Pressemitteilung

Konstanz. Die Selbsthilfegruppe zu Zwangsstörungen im Landkreis Konstanz bietet wieder verstärkte Beratung an. „Nachdem die ‚Zwäng’ler in den letzten Monaten aufgrund der großen Anfrage zu Depressionserkrankungen zu wenig Aufmerksamkeit von uns erhielten, wollen wir uns nun wieder einem unserer Schwerpunkte widmen“, so Gruppenleiter Dennis Riehle, der die Initiative für Zwangserkrankte vor rund zwölf Jahren ergriffen hatte und seither persönlich, mittlerweile vor allem aber telefonisch, postalisch und elektronisch Patienten, Angehörige und Interessierte als betroffener Laie informiert und aufklärt.

„Die Fragestellungen haben sich über die Zeit kaum geändert: Welches sind die passenden Therapien? Wie finde ich den richtigen Arzt? Wie sage ich es meinen Nächsten? Und wie gehe ich am Arbeitsplatz mit der Erkrankung um? – Auf all das, was vor allem die Menschen bewegt, die selbst unter dem zwanghaften Zählen, Kontrollieren, Waschen oder Denken leiden, wollen wir Antworten finden. Heutzutage funktioniert das am ehesten über Mailberatung, zu Gruppentreffen kommt es dagegen seltener. Das liegt an einer veränderten Erwartungshaltung der Betroffenen und ihrer Angehörigen, die zunächst einmal Vertrauen fassen müssen und den Kontakt daher lieber so als über das direkte Aufeinandertreffen suchen“, erklärt der 32-Jährige, der seit mittlerweile 20 Jahren von Zwängen heimgesucht wird.

Das Ziel sei es, laut Riehle, Betroffenen und Angehörigen abseits der professionellen Versorgung im Gesundheits- und Sozialwesen auch eine ergänzende, niederschwellige Betreuung zu bieten: „Mit jemandem, der ebenfalls erkrankt ist, kann man viele Dinge deutlich leichter besprechen als mit einem Therapeuten, der die Erkrankung oftmals nur aus Büchern kennt“, meint Riehle, der überdies ergänzt: „Wir sind kein Ersatz für medizinische oder psychotherapeutische Behandlung, im Gegenteil. Wir versuchen, an die passenden Stellen zu vermitteln, geben aus der Lebenserfahrung mit vielen Jahren an Zwängen unsere Einschätzung ab und können somit den Rat der Fachpersonen komplettieren“.

Die Selbsthilfeinitiative zu Zwängen, Phobien und Depressionen ist über Dennis Riehle, Mail: info@zwang-phobie-depression.de sowie Tel.: 07531/955401 (AB) erreichbar.

[Dennis Riehle]

Kommentar
Individualisierte Selbsthilfe

Weniger Teilnehmer an den Gruppentreffen, ein Anstieg interessierter Kontakte über das Telefon und per Mail – und nicht zuletzt eine Abwanderung vieler Menschen in die sozialen Netzwerke. Diese Beobachtungen über die Entwicklung der Selbsthilfeszene bewegen mich schon seit langem. Über viele Jahre Leiter der in den 1970er – 2000er-Jahre so wertgeschätzten Selbsthilfegruppen, in denen man zusammenkam, wenn man in ähnlichen Lebenssituationen, bei Krankheit, Sucht oder Armut die Unterstützung von Gleichbetroffenen suchte, erinnert mich der Wandel in der Landschaft dieses wesentlichen Fundaments des Bürgerschaftlichen Engagements an die generelle Veränderung unserer Gesellschaft.

Heute werden wir konsumorientierter, blicken in erster Linie auf unser eigenes Schicksal. Es geht weniger darum, den Grundgedanken der Selbsthilfe, der ein überaus individueller, liberaler und idealistischer ist, weiter aufrecht zu erhalten, wonach es nämlich wechselseitiger Synergie bedarf, um einerseits eigene Probleme zu lösen, andererseits mit den eigenen Erfahrungen auch anderen Betroffenen in deren Lebenslagen solidarische Unterstützung zu geben. Viel eher führt ein sich durchsetzender Egoismus dazu, dass dieses „Geben und Nehmen“ auf eine Komponente verzichtet: Gegeben wird heute nur noch ungern, obwohl das die Prämisse unseres Sozialstaates ist, in dem wir alle füreinander einstehen.

War die Kernaussage interessierter Anhänger einer Selbsthilfegruppe früher noch, man wolle aus dem Wissen der Anderen etwas mitnehmen, hoffe aber gleichzeitig, mit den durch die eigene Lebens- und Leidensgeschichte erlangten Erkenntnissen auch den Mitbetroffenen in einer Gruppe Mut zu machen und Hoffnung zu spenden, fragen viele Menschen in schwierigen Lebenslagen heute vornehmlich nach Hilfe für sich. Natürlich war die Selbsthilfe ihrem Namen nach auch immer darauf ausgerichtet, dass wir aus dem Miteinander mit Gleichgesinnten einen größtmöglichen Nutzen für uns ziehen, dass wir die Erfolge Anderer als Basis dafür heranziehen konnten, um daraus eigene Konzepte zu entwickeln, die wiederum uns in der ganz persönlichen Situation weiterbringen sollten.

Doch heute fehlt die Rückkoppelung, die Bereitschaft, für die Gedanken des Gegenübers wiederum einen Blick in das eigene Leben zuzulassen. „Ich will mich doch nicht noch mit den Problemen der Anderen beschäftigen“. Dieser Satz begegnete mir noch vor zehn Jahren selten, wenn es darum ging, für eine Selbsthilfegruppe zu werben. Heute ist er ein standardmäßiger Einwand dafür, weshalb sich Menschen aus Selbsthilfegruppen zurückhalten. „Ich habe genug mit mir selbst zu tun“ – eine Ausrede, die wiederum einen verheerenden Wandel in der Positionierung des Einzelnen in unserer Gesellschaft wiederspiegelt. Denn begriff man noch vor nicht allzu langer Zeit noch ganz genau, dass Selbsthilfe nur dann gelingen kann, wenn man sich seinerseits öffnet, so ist es heute das Verschließen der eigenen Persönlichkeit, das es schwierig macht, Menschen in prekären Lebensmomenten überhaupt noch eine Unterstützung anzubieten.

Seit Jahren verzeichne ich das wachsende Ansteigen der Zahlen an Hilfsgesuchen, die elektronisch, telefonisch oder postalisch eingehen. Früher war es nicht anders, doch die Selbstverständlichkeit, sich für Information, Beratung und Hilfe zumindest in einer Gruppe einzufinden, von der man selbst profitiert, wenn man eigens zu geben bereit ist, war um Längen größer. Heute sitze ich oftmals alleine im Stuhlkreis, wenn ich darauf warte, dass sich Menschen über ihre seelischen, körperlichen oder sozialen Probleme austauschen. Ich hoffe vergebens darauf, dass Bereitwilligkeit zur Interaktion besteht – und muss erkennen: Die Erwartungshaltung hat sich verändert. Welche Therapie die hilfsreichste ist, wie man mit seiner Erkrankung im Alltag umgeht und wie es der Andere geschafft hat, wieder gesund zu werden – all das debattierte ich noch vor ein paar Jahren in einer lebendigen Gruppe aus mehr als einem Dutzend Personen, dort, wo heute Stille herrscht.

Ganz anders sieht es da in meinem Postfach oder auf dem Anrufbeantworter aus: Die Fragen sind noch immer dieselben, doch die Forderung ist eine Andere. Individuelles Eingehen auf die Belange des Einzelnen, der sich nicht mehr mit den Nöten Anderer auseinandersetzen möchte, sondern möglichst kurze und prägnante Antworten wünscht. Im Dilemma, mich als Ehrenamtlicher verpflichtet zu sehen, Hilfestellung zu leisten, fällt es mir schwer, solche Menschen in eine Gruppe zu zwingen, ehe sie auf Reaktion hoffen können. Der Druck ist groß, die Mail zu bearbeiten und am Hörer für Auskunft zur Verfügung zu stehen. Immerhin will man als gleichbetroffener Laie ja seinen Beitrag dazu leisten, dass die Selbsthilfe auch weiterhin als die ergänzende Säule im Gesundheitssystem angesehen wird – auch wenn es eigentlich nicht ihre Aufgabe ist, die kurzen Sprechzeiten beim Arzt oder die langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz zu kompensieren.

Die Individualisierung der Selbsthilfe schreitet trotz der Bedenken vieler Akteure in der „Szene“ weiter voran. Sie verlagert sich auch in geschlossene Gruppen wie bei „Facebook“ oder anderen Anbietern von Kommunikationsmöglichkeiten, die scheinbar geschützt wirken, in denen aber die Hilfestellung nie so aussehen kann wie im direkten Gegenüber. Auch in der Beratung an Telefon oder per Mail kommt nicht die Empathie zum Tragen, die Selbsthilfegruppen einst so populär und beliebt gemacht haben. Nicht nur ein stützendes Wort, sondern die Rückmeldung einer Gruppe, in der man sich auch gegenseitig in den Arm nehmen oder in Krisen rechtzeitig intervenieren kann. Die Selbsthilfe verarmt, wenn sie sich allein auf die mehr oder weniger persönliche Beratungstätigkeit von Betroffenen und Angehörigen zurückzieht.

Sie gibt aber gleichsam auch ein Fundament auf, das die gesellschaftliche Erosion zeigt: Die Wertschätzung des ehrenamtlichen Einsatzes am anderen Ende der Leitung ist heute eine andere als noch „damals“, als man gemeinsam in der Gruppe dankbar für den Einsatz jedes Einzelnen war, der zivilgesellschaftliches Engagement bewies und mit der Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe nicht nur einen Eigennutzen für sich zog, sondern vor allem klar machte: In schwierigen Zeiten stehen wir zusammen. Niemand muss seinen Weg alleine gehen. Und am stärksten gewinnen wir aus der reziproken Zusicherung, „helf ich dir, hilfst du mir“. Dieses Konzept, das den Grundstein für eine Solidargemeinschaft legt, in der jeder nach seinen Möglichkeiten partizipiert, ist nicht nur in der Selbsthilfe verloren gegangen – es ist auch in unserem Gemeinwesen rar geworden.

Die Negativschlagzeilen nutzen jedoch nichts, sondern vornehmlich das Engagement, die Selbsthilfe wieder zu dem zu machen, was sie war – oder das neue Zeitalter als eine Herausforderung anzunehmen, in welchem neue Strategien entwickelt werden, die personengebundene Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenslagen abseits von Gruppen zu betreiben, die vielen einfach zu viel Zeit kosten und welche scheinbar nicht vermitteln können, dass es sich im Miteinander ergiebiger zu helfen lohnen würde. Deshalb ist die „Selbsthilfe-Beratung“ als neues Trendwort durchaus angemessen. Man mag dazu stehen, wie man möchte. Doch die Verantwortung für mich, der früher selbst dankbar war für all die Ratschläge, die Ermutigungen und die Denkanstöße, die ich von Anderen in vergleichbarer Lebenslage erhalten habe, wirkt bis heute weiter. Und sie verpflichtet mich, Beistand auch in einem Rahmen zu leisten, der mir noch fremd ist, weil er anders aussieht als noch gestern…

[Dennis Riehle]

Pressemitteilung

Die Selbsthilfeinitiative zu hormonellen Erkrankungen im Landkreis Konstanz bietet wieder verstärkte Beratung für Betroffene und Angehörige an. Nachdem die Zahl der Hilfsgesuche nach einigen Monaten Rückläufigkeit nach dem Sommer wieder zugenommen hat, macht Leiter Dennis Riehle neuerlich auf die Telefon- und Mail-Beratung aufmerksam, die von Laien angeboten wird, die selbst an einem der entsprechenden Krankheitsbilder leiden. Gerade Fragen zu Therapiemöglichkeiten, Kontakten zu entsprechenden Fachärzten, dem Umgang mit der Erkrankung mit all ihren Auswirkungen im Alltag oder auch zu den sozialen Folgen, die aus den Hormonstörungen resultieren können, stehen oftmals im Mittelpunkt der Beratung, die die Selbsthilfeinitiative aus ihren eigenen Erfahrungen beantwortet.

Das Angebot bezieht sich dabei insbesondere auf Betroffene von Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen. Dies können Funktionsbeeinträchtigungen der Hirnanhangdrüse sein, die durch Raumforderungen, Traumen oder unklare Ursachen ausgelöst werden. Bei Tumoren in der Hypophyse kommt es unter Umständen nicht nur zu einem Mangel der durch die Drüse zu bildenden Hormone, sondern auch zu einem Überschuss der vom zusätzlichen Gewebe produzierten. Krankheitsbilder bei Störungen der Nebennierenfunktion können das Cushing-Syndrom mit einer vermehrten Ausscheidung des Hormons Cortisol oder eine Insuffizienz der Rinde sein, was zu „Morbus Addison“ führt. Das jeweilige Ungleichgewicht an Hormonen, das häufig auch mit einer Beteiligung der (Neben-)Schilddrüse einhergeht, kann unterschiedlichste Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, auf die Psyche, auf Muskeln und Gelenke oder die Sexualfunktion haben.

Die Beratung der Selbsthilfeinitiative ersetzt keine fachkundige Beratung bei Arzt oder Therapeut. Sie versteht sich als niederschwellige und ergänzende Maßnahme im Gesundheitswesen, die von Betroffenen für Betroffene angeboten wird, um sich mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen austauschen zu können. Sie ist erreichbar unter Tel.: 07531/955401 (AB) oder Mail: mail@hormone-stoffwechsel.de.

[Dennis Riehle]

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich danke Ihnen für Ihre Äußerungen auf der Vertreterversammlung.

Allerdings warne ich vor zu einfachen Antworten: Wir dürfen aus meiner langjährigen Erfahrung in der Selbsthilfearbeit, durch die ich viele Patienten mit ihren Meinungen ganz direkt erlebe, nicht einfach davon ausgehen, dass die Ambulantisierung der Medizin als gottgegeben oder unabwendbar hingenommen wird. Sie mag politisch gewollt sein, ob sie allerdings auch den Vorstellungen der Patienten entspricht, darüber scheint aus meiner Sicht noch keine hinreichende Debatte geführt worden zu sein.

Im Gegenteil: Ich erlebe, wie die Diskussion, immer mehr Behandlungen ambulant statt stationär durchzuführen, bei vielen Patienten zu großen Sorgen führt. Unzureichende Aufklärung über die Möglichkeiten der ambulanten Therapie, Angst vor ungenügender Nachbehandlung, schlechte Erfahrungen mit zu kurzer (teil-)stationärer Behandlung, die die Bedenken vor einer vollständig ambulanten Versorgung noch steigert – all dies sind Befürchtungen, die wir nicht unter den Tisch kehren dürfen. Wir sind dafür verantwortlich, nicht nur in finanziell-wirtschaftlichen und praktischen Dimensionen zu denken, sondern uns auch in die Empfindungslage der Patienten hineinzuversetzen.

Außerdem konnte vielen Patienten bis heute nicht überzeugend dargelegt werden, dass sowohl Ausstattung wie auch Umfeld ambulanter Therapien gerade bei schwerwiegenderen Erkrankungen ausreichend genug sind, um einen problemlosen Erfolg der Behandlung auch gewährleisten zu können. Denn in den Köpfen ging der Prozess der Ambulantisierung bei weitem nicht so schnell voran wie in der Wirklichkeit. Und doch müssen wir die Menschen mitnehmen, wenn wir sie davon überzeugen wollen, dass viele Krankheiten auch ambulant in der nötigen Qualität und gleichsam Seriosität und Sorgfalt behandelt werden können wie in der Klinik.

Das Ringen um die Krankenhäuser vor Ort zeigt, wie wichtig die stationäre Versorgung allein aus psychologischen Gründen ist. Dass im Notfall eine Klinik in der Nähe ist, das gibt Menschen Sicherheit und steigert zudem die Lebensattraktivität einer Region. Zwar können neue Modelle der Versorgungszentren für viele Krankheiten tatsächlich einen adäquaten Ersatz für die klinische Behandlung darstellen, wir dürfen uns aber nicht zu sehr von der Vorstellung verabschieden, die Gesundheitsversorgung könne sich zu großen Teilen ausschließlich auf die ambulante Säule verlassen.

Insofern fordere ich weniger Tempo in der Dynamisierung einer Entwicklung, die Deutschland zwar einerseits auch gesundheitspolitisch international wettbewerbsfähig bleiben lässt, die andererseits aber nicht darauf verzichtet, die Bedürfnisse der eigenen Patienten zu vernachlässigen. Auch wenn letztere nicht immer in der Lage sind, in Ausnahmesituationen auch zu erkennen, dass „ambulant“ nicht schlechter sein muss als „stationär“, braucht es zwingender denn je Information und Transparenz im Ambulantisierungsprozess. Und nicht zuletzt: Wer sich „ambulant vor stationär“ wünscht, der muss gleichsam eine ambulante Versorgungslage vorhalten, die in der Lage ist, die ihr zugestandenen Dimensionen an Patienten und Behandlungen auch zu bewältigen. Bedarfsanalaysen aus den vergangenen Jahrzehnten reichen dann nicht mehr aus, um die Versorgung zu gewährleisten.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit!

Beste Grüße

[Dennis Riehle]

Pressemitteilung

Aus Anlass des Welttages zur Seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2017 warnt die Selbsthilfegruppe für Zwänge, Phobien und Depressionen im Landkreis Konstanz vor zu viel Gelassenheit: „Nur, weil wir mittlerweile desöfteren etwas von Depressionen im Fernsehen hören oder in der Zeitung lesen, ist die Entstigmatisierung von Betroffenen noch lange nicht fortgeschritten“, so der Leiter des Angebots, Dennis Riehle, der ergänzt: „Wir erleben in unserer Arbeit, dass die Scham weiterhin sehr groß ist und sich Erkrankte bereits gegenüber Angehörigen fürchten, zu ihrer Betroffenheit zu stehen. Noch schwieriger wird es im Arbeitsumfeld, unter Freunden oder Schulkollegen – denn immer häufiger sind auch Schüler, Studenten oder Auszubildende unter den Erkrankten“.

„Auch, weil wir nicht richtig wissen, wie wir mit psychischen Erkrankungen umgehen sollen, verharmlosen wir sie. Ob als Betroffener oder auch als Gegenüber – wenn wir das Ganze auf ein ‚BurnOut‘, auf Stress oder den Leistungsdruck schieben können, sind wir erleichtert, uns nicht weiter mit dem Thema auseinandersetzen zu müssen. Dabei sind das häufig nur einige der Auslöser für schwere Leiden wie die Depression, die natürlich in vielen Fällen auch eine Wurzel in unserer gesellschaftlichen Entwicklung des Schneller, Weiter, Höher hat“, meint Riehle, der gerade für diese Situationen mahnt, die Erkrankung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: „Was sich mittlerweile nach einer gängigen Volkskrankheit anhört, ist zwar heute eine gut behandelbare, aber noch immer nicht im Bewusstsein der Menschen angekommene seelische Störung, die dringend einer Therapie bedarf“.

Gerade zum Welttag sei es daher wichtig, auf die Ernsthaftigkeit der Thematik hinzuweisen: „Uns hilft die gute medizinische und psychotherapeutische Unterstützung, die vor allem in den vergangenen 20 Jahren an Fahrt gewonnen hat, nur wenig, wenn Mitmenschen in der Annahme der Erkrankung nicht mitziehen. Dabei erleichtert es die Betroffenen erheblich, wenn sie sich nicht noch im eigenen Umfeld rechtfertigen müssen, sondern offen über ihre Situation sprechen können. Der Appell geht daher zum Abbau von zwischenmenschlichen Hürden und zum Aufbau von Vertrauen in den engsten Beziehungen“, so Riehle, der in der Selbsthilfearbeit oft gerade zu der Frage berät, wie Erkrankte sich ihren Nächsten gegenüber öffnen können – und wie Angehörige im Zweifel auf ein „Geständnis“ reagieren sollten.

„In der Kommunikation gibt es Wichtiges zu beachten, sie muss befreit sein von Vorwürfen, dafür unterfüttert von ‚Ich-Botschaften‘ und der beiderseitigen Bereitschaft, Überforderung einzugestehen“, erklärt der 32-Jährige, der selbst mit schweren Depressionen zu kämpfen hat und weiß, dass im Zweifel ein offensiver Umgang helfen, aber auch risikoreich sein kann: „Man sollte genau abwägen, welcher Person man wann seine Erkrankung anvertraut. Denn nicht jeder Zeitpunkt ist ideal dafür. Und manchmal rate sogar ich dazu, lieber zu schweigen“. Gleichsam gelte für die Allgemeinheit, das Thema der seelischen Erkrankungen auch im Alltag nicht zu tabuisieren. „Warum sprechen wir so leicht von einer Grippe, tun uns aber bei einer Depression so schwer? Einen logischen Grund dafür gibt es für mich nicht!“, motiviert der Gruppenleiter zu mehr Mut.

Für Rückfragen steht die Selbsthilfeinitiative unter Mail: info@zwang-phobie-depression.de oder über Tel.: 07531/955401 (AB) zur Verfügung. Das ehrenamtliche Angebot ist kostenlos und steht Betroffenen, Angehörigen und Interessierten offen.

[Dennis Riehle]

Pressemitteilung
Selbsthilfeinitiative rät zu rascher fachärztlicher Abklärung

Konstanz. Die Selbsthilfegruppe für Zwang, Phobie, Depression und psychosomatische Krankheitsbilder im Kreis Konstanz macht auf die zunehmende Bedeutung der funktionellen Erkrankungsbilder aufmerksam. Sowohl dissoziative, psychogene wie psychosomatische Krankheiten würden beim Ansprechpartner der Initiative, Dennis Riehle, zunehmend thematisiert und sich nach entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten erkundigt. „Die Scham ist hier nochmals größer als bei seelischen Erkrankungen ohnehin bereits, fühlen sich die Betroffenen mit ihren körperlichen Beschwerden doch nicht ernst genommen, weil der somatische Befund fehlt oder die Symptome nur unzureichend erklärt“, so Riehle.

Am häufigsten meldeten sich Betroffene mit Schmerzsyndromen und Leiden aus dem Magen-Darm-Trakt. „Sie haben oftmals bereits unzählige Untersuchungen durchlaufen, meist kam es dabei nie zu einem befriedigenden Ergebnis, weshalb man sie dann fälschlicherweise als ‚Simulanten‘ abtut. Doch das ist nicht richtig, denn die körperlichen Einschränkungen bilden sich die Menschen ja nicht ein, sie sind ja oft sogar nachweisbar“, weiß der 32-Jährige, dem eine funktionelle Hemiparese bescheinigt wurde, die nur bedingt durch eine körperliche Genese beschreibbar ist. „Meine Muskelmasse nimmt einseitig ab, das ist keine Phantasie, sondern lässt sich belegen“ und ergänzt: „Ich kann mir gut vorstellen, dass sich bei mir auf eine neurologische Symptomatik noch ein psychogener Komplex verstärkend draufgesetzt hat. Dafür gibt es genügend gute Gründe, dies anzunehmen“.

Den Betroffenen rät Riehle rasch zu einer fachärztlichen Abklärung: „Mediziner, die auf psychosomatische Krankheitsbilder spezialisiert sind, werden nicht abweisend sein, sondern den Betroffenen ernsthaft mit seinen Problemen annehmen“. Wichtig sei aber auch, dass sich Erkrankte bereit erklärten, im Falle eines Ausschlusses aller körperlichen Ursachen auch den Weg in eine Psychotherapie zu gehen: „Damit gesteht sich niemand ein, dass er träumt und alle Einschränkungen nur Hirngespinste sind. Viel eher ist dieser Mut ein Ausdruck von Selbstverantwortung und Größe, couragiert tieferliegende seelische Konflikte aufzuarbeiten. Denn sie führe letztlich dazu, dass wir mithilfe von körperlichen Beschwerden ein Zeichen setzen, unsere innere Last loswerden und abtrennen wollen. Und diesen Hilferuf der Psyche sollten wir respektieren“.

Erkrankte und Angehörige können sich bei der Selbsthilfeinitiative zum Erfahrungsaustausch melden. Riehle ist auch behilflich bei der Suche nach den passenden Medizinern und therapeutischen Ansprechpartnern. Kontakt ist über Tel.: 07531/955401 (AB) und Mail: selbsthilfearbeit@riehle-dennis.de möglich.

[Dennis Riehle]

Pressemitteilung

Die Sozial- und Pflegesprechstunde der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V. hat ein neues Informationsblatt veröffentlicht, auf welchem sie zehn beratende Tipps für Angehörige gibt, die Menschen mit altersbedingten Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit pflegen oder betreuen.

Der reguläre Altersprozess, aber auch gerontologische (also Krankheiten aller Art, die bei jüngeren wie älteren Menschen gleichermaßen auftreten, aber im Alter zu besonderen Herausforderungen führen, z.B. Depression) und geriatrische (Krankheiten des Alters, z.B. Demenz) Erkrankungen sind dafür verantwortlich, dass wir uns in der späteren Lebensphase körperlich wie geistig, psychisch, emotional und sozial verändern. Gerade für unsere Bezugspersonen ist dieser Wandel der Persönlichkeit eine große Hürde in der Betreuung und im Umgang mit den Betroffenen. Dabei helfen oftmals einfache Ratschläge, um sein Verhalten anzupassen.

Deshalb hat der Leiter der Sprechstunde, Dennis Riehle, zehn Ratschläge zusammengefasst, die die Kommunikation, aber auch die Steuerung von Emotionalität, das Reagieren auf Eigenarten des Betroffenen und das Verständnis von Veränderung der Persönlichkeit und des Wesens des Gegenübers betreffen. Damit soll Unterstützung geleistet werden, sich als Angehöriger in der schwierigen Aufgabe der Annahme seines Nächsten nicht alleine gelassen zu fühlen.

Das kostenlose Informationsblatt kann postalisch oder elektronisch angefordert werden: Martin-Schleyer-Str. 27, 78465 Konstanz, Tel.: 07531/955401 (AB), Mail: Li-Na@Riehle-Dennis.de.

[Dennis Riehle]

Pressemitteilung

Braunschweig. Der Verein „intakt e.V.“ hat als Norddeutscher Selbsthilfeverband bei Sozialer Phobie neue Informationsmaterialien veröffentlicht. Einerseits wurde ein aktualisierter Flyer herausgebracht, der die Arbeit des Vereins, seine Ziele und Aufgaben, Kontaktdaten und Themen vorstellt, mit welchen sich der als Dachverband von Selbsthilfegruppen im nördlichen Teil Deutschlands mit einigen Exklaven im Süden fungierende Zusammenschluss versteht, identifiziert. „Wir haben insbesondere auf eine modernere Gestaltung geachtet und den Umfang des Flyers begrenzt. So ist er im handlichen Format ein gutes Aushängeschild, mit dem wir fortan Werbung für uns machen können“, sagt Julian Kurzidim, 1. Vorsitzender.

Daneben wurde auch eine Broschüre aufgelegt, die mit wertvollen Tipps für den Alltag von Selbsthilfegruppen eine Anleitung zur Gestaltung des Zusammenkommens von Menschen gibt, die mit Schüchternheit und Sozialer Phobie konfrontiert sind. „Bei solch einem Krankheitsbild ist es ohnehin schwierig, von der Selbsthilfe wirklich zu überzeugen, deshalb braucht es ein sensibles Ansprechen der Betroffenen. Insofern haben wir nicht nur eine einfache Sprache gewählt, sondern dem Einzelnen auch viel Freiraum in der Beurteilung gelassen, ob eine Gruppe denn auch eine mögliche Ergänzung zur Psychotherapie ihn persönlich und seine individuelle Situation sein kann“, meint Dennis Riehle, 2. Vorsitzender.

Sowohl Flyer und Broschüre können beim „Intakt e.V.“ kostenlos bezogen (Post: Wendenring 4, Briefkasten 93, 38114 Braunschweig, Mail: intakt-ev@schuechterne.org) oder auf der Webseite www.schuechterne.org.de heruntergeladen werden.

Hintergrund:

Als „Soziale Phobie“ wird die Angst vor dem Umgang mit Menschen bezeichnet, die Furcht davor, im Mittelpunkt zu stehen und bewertet zu werden, Ablehnung zu erfahren oder Erwartungen nicht erfüllen zu können. Sie zeichnet sich nicht nur durch eine Zurückgezogenheit aus, sondern durch ein ausgeprägtes Schüchternsein, eine hohe Sensibilität, eine starke Verletzlichkeit und eine Neigung zu depressiven Verstimmungen. In Angst auslösenden Situationen sind Panikattacken mit Erröten, Schwitzen, raschem Puls u.a. denkbar, die wiederum neue Sorge davor auslösen, Mitmenschen könnten diese Nervosität, die auch in Sprechhemmungen und Verkrampfung ihren Ausdruck finden kann, bemerken. In Deutschland kann von etwa 2 Millionen Betroffenen ausgegangen werden.

Der Verein „intakt e.V.“ wurde 2004 ins Leben gerufen und hilft bei der Gründung und Leitung von Selbsthilfegruppen zu Sozialer Phobie. Er versteht sich als deren Interessenvertreter, vermittelt Betroffenen Kontakte zu den passenden Gruppen, stellt Materialien zur Verfügung, berät Erkrankte und deren Angehörige und startet regelmäßig Projekte wie beispielsweise die Buchveröffentlichung „Der ängstliche Panther“. Er ist als gemeinnützig anerkannt.


[Dennis Riehle]

Erfahrungsbericht

Schon in der Pubertät war es merkwürdig: Nein, es war gar nicht in der Pubertät. Denn die gab es bei mir eigentlich nicht. In der Zeit, in der sich meine Mitschüler damit beschäftigten, wen sie warum lieben und wie sie ihre sexuellen Höhenflüge der inneren Schmetterlinge in den Griff bekommen könnten, war es bei mir eher eine Leere, zumindest, was die Orientierungen und Neigungen anging. Als in der Schule Bilder von einem ausgewachsenen Genitale gezeigt wurden, war mir zunächst unklar: Ist das bei jedem Mann so? Denn bei mir hatte das ganz anders ausgesehen. Überhaupt: Aufklärungsunterricht? Wofür braucht man so etwas? Wofür gibt es Sexualität, wenn ich doch nichts davon spüre, ob ich nun Mann oder Frau anziehend empfinde und ich mir auch keine Gedanken über Nachwuchs mache, keine Idee habe, wie man sexuelle Praktiken ausleben könnte.

Nachdem ich weit über die Pubertät hinaus einen starken Nachtschweiß hatte, rasch eine Fettleibigkeit ansetzte, die nicht mit meiner Ernährung im Einklang stand und ich eine ausdauernde Müdigkeit bei einer regelmäßigen Zunahme meiner Herzfrequenz verzeichnete, kam mein Hausarzt schlussendlich darauf, mich beim Endokrinologen vorzustellen. „Da ist aber Einiges durcheinander“, sagte dieser nach dem ersten Blick auf meine Laborwerte. „Niedriges TSH, niedriges fT3 und fT4. Sie haben in jedem Fall eine Hypothyerose“, meinte er. „Was habe ich?“, war mir unklar. „Na ja, eine Schilddrüsenunterfunktion. Wir machen gleich einmal eine Sono“. Er bat mich, den Hemdknopf zu öffnen und warnte: „Es wird kalt“. Ja, sie war ziemlich klein, zu klein für eine normale Entwicklung. „Ich bitte ihren Hausarzt, nochmals entsprechende Immunparameter zu bestimmen“. So sandte er mich nach Hause, mit dem zusätzlichen Hinweis: „Gehen Sie denn nicht in die Sonne? Sie sind so fahl im Gesicht! Und außerdem haben Sie viel zu wenig Vitamin D. Ich schreibe Ihnen da etwas auf. Und die Schilddrüsenhormone müssen auch noch eingestellt werden!“.

Mein Hausarzt hatte schließlich alle Werte beieinander und diagnostizierte eine „Hashimoto-Thyreoiditis“, war sich aber nicht ganz sicher ob der Ätiologie. Er fragte nach möglichen anderen Betroffenen in der Familie, die unter dem autoimmunen Abbau des Schilddrüsengewebes leiden, was ich aber verneinen musste. „Hat der Endokrinologe denn nichts zu Testosteron, FSH und LH gesagt?“, fügte er noch an. „Nein, wieso, was ist das denn?“, „Nun, das sind die Sexualhormone – und fast keines davon ist in deinem Blut nachweisbar. Bei einem bald Volljährigen sollte das anders aussehen“. Nachdem der Facharzt darüber aber kein Wort verloren hatte, vereinbarten wir, es weiter zu beobachten. Tatsächlich entwickelte ich zunehmende Muskelschmerzen bei kurzen Gehstrecken und verspürte immer öfter im Tagesverlauf eine große Abgeschlagenheit. Es war nicht nur eine Erschöpfung, sondern sie führte gar bis zur vollständigen Erlahmung, kaum noch eine Kraft im Körper, um irgendeiner Aufgabe nachzugehen. Nachdem ich an einem Spezialzentrum für Muskelerkrankungen keine wegweisende Diagnostik erhalten hatte, verwies man mich allerdings an eine endokrinologische Uniklinik.

Und dort fiel zum ersten Mal ein Wort, das sich mich seither als eine durchaus fordernde Krankheit begleitet: „Wir haben bei Ihnen einen hypogonadotropen Hypogonadismus festgestellt“, sagte die freundliche Ärztin, die gleichsam meinte, dass meine Schilddrüse mittlerweile eigentlich ganz gut eingestellt sei. „Aber nun sollten wir über eine Hormonsubstitution nachdenken“, gab sie mir mit auf den Weg – und ich war irritiert. Machen das nicht eigentlich nur diese Bodybuilder, die stärkere Muskeln bekommen wollen? Ist das nicht eher „Doping“? Die Aufklärung durch die Experten hatte mir allerdings deutlich klargemacht, dass es sich um eine medizinische Notwendigkeit handelte, jetzt aktiv zu werden. Denn langfristig würden diese Laborwerte zu massiven Einschränkungen führen. „Das ist, als wären sie mit 25 schon ein Senior“, so einer der Mediziner an der Uniklinik, die mich ermutigten, fortan regelmäßig an die Spritze mit Testosteron zu denken. Gleichzeitig veranlassten sie ein MRT vom Schädel. „Warum das?“, wollte ich erfahren. „Hat das nicht etwas mit meinem kleinen Hoden zu tun, der keine Hormone produzieren kann?“. Man entgegnete mir, dass die Laborwerte deutlich darauf hinweisten, dass eine „höhere Ebene“ betroffen sei, die Hypophyse, die Hirnanhangdrüse, die das Genitale erst zur Produktion anregt. „Und was kann dort kaputt sein?“, fragte ich noch mit einem jugendlichen Leichtsinn. „Wir warten ab“, so der Arzt.

Im Kernspin ergab sich ein Hypophysenadenom, das mit fünf Millimetern aber klein war und gemäß Experten nicht eindeutig hinwies, warum meine Hormonspiegel derart niedrig seien. Mittlerweile hatte die Muskelmasse an Händen und Füßen messbar abgenommen, an Handgelenken und Fußgelenken konnte man das in Zentimetern feststellen. Und eine zunehmend depressive Stimmung machte deutlich, welch globale Auswirkungen der Hypogonadismus auf meinen gesamten Organismus hatte. Vorsichtshalber schickte man mich auch zur Knochendichtemessung. „Eigentlich ist sie in Ihrem Alter nicht nötigt, aber wir haben erhöhte Calcium-Werte bei Ihnen im Blut gemessen, was auf eine beginnende Osteoporose hindeuten könnte“. Und so war es auch. Genauer gesagt: Eine „Ostepenie“, die Vorstufe des Knochenschwundes, wurde festgemacht an den Aufnahmen, die sich einreihten in ein weiteren Untersuchungsergebnis: In der Uniklinik wurde ein Karyogramm angefertigt, jedoch: „Ein Klinefelter-Syndrom haben Sie nicht“, bestätigte mir die Humangenetikerin. „Das können wir ausschließen“ und fügte hinzu: „Das ist doch auch schon mal gut!“, wenngleich ich erst nachlesen musste, was man darunter überhaupt versteht.

Nach einigen Jahren der Substitution mit Testosteron war mein Gewicht noch nicht merklich zurückgegangen, dafür waren meine Leberwerte angestiegen. „Wir sollten Sie einmal zu einem Gastroenterologen schicken“. Der wollte eigentlich nur meine Fettleber inspizieren, als er aufmerkte: „Da ist irgendetwas, Sie haben eine Raumforderung in der Leber“. Eine Biopsie sollte Klarheit bringen, doch rasch kam der Gedanke auf, dass es sich um eine Nebenwirkung der Hormongabe handeln könnte. „Das ist äußerst selten“, schrieb ein Professor aus einer Spezialambulanz, an die mein entnommenes Gewebe gesandt wurde. Ein „Beta-Catenin mutiertes Adenom“, das an der Grenze war, bösartig zu werden, wie man mir verdeutlichte. Rasch wurde in der Uniklinik ein Termin für eine Ablation, eine moderne Entfernung des Tumors durch einen „Schmlezprozess“, wie ich im Aufklärungsgespräch erfuhr, angesetzt, nachdem man aufgrund meines Gesundheitszustandes entschied, doch nicht große Teile der Leber konservativ zu entnehmen. Aber: Wie denn nun weiter mit der Testosteron-Substitution? Zwischenzeitlich war die Gabe abgesetzt worden, aber die Werte sanken wieder unter den Grenzbereich. Und meine Gesamtsituation verschlechterte sich neuerlich.

Das war erst vor einigen Monaten – und jetzt habe ich mich durchgerungen, es nochmals zu versuchen. Allerdings nur unter ständiger Kontrolle durch den Hepatologen. Endokrinologen und andere Fachärzte arbeiten glücklicherweise zusammen, ungeklärt bleibt letztlich noch die Ursache des Hypogonadismus. Denn das Hypophysenadenom war es ob seiner geringen Größe wohl nicht, es musste nicht einmal entfernt werden. Und aufgrund der Adipositas? Sie kam allerdings ausgeprägt erst nach der Feststellung der Unterfunktion von Hirnanhangdrüse und – wie sich mittlerweile herausstellte – auch der Nebenniere, sie weicht allerdings nur geringfügig von ihrer Leistung ab, wie ACTH und HRC im entsprechenden Test belegten, aber durchaus auch eine merkwürdige Kurve meiner Vitalität im Tagesprofil gesehen erklären konnten. Die Suche geht also weiter, es passt auch nicht der Hirsutismus, die extreme männliche Körperbehaarung, die schon vor der Testosteron-Gabe auffiel, und die nicht korrespondiert mit einer Gynäkomastie, einer Ausformung der männlichen Brust, die bei mir überdies zeitweise leichte Milchabsonderungen erkennen ließ. Hier ergab die Untersuchung, die ansonsten nur Frauen kennen, zwar keine Auffälligkeit, obwohl ich mittlerweile auch nicht mehr so ganz sicher bin: Ja, vom Aussehen ein Mann, aber bist du das auch emotional wirklich?

Die psychischen Belastungen sind nicht leicht. Denn tatsächlich sind nicht nur sexuelle Gefühle, die momentan eher auf eine homosexuelle Orientierung bei einer Reifungskrise der männlichen Identität hindeuten, sondern auch die Auswirkungen der Mangelerscheinungen eine Herausforderung, die Aufmerksamkeit an vielen verschiedenen Punkten erfordert. Wachsamkeit und ständige Kontrollen sind nun an der Tagesordnung, zunehmende Gedächtnisstörungen machen mir klar, weshalb man den Hypogonadismus eigentlich das Syndrom des „alternden Mannes“ nennt. Mit Disziplin und Durchhaltevermögen lässt sich aber Vieles ertragen, das wissen auch andere Betroffene. Und deshalb soll der vorliegende Bericht kein Mitleid erzeugen, sondern eher anregen, selbst bei vielen Baustellen nicht aufzugeben und zu versuchen, den Durchblick zu bewahren. Die Reise wird weitergehen. Und ich bin jederzeit bereit, meine Erfahrungen mit denen zu teilen, die ebenso unterwegs sind mit ihren eigenen Symptomen, mit ihrer Geschichte und mit ihren Hoffnungen, Nöten und Sehnsüchten!

[Dennis Riehle]

Erfahrungsbericht

Es war ein Erdbeben in Asien, das im Blick aus heutiger Perspektive der Beginn einer Krankheit war, die weder ich, noch meine Bezugspersonen früh genug erkannt hatten. Ich war ein noch junger Mensch, kurz vor dem Abitur, hatte zwar Geld gespart, war aber keinesfalls derart reich, dass ich mit den Scheinen nur so hätte um mich werfen können. „Kannst du bitte diese Überweisung mitnehmen?“, bat ich meinen Vater eines Tages, nachdem die Spendenaufrufe über das Fernsehen verbreitet wurden. „50 Euro? Bist du dir wirklich sicher?“, fragte er mich. „Ja, ich muss doch helfen“, entgegnete ich ihm. Und noch ahnte er nicht, dass das der Anfang von Tausenden von Euros sein könnte, die in den nächsten Jahren an unzählige gemeinnützige Zwecke gingen. Das Hochwasser in Deutschland, die Waldbrände in Südeuropa, die Opfer des Krieges im Irak, die Obdachlosen nach den Überschwemmungen in Indonesien und die Hungertoten von Afrika waren nur einige ausgewählte Beispiele, für die ich fortan über diverse Hilfsorganisationen spendete.

Wenige Stunden, nachdem ich eine Überweisung ausgefüllt hatte, zog ich mich in mein Zimmer zurück. „Was hast du da eigentlich getan?!“, murmelte ich vor mich hin. Und ich sah mir mein Sparbuch an, auf dem es gar nicht so üppig aussah, wie ich immer dachte. Und dann kam da ja auch noch das Studium, das Geld kosten würde. Ich legte mich auf mein Bett, zog die Decke bis weit nach oben. Irgendwie kreisten die Gedanken um Nichts, so empfand ich es zumindest. Emotional ärgerte ich mich zwar kurz über mich selbst, aber dann verlor ich mich wieder in einer Leere, in der gefühlsmäßig null in mir stattfand. Nach knapp drei Stunden kam meine Mutter besorgt zu mir. „Was ist denn los, warum schläfst du um diese Zeit?“. Ja, seitdem ich Medikamente für meine Zwangserkrankung genommen hatte, die schon seit Jahren diagnostiziert war, prägte sich die Müdigkeit bei mir aus. Doch das war es in diesem Fall nicht. Dass eine kurze, depressive Phase dahinter stehen könnte, das konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht ermessen.

Ich stand auf, und mir fiel ein, dass ich da einen Werbebrief bekommen hatte, von einem Kinderdorf, das Paten für einen Waisen in Osteuropa suchte. „Nur 30 Euro im Monat für ein gutes Leben, das werde ich doch verkraften können“, sagte ich mir – und füllte den Fragebogen aus, der mich kurze Zeit später die erste Post von meinem Patenkind erhalten ließ. Nach dem Abendessen kalkulierte ich durch: 360 Euro im Jahr. Wie lange würde ich das durchhalten? Aber jetzt wieder absagen? Die zählen doch auf mich, was hinterlässt das für einen Eindruck, wenn ich die Patenschaft nun schon wieder beende? Und außerdem wollte ich doch mithelfen, dass die Welt etwas besser wird! Euphorisiert füllte ich gleich eine Überweisung aus und ließ meinem Patenkind 20 Euro extra zukommen, darüber würde es sich sicher freuen. Doch dachte ich dabei auch an mich? Mein Vater tuschelte mit meiner Mutter, nachdem ich ihm also wieder ein Überweisungsformular in die Hand gedrückt hatte. „Ich spreche mal mit seinem Therapeuten“, hörte ich da heraus. Aber was sollte der denn jetzt mit meinem Patenkind in der Ukraine zu tun haben? Ich verstand in diesem Augenblick die Zusammenhänge nicht.

Einige Tage später setzte sich meine Mutter recht sorgenvoll an meine Seite. „Sind denn deine Zwänge schlimmer geworden? Oder warum überweist du so viel Geld?“. Meine Antwort war recht eindeutig: „Ich muss diesen Menschen doch helfen. Wer hilft ihnen denn sonst, wenn nicht ich?“. „Ja, ja, du rettest die Welt“, frotzelte sie vor sich hin. Und mir kam in diesem Moment der Gedanke an einen Entlassbericht aus einer Klinik, in der ich schon vor einigen Monaten zuvor gewesen war. Eine „narzisstische Persönlichkeitsstörung“ hatte man mir dort diagnostiziert. Narzissmus, das würde doch gut mit diesem „Ich“ zusammenpassen, das ich immer wieder in meiner Wortwahl, aber auch in meinem Tun bemerkte. Aber es kam auch noch ganz anders. „Wofür brauchen wir denn kiloweise von diesem Druckerpapier“, fuhr es meinem Vater einige Wochen später heraus. „Na ja, es war im Angebot und da dachte ich…“. Er unterbrach mich: „Und wie hast du das bezahlt?“. „Über Lastschrift, das geht doch ganz einfach“. „Ja, eben, das ist ja das Problem“. Nachdem in den folgenden Tagen immer mehr hinzukam, Druckerpatronen, Schulhefte, Schreibutensilien, wurde sie ungehalten: „Wofür brauchst du das denn?“, wollte meine Mutter wissen. „Für die Schule…“. „Kind, du bist jetzt noch acht Monate am Gymnasium, dann kommt vielleicht ein Studium, reicht es nicht, wenn du das nach Bedarf anschaffst?“. Ich verstand das nicht, war es doch gerade alles so billig – und das konnte man doch immer gebrauchen.

Nachdem ich mich wieder in mein Bett zurückgezogen hatte, kreisten die Gedanken dieses Mal um eine andere Frage: „Warum sind denn alle gegen mich? Was mache ich falsch?“. Ich fand mich in einer Spirale der Selbstkritik wieder, auch wenn ich gar nicht wusste, was denn eigentlich mein Fehler sein sollte. Dass man eher das Beste für mich wollte, das konnte ich – wie Viele in ähnlichen Situationen – natürlich nicht nachvollziehen. Stattdessen baute ich in mir langsam wieder eine Trotzreaktion auf, in der Mathematik würde man sagen, die Kurve arbeitete wieder auf einen Wendepunkt zu, denn immerhin war ich im Grunde doch davon überzeugt, das Richtige zu tun. Es stellte sich ein Dauerzustand ein, der sich insgesamt über vier Jahre hinwegzog. Es wechselte zwischen Schreibtisch und meinem Bett, zwischen Ausfüllen von Überweisungen und großer Ratlosigkeit, Traurigkeit, Mutlosigkeit. Und recht plötzlich war Schluss damit. Eine drei Jahre andauernde Phase war fortan geprägt von einer alleinigen Deprimiertheit. Ich hatte das Studium abbrechen müssen, nachdem meine kognitiven Leistungen nicht mehr ausgereicht hatten. Ich konnte aufgrund neurologischer Störungen nicht mehr Vollzeit arbeiten. Und irgendwie zerbrach innerhalb weniger Monate eine ganze Lebensvorstellung, meine Träume und Sehnsüchte, die Ziele, die ich mir gesetzt hatte.

Meine Eltern wiederum waren diejenigen, die mich auffingen. „Du lebst doch nicht für die Leistung!“. Das sagten die so einfach einem Sohn, der darauf bedacht war, Leben über den Erfolg zu definieren. Dabei ging es vor allem um dieses Gute für die Menschen. Nicht für mich wollte ich die Ergebnisse erzielen, sondern für jene, die mich brauchten. Und aus dieser Überzeugung wuchs rasch die Notwendigkeit heran, ich müsse mich doch ehrenamtlich stärker engagieren, wenn ich doch schon auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr so richtig zu gebrauchen war. Eine Selbsthilfegruppe gründete ich, noch eine und noch eine. Und zwischendurch übernahm ich den Vereinsvorsitz hier, den Schriftführer-Posten dort und für die Protokolle war ich sowieso überall zuständig, wo ich nur hinkam. Und manches Mal hatte mein Tag plötzlich mehr Stunden, als es bei einem regulären Job der Fall gewesen wäre. Gut, ich war langsam in meinen Tätigkeiten aufgrund meiner Einschränkungen. Aber ich hatte diese Aufgaben übernommen und aus meiner Gewissenhaftigkeit heraus, die ich als Tugend von Kindheit an hochgehalten hatte, musste ich diese auch erfüllen. Und so war eigentlich vorprogrammiert, dass sich eine neue Achterbahn auftun würde, die mich schlussendlich psychisch, aber auch körperlich an den Rand dessen brachte, was man noch hätte verkraften können.

„Herr Riehle, können Sie uns eine Zusammenfassung dieser Sitzung bis morgen fertigen?“ – Natürlich konnte ich das. Und in der Erkenntnis meiner narzisstischen Eigenschaften fühlte ich mich auch „gebauchpinselt“, denn immerhin traute man mir etwas zu, es war doch eine Ehre, in öffentlichen Gremien so eine Arbeit zugesprochen zu bekommen. Gut, finanziell bekam ich dafür nichts, am Anfang aber wenigstens Anerkennung. „Herr Riehle, könnten Sie die Dokumentation zu diesem Abend schreiben?“ – Selbstverständlich konnte ich auch das. Und zwischendurch noch einen Termin für ein Pressegespräch, für einen Arbeitskreis und für eine Vorstandssitzung. Plötzlich verzeichnete mein Kalender acht Termine für einen Tag. Immernoch einen hinzu, denn der Herr Riehle würde das schon schaffen. Der schafft alles. Der kann im Zweifel auch fliegen und wenn es sein muss, vielleicht auch Gott spielen. Meistens reichte diese Vermutung aber nur bis am Vortag solch eines Marathons an Verpflichtungen, die ich nie hätte einhalten können. „Mama, kannst du da vielleicht anrufen und absagen?“, bat ich sie – und wie ich meine Mutter kannte, wusste sie nicht, was sie dagegenhalten sollte. Ich zog mich währenddessen wieder ins Bett zurück. „Ich bekomme das eben doch alles nicht auf die Reihe“, so flüsterte ich mir selbst zu. Und irgendwie stand ich vor dem Scherbenhaufen einer falschen Planung, die geprägt war von einer vollkommen fehlerhaften Selbsteinschätzung. Aber es ging ja auch um meine Ruf. Was würde man sagen, wenn ich nun reihenweise Termine „canceln“ müsste? Wäre ich überhaupt noch etwas wert? Nach einigen Stunden Grübeln griff ich selbst zum Hörer und rief beim Vereinsvorsitzenden an: „Können wir die Sitzung vielleicht übermorgen noch nachholen?“. Mit allen Mitteln versuchte ich, meiner Reputation keine Delle zuzufügen. Dabei war doch klar, dass mir es niemand verdenken würde, wenn ich einfach an meine Grenzen gelangte. Stattdessen baute ich dasselbe Gerüst wieder von vorne auf – und auch übermorgen würde ich es nicht schaffen, es einzuhalten.

Lange wurde all das auf meine Zwangsstörung zurückgeführt. Und klar, das Händewaschen, das Kontrollieren und Sortieren, aggressive und sexuelle Zwangsgedanken, sie waren in ihrer Unverkennbarkeit auch noch immer da. Aber irgendwie schien da etwas nicht zu passen. Ich selbst hatte das Gefühl, dass die Differenzialdiagnostik noch nicht ausreichend durchgeführt worden war. Und so entschied ich mich nach den neuesten Erfahrungen und dem Absturz aus meinem „Ich kann Bäume ausreißen“ und der Frage am nächsten Tag, was ich mit all dem Holz tun soll, eine Spezialsprechstunde für Bipolare Störungen aufzusuchen. Denn aus einer Selbsthilfearbeit lernt man viele Erkrankungen kennen, man bekommt ein Gespür dafür, was mit mir los sein könnte. In mehreren Testbogen bestätigte sich dann, was ich vermutet hatte. Eine bipolare Erkrankung. Im Arztbrief las ich, es handele sich um den „Rapid-Cycling – Typ“. Und nach einer Recherche war klar, die Ärzte hatten recht. Bis zu fünf Mal pro Woche hatten die Phasen zwischen Höhenflug und Unterwassertauchen letztendlich gewechselt, meine Stimmungen waren teilweise gar nicht mehr so schnell einschätzbar, wie sie sich wandelten. Viele der Auswirkungen daraus mussten meine Eltern ertragen. Und ich war froh, dass nun eine Therapie angesetzt werden konnte, die passgenau auf die Symptome ansprach. Überraschend für alle war der rasche Erfolg einer sich wieder einpendelnden affektiven Schwingungslage, eines angepassten Verhaltens an die Realitäten. Doch damit war es nicht getan. Die Arbeit in der Psychotherapie begann nun erst: Wie viel Selbstwert spreche ich mir zu? Wie definiere ich meine Würde? Wie organisiere ich einen Alltag so, dass er den Ressourcen entspricht, die mir zur Verfügung stehen? Wie viel Arbeit muss ich streichen? Und vor allem: Welche will ich wirklich behalten, welche will ich vielleicht neu hinzunehmen, weil sie meiner tatsächlichen Begabung, meiner eigentlichen Freude entsprechen? Und welchen Sinn gibt es abseits von Können, Leisten und „Dienen“ denn wirklich?

Heute gibt es noch kurze Episoden, drei oder vier im Vierteljahr, kaum zu vergleichen mit dem, was ich ursprünglich erlebt habe. Auch, wenn das erst im Nachgang alles so unwirklich ist. Gerade an die hypomanen Phasen kann ich mich kaum erinnern, gebe nur müßig zu, dass das auch tatsächlich alles so übertrieben war. Allerdings gelingt mein Management besser, mein Tagesablauf ist so geregelt, dass ich ihn gut erfüllen kann – und vor allem danach zufrieden bin. Viele der psychischen Schwachpunkte konnte ich im Gespräch angehen und habe gelernt, dass nicht wenige Charaktereigenschaften auch anerzogen, nicht wirklich genetisch bedingt waren. Das Umfeld, in dem ich aufwuchs, das von Sorgen meiner Eltern über mich geprägt und wie ein Knäuel an Watte auf mich gewirkt hat, trug sicherlich ebenso zu einer Entwicklung bei, die gleichsam Parallelen zu vielen Glaubenssätzen aufweist, die Menschen mit einem geringen Selbstvertrauen, mit dem Erleben von wenig Freiheit und einem erst spät zugestandenen und ausgelebten Verantwortungsbewusstsein haben. Doch daran kann man etwas ändern, wenn man sich neu findet und zu Veränderungen bereit ist, wenn man mit Stress besser umzugehen lernt, aber auch mit Kritik, mit Zurückweisung und empfundenem Unsolidarischsein. Zu erkennen, dass gewisse Haltungen, Gefühle und Reaktionen des Gegenübers menschlich sind und nicht zwingend auf eine einzelne Person bezogen sein müssen, ist eine echte Herausforderung. Anzunehmen, dass man selbst limitiert ist in seinem Einfluss, in seinem Erreichbaren und seinen Möglichkeiten, gleichzeitig aber dennoch wertvoll ist und sich auch im 21. Jahrhundert die Bedeutung eines Menschen nicht an seinen Aufstiegen, Karrieren und nach oben gerichteten Lebensläufen orientiert, auch das war nicht immer leicht. Und doch hat es sich gelohnt, denn auch bipolare Erkrankungen kann man wahrlich in Schach halten – und nicht nur nach oben und unten…

[Dennis Riehle]