit irdischem Geplänkel hat der Glaube an eine höhere Macht im Sinne einer spirituellen Tiefgründigkeit und einer eigenen Lehre, die nicht nur satirisch von einer real existierenden Glaubensgruppierung abgeschrieben wurde, nichts zu tun. Man muss schon mehr vorweisen, um in den Genuss staatlicher Rechte zu kommen, als ein paar Buchstaben zu vertauschen und an die Stelle eines Gottes ein Nudelgesicht zu setzen.

Eine Veralberung des Gottesglaubens ist zwar mit der Meinungs- und Gewissensfreiheit vereinbar, den Status einer Religion kann sie aber solange nicht erreichen, wie es an substantiellen Inhalten fehlt, die schützenswert sind. Und ob der freitägliche Genuss der Bolognese-Soße ein anerkennenswertes Gut ist, bleibt mindestens ebenso fraglich wie das Wunder, nach Genuss von Hochprozentigem eine himmlische Ekstase zu erleben.

[Dennis Riehle]

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Zwischenruf

Warum spricht das Glaubensbekenntnis eigentlich nicht von der Hölle? Wir sprechen stets vom Himmel, doch gibt es da ein Pendant, ein Fegefeuer, wie wir es uns vorstellen, das die aufnimmt, die auf Erden sündig geblieben und keine Vergebung erfahren haben? Und wenn es so etwas wie die Glut gibt, in der wir schwitzen müssen, wenn wir uns gegen die Gebote verhalten haben, wann ist die Grenze überschritten zum Eintritt in den Himmel? Ist nach sechs, zehn oder hundert Sünden Schluss? Oder woran hängt es, dass wir eben keinen Zugang zu Gott auf seinen Wolken sitzend mehr erfahren dürfen? Wird uns die Auferstehung versagt, wenn wir uns aus der Gemeinschaft all der Gläubigen ausschließen? Verbannen wir die Hölle aus unserem Gedächtnis wegen des eigenen schlechten Gewissens? Und unter anderem deshalb, weil wir nicht verstehen, was hier wie da, im Himmel und in der Hölle, eigentlich geschieht – und das „zu richten die Lebenden und die Toten“ der Hinweis in unserem Credo ist, den wir da mutlos ausblenden?

Es gibt sicher viele theologisch kluge Antworten darauf, doch habe ich stets meine Schwierigkeiten damit, wenn sie von der ein oder anderen Seite zu beeinflussen versucht werden. Da gibt es die Strengen, die offenbar Konservativen, die darauf beharren, dass es eine Hölle geben muss. Denn einige Christen sind ja bis heute der Ansicht, dass wir uns den Himmel erst verdienen müssen. Andere wiederum sagen, dass wir alle Gnade erlangen werden, Christus hat für uns bereits die Leiden vergeben, nun müssen wir uns nicht mehr anstrengen und uns nicht fürchten, in die Hölle kommen müssen. Doch was stimmt nun von diesen Sichtweisen, die verwirren, ja, sogar Ängste erzeugen können und mit denen manch Unwesen getrieben wird, auch unverantwortliches und unnötiges Leid?

Die Bibel gibt uns Hinweise darauf, wie wir all das verstehen sollen, was in unserer heutigen Zeit so altmodisch klingen mag. Wer glaubt noch an die Bilder, die uns in Kirchen und auf Gemälden einen Eindruck geben wollen von diesem Augenblick, dieser Qual in einem Schattenreich, das uns ausgemalt wird als das Inferno der Tiefe. Matthäus spricht in Kapitel 8, Vers 12 vom bekannten „Heulen und Zähneklappern“, das typische Feuer und der Tag vor dem Gericht finden sich ebenso beim Evangelisten in Kapitel 5, Vers 22ff. und Kapitel 10,15. Während Luther die Hölle vor allem als die „Totenwelt“ ansah, sind es gerade neue Übersetzungen, die die Hölle nicht alttestamentarisch als spirituellen, sondern als örtlichen Moment verstehen. Es gibt immer wieder Streit um die eigentliche Existenz eines solchen Gegenübers des „Himmels“, das zwar im Sprachgebrauch alltäglich, in unseren Gedanken aber fern ist. Gerade die evangelische Kirche hegte seit dem Augsburgischen Bekenntnis große Zweifel an der Pein des Gerichtes, während die katholische Kirche in ihrem Katechismus in Artikel 12 weiterhin darauf verweist, an all jene, die die Barmherzigkeit Gottes nicht ersehen wollen, dass sie „in Todsünde sterben“ werden.

Ja, ich glaube durchaus an Himmel und Hölle. Aber nicht derart plakativ und auch nicht in dem Kinderglauben der bunten Zeichnungen, die auch ich früher gemalt habe, als der Religionslehrer uns dazu aufforderte, diese beiden so kaum greifbaren, unirdischen Begriffe auf Papier zu bringen. Er kann zwar reizvoll sein, ist aber vielleicht doch zu blumig, um manch eine Wahrheit auszusprechen. Ich bin eher davon überzeugt, dass es nicht ein Ort aus Flammen sein wird, der einem (Jüngsten) Gericht ähnelt. An dem wir nochmals unsere Sünden vorgebracht bekommen, um in uns zu gehen und mit uns zu ringen, bevor wir dann tatsächlich vom lodernden Licht in die Dunkelheit wandern. Viel eher wird dort befunden, ob wir uns doch einlassen auf die zweite Chance, die uns von Jesus gegeben wird: Können wir doch noch Buße tun, uns überwinden und bekennen? Diese Frage wird uns prägen, sie wird uns nicht loslassen. Sie muss ernst gemeint sein und sie wird uns abverlangen, ein wahres Gesicht zu zeigen. Doch sind wir dazu bereit?

Das ist das „Schmoren“, das uns verheißen wird. Schaffen wir es, geläutert zu werden, wie es das „Purgatorium“, das Fegefeuer, es uns vorhersagt, ehe wir nochmals die Möglichkeit erhalten, für uns selbst Frieden zu finden? Denn nicht die Verdammnis ist das Ziel, an das Gott uns bringen möchte, er will, dass wir in seinem Himmelreich das Paradies erfahren. Aber nicht jeder kann seine Schuldhaftigkeit wirklich ablegen, „über seinen Schatten springen“ – und Gott wird niemanden dazu zwingen. Es entscheidet sich vor seinem Angesicht, ob wir Reue zeigen und tatsächlich dazu bereit sind, die Reinigung unserer Seelen anzunehmen und an ihr mitzuwirken. Uns zu befreien von einer Last, es kann hilfreich sein. Nicht nur nach dem Tod.

Viel eher wird bereits auf Erden deutlich, ob wir unser Leben in der Sünde abschließen wollen. Oder bitten wir darum, dass uns Gott erlöst von der schweren Last, die wir mit uns ins Grab nehmen? Es ist niemals zu spät, eine Umkehr einzugehen. Denn auch wenn Christus für uns den Sühnetod gestorben ist, so ist die Annahme unseres Geistes durch Gottes Gerichtsbarkeit keinesfalls gesichert. Natürlich bleibt seine Liebe bedingungslos, ebenso wie seine Bereitschaft, Sünde von uns zu nehmen. Es kostet nichts, außer das aufrichtige und gläubige Bekenntnis dazu, dass wir unsere Schuld anerkennen. Wir werden nicht gerichtet, dass wir etwas falsch gemacht haben, sondern befreit. Es fehlt nur die Hingabe, mit der wir verdeutlichen: Ja, wir sind Sünder und nehmen an, dass wir gar nicht ohne Schuld leben können.

Das Fegefeuer als der Durchgang zur Hölle, an der noch eine Abzweigung denkbar ist, als der Augenblick, indem wir Menschlichkeit zeigen dürfen. In welchem wir kundtun können, dass wir verstanden haben: Als Gottes Ebenbilder gibt es keine Unfehlbarkeit. Denn wir sind nur seine Kinder, wir treiben Unfug und sind sogar in der Lage, schwerste Vergehen und damit große Verantwortung über uns zu bringen. Selbst der Mörder wird einen Platz im Paradies finden können, viel eher als der, der einen Apfel gestohlen hat. Ja, ja wenn der Eine wahrlich zu seinem Verbrechen steht, während der Andere seine Missetat leugnet. Die Hölle als Strafe dafür, dass wir verleugnen. Dass wir selbst im Angesicht Gottes nicht dazu bereit sind, im Vertrauen auf ihn von unserer hiesigen Arroganz abzulassen.

Unsere Seelen sind unruhig, wenn wir nach dem Tod begreifen, was sich in unserem Leben an Steinen angesammelt hat, die wir mit uns schleppen. Nein, nicht wie das Kreuz Jesu, der schuldlos verurteilt wurde, sondern aus der Schwere der Sünde, die wir letztlich zu ertragen haben. Müssen wir in der Ewigkeit mit diesem Ballast umherirren, in dieser Verdammnis, in dem endlosen Tunnel der Finsternis, die uns wahnsinnig werden lässt, aber gerecht demjenigen gegenüber sein kann, der sich stets als der Unbefleckte gab und zurückwies jede Übertretung von Gottes Gesetzen. Der ohne Gewissen ist und im Rückstand seiner Menschwerdung verharrt, die wir tatsächlich erst spüren, wenn uns der Rucksack genommen wird. Nicht Milch und Honig genießen wir im Himmel, sondern die Freiheit des Schwerelosen. Wir haben abgeschlossen mit unseren weltlichen Schandtaten, weil wir uns nicht gerechtfertigt haben, sondern reuige Sünder sind. Wer vermag sich schon heute solch eine Errettung, so eine Erlösung nur vorstellen?

[Dennis Riehle]

Veröffentlicht unter Glaube.

Zwischenruf

Überbehütung – ein Modewort oder vielleicht doch ein tatsächlicher Aufreger? Eltern nehmen ihren Kindern nahezu jede Entscheidung ab, lassen sie selbst dann nicht allein aus dem Haus, wenn sie sich der Volljährigkeit nähern oder bereits in der Ausbildung stehen. Ja, wir haben heute ein übersteigertes Sicherheitsbedürfnis, haben Angst vor allen möglichen Gefahren, fürchten gar, dass das eigene Kind auf dem Weg zur Schule gar einem Terroranschlag zum Opfer fallen könnte – während die Wahrscheinlichkeit für einen Autounfall deutlich höher ist. Absichern – das ist nicht nur in der Politik zu einem beliebten Sport geworden. Zumindest so tun, als ob man mithilfe von Aktionismus etwas erreichen könnte. Airbags links, rechts, hinten und vorne – überwachen, beobachten, überprüfen. Nicht nur unsere Kinder werden Opfer einer Ideologie der vollkommenen Mutlosigkeit.

Dieses Bild transportieren wir auch in unsere Vorstellung des fürsorglichen Gottes. Wie ein Hubschrauber möge er um uns kreisen, uns vor allem Leiden bewahren und das Übel möglichst von uns fernhalten. „Als „Helikopter-Gott“ wurde er gar schon bezeichnet, wie die Eltern, die ihre Kleinsten auch im Erwachsenenalter noch nicht loslassen können. Aus einem theistischen Verständnis, Gott könne jederzeit in die Welt eingreifen, formulieren wir die Erwartung, dass er dies bei seiner Allmacht doch bitte auch tun sollte. Entsetzt ziehen wir uns in der „Theodizée“-Frage zurück, warum Gott nichts unternimmt, um uns vor Erdbeben zu schützen, uns davor zu bewahren, dass wir uns gegenseitig im Krieg zerstören, vor einem Verlust unseres Nächsten durch Unglück oder Krankheit einzuschreiten oder endlich Wasser zu liefern für die Kinder auf der ganzen Welt, die er verdursten lässt – obwohl es doch anders möglich wäre, so meinen wir.

Es ist heute angesehen, wenn wir unsere Kinder in Watte packen. Das bedeutet, dass uns unsere Kleinsten wichtig sind. Dass wir alles Menschenmögliche dazu beitragen, damit sie von der Grausamkeit des Alltages nichts mitbekommen. Von Konflikten halten wir sie fern, sie könnten ja Schaden nehmen. Und im Erwachsenenalter wundern wir uns darüber, dass sie eben nicht erwachsen sind. Sie haben Angst vor dem Leben und fürchten sich vor dem, was sie herausfordert. Sie haben nicht gelernt, dass Krisen auch aus eigener Kraft bewältigt werden können. Sie setzen im Studium noch darauf, dass der liebe Gott nach einem Stoßgebet die fehlende Vorbereitung auf die Klausur wettmachen und gute Noten vom Himmel schmeißen möge. Schuld sind dann meistens die Anderen, die es nicht gut mit uns meinen, der strenge Professor, die unempathischen Freunde, die nörgelnde Mutter. Und wenn es ans Eingemachte geht, dann ist Gott es, den wir verantwortlich machen. Denn er hätte es ja anders machen können.

Gott hat uns die Fähigkeit gegeben, zwischen dem Guten und dem Bösen zu unterscheiden (1. Mose 3,22). Ja, Krankheit, Gewalt und Armut sind auf den ersten Blick böse, sie erscheinen uns auch völlig sinnlos. Wir sind es nicht gewohnt, mit der Dramatik unseres Daseins konfrontiert zu werden. Wir haben diese Gabe verloren, selbst Entscheidungen zu treffen und Erkenntnisse darüber zu gewinnen, was Gott mit seinen „unergründlichen Wegen“ tatsächlich meint. Denn wir haben eine andere Vorstellung von ihm: Auf einen Fingerschnipp soll er doch bei uns sein, „wünsch dir was“, der Zauberer mit dem Rauschebart, der uns Träume erfüllt, sind wir doch seine Ebenbilder. Dann müssen wir uns nicht anstrengen, auch über unsere Eigenverantwortlichkeit nachzusinnen. Nein, für den Vulkanausbruch können wir wirklich nichts, auch auf die Immunerkrankung der Tochter scheinen wir eher keinerlei Einfluss zu haben. Gleichsam wie auf den unverschuldeten und tödlichen Unfall eines Angehörigen im Straßenverkehr. Doch wie viele der Nöte, die wir ertragen müssen, sind letztlich nur hausgemacht? Warum sollte Gott uns aus diesen Schlammasseln befreien?

Kaltherzig ist er immer dann, wenn die Tragweite unseres Handelns unser eigenes Vorstellungsvermögen überschreitet. Nach den Anschlägen des 11. Septemberg 2001 bat die BILD-Zeitung in großen Lettern, Gott möge uns beistehen. Ja, wenn wir ihn brauchen, soll er da sein. Tatsächlich mutet es ein wenig an, wie in der Kindertagesstätte: Wenn etwas nicht klappt, das Essen nicht schmeckt, wenn das Spielzeug kaputt geht oder ich mir den Finger gebrochen habe, dann schreie ich. Ja, in diesem Alter kann ich es nicht anders, denn meine Fähigkeit, selbst einzuschätzen, was gut und böse ist, sie fehlt mir einfach. Die Freiheit zu haben, nicht auf Andere angewiesen zu sein. Aber wofür brauchen wir Gott dann überhaupt noch? Doch diese Frage ist schon in ihrem Ansatz falsch. Denn wir benötigen ihn nicht. Viel eher ist er einfach nur da, ob wir es nun gerade spüren – oder nicht. In einem Segen bitten wir, dass er um uns sein möge, dass er seinen Schutz halten möge, dass wir nicht fallen. Er möge ihn über uns und vor uns ausbreiten, hinter uns und neben uns. Und das macht Gott auch, aber eben nur für den alleräußersten Notfall. Wir können nicht tiefer fallen als in seine Hand, so singen wir es auch. Doch ist es nicht gleichzeitig eine wunderbare Vorstellung, dass Gott uns etwas zutraut?

Wir empfinden Leid und Herausforderung, Nöte und Qual als das Böse. Doch will Gott uns wirklich schaden, wenn er uns einem schweren Krebsleiden aussetzt, wenn er uns in die Arbeitslosigkeit rutschen lässt oder uns vor die Scheidung von unserem Partner stellt? Nein, er möchte, dass wir wachsen. Und das kann nur funktionieren, wenn wir in Freiheit leben dürfen. In der Freiheit, selbst zu wissen, was Gott mit uns vor hat. Er ist immer wieder eine Zumutung und eine Verwunderung gleichermaßen – und doch fühlen wir, wenn wir ernstlich darüber nachdenken, ob er nun strafen will oder einfach nur helfen möchte, dass wir aus uns heraus die Kraft nehmen können, Schwierigkeiten unseres Lebens selbst zu bewältigen. Um aus der Krise gestärkt hinaus zu gehen, braucht es zuerst die Erfahrung, unten angekommen zu sein. Wäre es tatsächlich besser, wenn alles auf der Welt nur gut wäre? Nein, niemand kann verstehen, warum das Böse derart zuschlägt, wie wir es gerade momentan wieder erleben. Und doch kann sich die Parabel über Gottes Liebe nur erschließen, wenn wir nicht allein das Übel ersehen. Als Christen glauben wir an die Auferstehung, nicht an den Tod. Zweifelsohne fällt es uns schwer, den Lichtblick zu erkennen, falls ein Elternteil gestorben ist, wenn wir nicht wissen, wie wir die nächste Rechnung zahlen sollen oder wenn die Untersuchungsergebnisse so lange auf sich warten lassen.

Dabei erfahren wir diese Momente der Hoffnung täglich. Trotzdem – und genau deshalb – werden wir auch das in der Freiheit und im Selbstbewusstsein, das Gott uns mit der Verheißung, in der Lage zu sein, entscheiden zu können, noch lernen. Denn ist der Gruß des Nachbarn selbstverständlich, der uns auf die Schulter klopft und uns rasche Genesung wünscht? Ist es zu erwarten gewesen, dass tausende Menschen gegen Krieg und Gewalt auf die Straße gehen, während die Bomben fallen? War es normal, dass unsere beste Freundin gerade in dem Augenblick anklopfte, in dem wir den Sinn für das Leben verloren haben? Manchmal genügt es, wenn wir uns auf die Suche nach dieses Ereignissen machen, in denen sich Gott uns als der Retter offenbart. Da sitze ich auf einer Bank und genieße die Stille mit einem Blick in die Weite. Da lausche ich der Musik des Untermieters, der sein aktuelles Stück übt und mir damit den Nachmittag verschönt. Und da genieße ich es, dass mich mein Bruder zu einem kühlen Bier eingeladen hat und wir wieder einmal einen Männer-Abend zusammen verbringen.

Mir berichtete ein ehemaliger Insasse eines Gefängnisses, dass es der freundliche Wächter war, der morgens zum Aufwecken kam – und nicht nur die Zellentür mit einem großen Rums öffnete, sondern ein fröhliches „Guten Morgen“ in die Zelle warf, das ihn dort nicht verzweifeln ließ. Und kürzlich erlebte ich diese Frau, die von Metastasen geplagt nicht mehr lange zu leben hatte, die mir vorschwärmte, wie ihr die Krankenschwester jeden Nachmittag ein kleines Stückchen Pflaumenkuchen mit Sahne organisierte. Und nicht zuletzt erinnere ich mich an einen guten Freund, dem nach einem Brand seines Hauses eigentlich nichts mehr blieb. Aber nachdem er sich nochmals auf die Suche in den Trümmern machte, da fand er ein Bild von seiner Frau und ihm am Hochzeitstag. Es war angeschwärzt, aber nicht vollständig zerstört. War hier also Gott im Spiel? Ja, wenn wir uns darauf einlassen, dass wir nicht nur das Böse sehen, sondern ehrlich zu uns sind und auch eingestehen, dass Gott seine Güte zeigt. Nicht so, wie die Welt sie uns gibt, sondern in Anlehnung an Johannes 14,27, so, wie Gott selbst sie uns schenkt.

Wenn wir begreifen, dass Gott uns auf diese Erde gestellt hat, damit wir sie uns nicht nur untertan machen, sondern vor allem, um als seine Kinder erwachsen zu werden und die Reife zu erlangen, das Leid auch als Chance zu sehen, Heilung erfahren zu dürfen und zu können, indem wir wach und gleichsam aufmerksam die Augen nach seiner Gnade offenhalten, dann werden wir ihm Vertrauen geben, ohne ihn kontrollieren zu müssen. Denn unsere Erwartungen sind unnötig, weil Gott uns viel mehr zutraut, als wir es selbst tun. Er muss nicht um uns schwirren, damit wir den Alltag meistern. Das Wissen um seine Gegenwart, immer dann, wenn wir sie tatsächlich brauchen, nämlich dann, wenn wir sie gerade nicht einfordern, ist in unserem Hinterkopf. Sie gibt uns Sicherheit in dieser Freiheit, uns als eigenständige Wesen entwickeln zu können. Wir werden die Zuwendung Gottes dann erfahren, wenn sie vollkommen überrascht. Wenn wir nicht mit ihr rechnen, weil sie oftmals so klein und für uns so selbstverständlich ist. Er lädt uns ein zu einer Achtsamkeit, sein Antlitz funkelt oft symbolisch durch das Tägliche. Geben wir dem Guten die Möglichkeit, in unserer Welt der scheinbaren Verdammnis neue Hoffnung zu spenden.

[Dennis Riehle]

Veröffentlicht unter Glaube.

Leserbrief zu
„Gott kann jetzt jeder“, idea Spektrum“ 31/2017

Ich habe mich immer zurückgehalten, wenn es um die oftmals so strapazierte „Offenbarung“ geht. Bei jeder Katastrophe wurde das Ende der alten und der Beginn der neuen Welt gesehen. Doch wird diese Umwälzung tatsächlich so spektakulär ausfallen, wie es die Bibel beschreibt?

Nicht vielleicht eher in einem langsamen Prozess, der dadurch sichtbar wird, dass wir wahrhaftig davon überzeugt sind, Gott ist nicht mehr Gott, sondern wir sind es, die mit der Schöpfung spielen? Wir zerstören sie nicht nur durch unsere Einwirkung auf Natur und Umwelt, viel eher überschreiten wir diesen hochsensiblen Bereich der Biotechnologie, der Schaffung und Gestaltung von Leben reguliert.

Doch wie sieht unsere Erde aus, wenn nicht mehr eine unabhängige Macht dafür sorgt, dass die Interessen aller an erster Stelle stehen, sondern eine Welt realistisch wird, in der durch Macht, Bildung und Karriere ausgesuchte Menschen entscheiden, welche Kriterien ein wertvolles Leben ausmachen und den Fortbestand und Erfolg ausschließlich für Ausgewählte sichern?

Wenn nicht mehr Gott es ist, der das Beste für jeden von uns möchte, dafür aber Computer, Technik und Forschung selektieren, moderieren und „evolutionieren“? Es scheint an der Zeit, nicht mehr allzu sparsam mit der Vorsehung einer Offenbarung umzugehen, sondern der Menschheit zu attestieren, dass sie sich gerade selbst einholt.

[Dennis Riehle]

Veröffentlicht unter Glaube.