Pressemitteilung
Konstanzer Autor veröffentlicht sein drittes Buch, diesmal zum Zeitgeschehen

Konstanz. „Provocabo!“ – Was für den Lateiner ein unvollständiger Satz zu sein scheint, das ist für den Konstanzer Autoren Dennis Riehle die Betitelung seines dritten Buches, das soeben erschienen ist.

In einer Sammlung aus unterschiedlichen Textformen vom Leserbrief über Meinungsäußerungen, Kommentare, Zwischenrufe und freie Schreiben fasst der 32-Jährige ausgewählte Gedanken zu aktuellen Themen, oftmals auch zu solchen, die eher im Hintergrund stehen und unbeachtet sind, aus den vergangenen Jahren zusammen Sie drehen sich allesamt um Themen wie Gott und die Welt, die Politik und die Ethik, das Soziale und die Gesellschaft.

Die Besonderheit an der Auswahl der Beiträge ist der erkennbare Verlauf von Positionen, die sich mit der Zeit auch ändern können, die gleichsam aber auch von einem Roten Faden über Jahre hinweg als Fundament der eigenen Überzeugungen unabänderlich sein dürfen. Riehle gibt in seinen Beiträgen auch viele persönliche Details bekannt, die das Lesen spannend und abwechslungsreich gestalten.

Gemäß des Titels will Riehle provozieren, will er mit anstößigen Haltungen auch zu einem Diskurs herausfordern und fragen, inwieweit „Mainstream“ und populistische Äußerungen dieser Tage hingenommen werden müssen – oder ob man sich trauen darf, mit eher wenig anerkannten Standpunkten ein Pendant zu den zeitgeistigen Mehrheitsmeinungen zu setzen.

Das auf 156 Seiten übersichtlich gestaltete und angeordnete Buch soll Auftakt von wiederkehrenden Sammlungen von Textbeiträgen werden, die Riehle über die Zeit einzeln veröffentlicht hat, die in einer solchen umfassenden Ballung bisher aber nicht publiziert wurden. Sie erlauben das hintereinander Weglesen von verschiedensten Genres, humorvoll, ernst und mit wechselseitigen Bezügen.

Der Autor freut sich in seinem Nachwort auch auf den Austausch mit den Lesern und lädt zur Debatte ein. Besonders traurig fände er es, wenn sich die Menschen nicht über manche Haltung aufgeregt hätten oder keinen Anlass sehen würden, über die Veröffentlichung zu streiten, meint Riehle in seinen Gedanken, die um den Inhalt ranken.

Riehles Buch ist das mittlerweile dritte, die vorherigen hatte er zum Thema „Gebet“ und über die eigene Zwangserkrankung als autobiografisches Sachbuch bereits auf den Markt gebracht.

Hinweis:
Riehle, Dennis: „Provocabo!“ – Gedanken über Gott und die Welt, Politik und Gesellschaft. BoD. Norderstedt: 2017. ISBN: 9783744895033. Zu beziehen im Buchhandel oder auf www.bod.de, auch als „eBook“.

[Dennis Riehle]

Pressemitteilung

Konstanz. Der ehemalige Sprecher der Humanistischen Alternative Bodensee (HABO), Dennis Riehle, ist in die evangelische Kirche zurückgekehrt. Zu seinem Wiedereintritt wurde er in seiner Heimatgemeinde in Litzelstetten im Rahmen eines Gottesdienstes begrüßt. Der 32-Jährige hatte 2012 die Kirche verlassen und anschließend den Zusammenschluss säkular orientierter Menschen gegründet, der sich unter anderem für kirchenkritische Beiträge im Veranstaltungsprogramm des Konstanzer Konziljubiläums stark machte. Den Wiedereintritt begründet Riehle mit den Erfahrungen in der atheistischen Szene, die ihn in den letzten Jahren geprägt hätten.

„Ich war zu keinem Zeitpunkt dem Glauben fern, aber zwischenmenschliche Erfahrungen in der Kirche, auch manch eine Lehrmeinung und Dogmatik, gleichsam wie die Frage nach der Anwesenheit Gottes in schwierigen Augenblicken und die Zweifel an Überlieferungen wie der Auferstehung oder der Jungfräulichkeit Marias waren Gründe, die mich entfernt hatten von der christlichen Überzeugung, nicht aber von dem Respekt gegenüber der friedlichen Weltanschauung des Einzelnen“, so Riehle, der mit dem „Evolutionären Humanismus“ durch die Erlebnisse in fünf Jahren der Zugehörigkeit zu mehreren säkularen Organisationen hart ins Gericht geht: „Wenn sie ehrlich sind, kommen auch Atheisten nicht ohne einen Glauben aus. Und wer meint, nur auf Tatsachen setzen zu können, der verkennt die Begrenztheit des menschlichen Verstandes. Unter vielen Humanisten herrscht eine emotionale Kälte, die sich auf das alleinige Vertrauen auf Technik, Digitalisierung und die Vernunft begründen lassen dürfte. Besonders entsetzt hat mich das oftmals arrogante Verhalten, zu meinen, sich mit dem Berufen auf die wissenschaftliche Wahrheit über die Unantastbarkeit des Glaubens Andersdenkender hinwegsetzen zu können“.

Riehle bemängelt auch die fehlenden Antworten der Atheisten: „Evolution, das beeindruckt heute kaum noch, weil sie gerade dort den Menschen nicht entgegenkommt, wo sie Sehnsüchte verspüren. Und die alleinige Kritik an der Religion, das ist kein gesellschaftliches Konzept, sondern lediglich der Beleg für die Leere der ganz eigenen Überzeugung. So könnte ich ganze Vorträge halten und Bücher über die Erfahrungen bei den Säkularen verfassen“. Warum Riehle gerade jetzt in die Kirche zurückgekehrt ist, weiß er nicht genau: „Ich habe es vermisst, über meinen Glauben streiten zu können. Es geht nicht darum, Lösungen für die Probleme zu finden, die uns alle plagen. Leid und Unfriede sind eben nicht mit dem Bild des gütigen Gottes vereinbar. Ich habe deshalb auch lange mit mir gerungen, um zu einer neuen Sichtweise auf seine Allmacht finden zu können. Die Freiheit des verantwortungsvollen Christen ist dabei in den Mittelpunkt gerückt. Und mit dieser Erkenntnis, aber auch der Bereitschaft zu vergeben und einen Neustart mit der Kirche zusammen zu wagen, war dann ein Wiedereintritt möglich“.

Die HABO hat sich mittlerweile aufgelöst. Riehle will sich aber dennoch auch fortan weltanschaulich engagieren. Insbesondere möchte er den Dialog von Menschen unterschiedlichen Glaubens fördern, innerhalb und außerhalb der Kirche. „Ich bin ein liberaler Christ, aber dennoch habe ich einige konservative Standpunkte. Und so geht es sicherlich Vielen. Jeder bringt seine Gemeinsamkeiten mit anderen, mehr und weniger gläubigen Menschen mit, aber auch Unterschiede. Das macht es spannend – und im neugieren Austausch lassen sich viele Vorurteile entkräften, aber gleichsam andere Sichtweisen entdecken und möglicherweise gar Erklärungen finden, die bei eigenen Zweifeln weiterbringen. Verständnis füreinander aufzubringen, ohne seine eigene Identität aufzugeben, das müsste doch das Ziel jedes Menschen sein, der ein friedliches Miteinander befürwortet“, meint Riehle – und überlegt bereits, welche Projekte sich mit diesem Credo verwirklichen lassen.

[Dennis Riehle]

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Erfahrungsbericht

Wie soll ich mir die Auferstehung Jesu tatsächlich vorstellen? Warum soll gerade er denn nun dieser Sohn Gottes sein? Und wie ist er in den Himmel aufgefahren? Lange Zeit sprach ich das Glaubensbekenntnis mit, ohne mir wirkliche Gedanken darüber zu machen, was ich dort eigentlich wiedergebe. Und überhaupt: Warum greift Gott nicht in das Geschehen der Welt ein, wenn man ihn am meisten brauchen würde? Die klassische Theodizée-Frage erreichte mich nicht umsonst, als ich selbst merkte, dass die Kirche keinesfalls der Ort von Heiligkeit ist, für den ich ihn lange gehalten hatte. Ausgrenzung aufgrund sexueller Orientierung, wegen seelischer Probleme, ein wahrlicher Spießrutenlauf durch die zahlreichen Anfeindungen von Geistlichen und auch Laien waren irgendwann zur Tagesordnung geworden. Und ich zweifelte tatsächlich: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“. Gesundheitliche Leiden plagten mich, der soziale Halt, den die Gemeinde geboten hatte, war verschwunden – und ich spürte, dass auf keines meiner Gebete noch eine Antwort kam.

Dabei hatte ich über viele Jahre eine Menge guter Erfahrungen gesammelt. Mit großer Freude die Ausbildung zum Prädikanten und in der Seelsorge absolviert, in der Gemeinde viel Sinnstiftendes erlebt, Gottesdienste gestaltet, Konfirmanden unterrichtet, Andachten gehalten. Doch plötzlich war ich für die Jugendarbeit nicht mehr der Richtige, war die Citypastoral kritisch geworden, weil ich die katholischen Vorgaben nicht hinnehmen wollte – und diejenigen Mitchristen, denen ich noch vor ein paar Wochen freundschaftlich begegnet bin, wechselten unverhohlen die Straßenseite, ohne mich eines Blickes zu würdigen. Wie sollte also ein theistischer Gott aussehen, der hierbei tatenlos bleibt, zusieht, ohne ein Zeichen zu senden? Jahre ließ ich vergehen, die Skepsis wurde immer größer. Schlussendlich die Frage: Kann ich weiterhin einem „Verein“ angehören, der mich offenbar nicht will und dessen Grundlagen ich mittlerweile kaum noch überzeugt mitgetragen habe, lediglich aus dem Umstand, weil „man“ es eben so macht? Die Antwort kam eines Nachts: Am nächsten Morgen unterschrieb ich meine Austrittserklärung aus der Kirche – und erlebte einen befreienden Moment.

Recht engagiert orientierte ich mich neu: Humanismus sollte es sein. Über ihn hatte ich mich bereits im Vorfeld informiert und war begeistert von den Überlegungen, die er teilte. Der Einstieg in die säkulare Szene fiel somit leicht, öffnete ich mich doch den Weltanschauungen zwischen Atheismus und Freidenkertum, um zu erfahren, wo künftig meine eigene Heimat sein sollte. Zweifelsohne ist es in einer sich anscheinend kirchenferner entwickelnden Gesellschaft aber dennoch schwierig, mit anderen Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen. Nach Gründung der „Humanistischen Alternative Bodensee“ mit einigen Mitstreitern wurde deutlich, dass sich all diejenigen, die keiner Kirche angehörten, nicht zwingend daran interessiert sind, sich für eine humanistische Orientierung auch wirklich einzusetzen. Die Erfahrungen aus der „Institution Kirche“ schreckten viele ab, sich neuerlich an eine Organisation zu binden – egal, wie offen man sie auch gestaltet. Und nicht wenige Menschen sind zwar konfessionsfrei, aber nicht gleichsam ungläubig, sondern viel eher agnostisch denkend.

Doch das waren nicht die einzigen Probleme: Der „Evolutionäre Humanismus“ gibt sich nicht nur kirchenkritisch, er zeigt sich in Teilen sogar extrem. Mit einer rigorosen Ablehnung von Religion wird der Andersdenkende nicht selten diffamiert. Jene, die – wie ich – den Respekt vor jeder Form des Glaubens als notwendig ansehen, werden nicht selten als Unterstützer der Kirchen beschimpft, als immer noch nicht vom Christentum Losgelöste. Ein Schwarz-Weiß der besonders deutlichen Linie, das in Teilen weit über die Attacken hinausgeht, die mir aus kirchlichen Reihen geläufig waren. Der Humanismus wurde bis auf die Spitzen des Denkbaren getrieben – die Selbstverherrlichung des Menschen findet nicht nur in den Aussagen zur Existenz eines Gottes ihren Ausdruck, nach denen sich der Einzelne selbst zum Mittelpunkt des Universums zu erklären vermag. Darüber hinaus spricht er sich durch das Gedankenexperiment eines grenzenlosen Transhumanismus die eigene Fähigkeit zur Reflektion und des Schutzes vor seinen persönlichen Allmachtsphantasien ab. Nicht zuletzt überhöht er sich einer Ethik, die das Angewiesensein auf eine Solidarität untereinander formuliert, indem er den Individualismus einem Anspruch auf Leben aller Menschen vorzuziehen scheint.

Schließlich fiel auch auf, dass die Antworten von atheistischer Seite auf wesentliche kritische Betrachtungen einer Ideologie der Gottlosigkeit spärlich waren. Oftmals wird auf die Evolution verwiesen, die zum Zustand der heutigen Galaxien geführt haben soll. Der Urknall als deren Anfang bleibt in seiner Entstehung trotz zahlreicher Erklärungsversuche aber bislang noch immer nebulös. Der Wahrheitsanspruch des Atheisten dagegen wächst weiter – und das oftmals ohne nachhaltige Belege, die wiederum von den Religionen eingefordert werden, dort aber gleichsam obsolet sind, liegt zwischen Glaube und wissenschaftlichem Anspruch auf Realität doch bekanntlich der Gedankenfehler, Äpfel mit Birnen vergleichen zu wollen. Und ebenso die „Natur“. Sie soll den Zusammenhalt der Welt begründen. Doch niemand aus dem säkularen Kreise fragt ernsthaft nach deren Ursprung. Die verherrlichten „Natur-Gesetze“, sie lassen uns zwar nachvollziehen, aber nicht verstehen, wo die Basis all des Wundersamen liegt, das mancher Atheist so krampfhaft als Träumerei und „Heiligen Geist“ zwischen unserem Himmel und der Erde verspotten will.

Substantielle Antworten waren begrenzt, wenn ich auf die Zeit von insgesamt vier Jahren blicke, in denen ich bisher die säkulare Bewegung beobachtet habe. Da machen sich „Spaghettimonster“ viel eher lustig darüber, dass Kirchen an ihren Traditionen festhalten, während sie selbst mit Nudelsieben auf dem Kopf den Anspruch auf gesellschaftliche Anerkennung erhoffen. Ja, Religionsfreiheit muss auch das aushalten. Doch gleichsam ist der Rundumschlag gegen alles, was mit Religion zu tun hat, ebenso ein erfolgloser Versuch, der Menschheit ihren Glauben austreiben zu wollen. Da tummeln sich im Spektrum des Säkularen nicht wenige Linksradikale, die ihr Freidenkersein mit der politischen Ambition einer unkritischen Russlandfreundlichkeit und sozialistisch bis kommunistisch angehauchten Systemkritik verbinden, ebenso wie rechtslastig anmutende Islamfeinde, die ihren Atheismus als Beweggrund für alles Religiöse auch dafür hernehmen, rassistisch orientierte Hetze gegen Muslime zu begründen. Nicht, dass es solche Phänomene nicht auch unter gläubigen Menschen gäbe. Doch keinesfalls ist der humanistische Atheismus so friedlich, wie er es oft vermitteln möchte. Die fehlende Wertschätzung des Glaubens im Allgemeinen macht den Säkularismus nicht selten zu einer emotionslosen Philosophie, die man als Distanzierter durchaus auch als Kälte deuten könnte.

Daneben sind auch die notwendigen Positivaussagen des Humanismus wenig stichhaltig geblieben. Eine Überzeugung von der eigenen Persönlichkeit, ein Glaube an die Vernunft und an den Realismus aller Dinge – das sind keine wirklichen Antworten auf die Sinnfragen, die die Menschen umtreiben. Die säkulare Bewegung hat es verpasst, ein Konzept zu entwickeln, mit dem sie auch die Gefühle anspricht, die nicht nur nach Karl Marx nötig sind, wenn er die Religion nicht vollkommen zu Unrecht als Opium ansieht, das uns geistigen und gleichermaßen eben auch geistlichen Halt gibt in einem Hiersein, zudem nicht nur die Höhen, sondern eben gleichermaßen die Tiefen gehören, in denen es Hoffnung braucht. Da hilft uns nicht das Erklärbare, sondern die stützende Kraft des Visionären, egal, wie stark mein Glaube an einen Gott ist. Der alleinige Blick auf das zu Greifende ist dann nicht ausreichend, wenn „soft skills“ gefragt sind. Nutzt es einem Jeden von uns wirklich, mit stoischer Klarheit auf das rein Materielle durch die Welt gekommen zu sein, wenn wir aus purem Idealismus letztlich doch seelisch verhungern? Da geht es um mehr als Mitmenschlichkeit, da geht es vor allem auch um persönliche Weitsicht mit dem eigenen Ich und in der nachhaltigen Gestaltung des Zusammenlebens unter dem Eindruck einer Demut, die dem Umstand unserer Rolle in dieser Schöpfung vollkommen gerechtfertigt ist.

Nein, einen humanistischen und säkularen Blick auf die Gesellschaft, auf mein Leben und auf die Zusammenhänge des Universums habe ich nicht verloren. Doch er kann nur Teil einer religiösen Überzeugung sein, die einerseits auf einer Basis gemeinsamer Wertvorstellungen, Vorbilder, Werte, Bräuche, Ideale und andererseits eines Glaubens zu fußen versucht, der sich nicht mit Belegen einer augenscheinlichen Wirklichkeit zufriedengibt, sondern zu Ehrfurcht vor etwas deutlich Größerem und potenziell kausal Begründbarem bereit wäre. Dazu gehört auch, Bescheidenheit zu üben. Hingabe vor dem, was nicht nur meine eigenen Horizonte übersteigt, sondern auch weit über meine persönliche Selbstbestimmung hinausgeht und seine Grenzen dort findet, wo die Würde auch meiner Nächsten noch unberührt bleibt. Da bricht sich der Mensch keinerlei Zacken aus seiner aufgesetzten Krone des egoistisch anmaßenden Selbstverliebtseins. Solch eine Einstellung ist für meine Verständnisse nur dort denkbar, wo auch Religion kritisch, aber nicht pauschal rückweisend betrachtet wird. Heute bin ich nach meinem Ausflug in den reinen Säkularismus wieder zurückgekehrt: Meinen Glauben hatte ich nie verloren, ich zweifle auch noch heute an Vielem, was das Christentum lehrt und die Kirche vorgibt. Doch ich bin wieder in meiner Heimat, die getragen ist vom notwendigen Fragen und auch Klagen, vom Grundvertrauen an einen Gott, von einem Ja zu Jesus Christus, von dem zwingenden Miteinander aus Staat und Kirche, das so viel Trennung braucht, wie erforderlich, gleichzeitig aber so viel an Zusammenarbeit wie nötig, von einem Humanismus, der die Selbstverantwortlichkeit des Menschen auf unserer Erde herausarbeitet und ihn in den Raum seiner vertretbaren und Gemeinwohl orientierten Möglichkeiten stellt, und von einem Glauben, der letztlich so frei ist, dass er Toleranz erfährt, wenn er auch nicht immer geteilt wird.

[Dennis Riehle]

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Pressemitteilung

Der Konstanzer Selbstständige Dennis Riehle erhebt Vorwürfe gegen die IHK Hochrhein-Bodensee. Nachdem der 30-Jährige die einseitige Haltung der „Industrie- und Handelskammer“ zur Bagatellgrenze für Steuerrückerstattung an Schweizer Kundinnen und Kunden mithilfe eines Leserbriefes im SÜDKURIER kritisiert hatte, erhielt er nun die Kündigung seiner Mitgliedschaft in der IHK. „Zwar fehlen in dem lieblosen Zweizeiler Verweise auf meine geäußerte Meinung. Es wäre aber schon ein überaus merkwürdiger Zufall, wenn hier kein Zusammenhang bestünde. Immerhin ist die zeitliche Nähe der beiden Ereignisse doch nicht zu leugnen“, so Riehle.

Die IHK begründet in ihrem Brief, dass die Mitgliedschaft auf Grundlage von § 2 Abs. 2 IHK-Gesetz beendet würde. Demnach hätten die aktuellen Steuerbescheinigungen ergeben, dass Riehle eine selbstständige, freiberufliche Tätigkeit ausübe. „Sie erfüllt offenbar nicht die Voraussetzungen für eine Zugehörigkeit bei der IHK. Mich überrascht aber, dass auch frühere Steuerbescheide nichts Anderes aussagten und von der Kammer geprüft worden waren. Immerhin übe ich seit 10 Jahren dasselbe Gewerbe aus. Und da fällt ausgerechnet jetzt auf, dass die Bedingungen nicht mehr gegeben sind?“, fragt Riehle, der hier nicht an parallele Umstände glaubt.

Ihm gehe es nicht um den Rauswurf an sich, betont der Bürosachbearbeiter. „Ich habe stets bemängelt, dass wir in Deutschland weiterhin die Zwangsmitgliedschaft in einer Kammer kennen. Aber ich bin empört über den Umgang und das Verhalten der IHK mit mir. Ich hätte zumindest erwartet, dass man vor einer Beendigung der Mitgliedschaft das Gespräch suchen und etwaige Unklarheiten über den Status klären würde“, so Riehle. „Denn wenn die ‚Industrie- und Handelskammer‘ keine anderen Mittel hat, als unliebsame Diskutanten in ihren Reihen vor die Tür zu setzen, ist das für eine öffentliche Institution in einem Rechtsstaat ein Armutszeugnis. Es würde viel über das Selbstverständnis und die demokratischen Strukturen des Hauses und ihrer Führung aussagen“, meint er abschließend.

[Dennis Riehle]