Leserbrief zu
„Experimente mit dem Grundeinkommen taugen nichts“, SÜDDEUTSCHE vom 07. August 2017

Wer ein Grundeinkommen weiterhin in die gleiche Kategorie wie das Arbeitsentgelt einordnet oder es miteinander kombiniert, hat den Sinn des gesamten Gedankenmodells nicht verstanden, das derzeit an verschiedenen Orten in der Welt durchdacht und erprobt wird.

Die Bedingungslosigkeit ergibt sich nicht aus einer Bedürftigkeit, sondern kann nicht ohne eine digitalisierte Welt verstanden werden, in der sich Arbeit frei macht von der gegenseitigen Abhängigkeit zu einer Entlohnung. Denn Gewinn entsteht künftig auch ohne Menschenhand. Ihn zu verteilen, das könnte Grundlage eines Einkommens sein, das eigentliche eine Selbstverständlichkeit wiederherstellt: Jeder auf diesem Planet hat das Recht, einen Anteil an Ressourcen und den Profiten zugestanden zu bekommen, der sich künftig von selbst erwirtschaftet.

Arbeit wird dann zu einem Luxusgut, das gerade dadurch seinen Anreiz findet, weil das Grundeinkommen im Sinne der Gemeinschaftlichkeit, aber auch der Gerechtigkeit zwar zu einem Existenzminimum ohne Überlebensängste ausreicht, ein besseres Dasein aber doch nur mithilfe der „Aufstockerleistung“ „Arbeit“ möglich wird. In ihrer Ätiologie sind beide liquiden Mittel aber derart unterschiedlich, dass jeder Vergleich hinken würde.

Vielleicht ist es tatsächlich noch zu früh, das Experiment in einer Dekade zu wagen, in der sich unsere Vernunft noch gegen den rasanten Wandel von Arbeitswelt, Wachstum und Leistung stellt. Der Mensch muss angesichts einer Schnelllebigkeit unserer Zeit allerdings lernen, über seine bisherigen Horizonte hinweg zu planen.

[Dennis Riehle]

Pressemitteilung

Die Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V. sucht noch Neubürger aus dem Teilort, die Interesse daran haben, mit alteingesessenen Mitbürgern das Dorf kennenzulernen. Das Projekt, das aufgrund der großen Zahl an Studierenden, jungen Familien, aber auch Menschen, die Litzelstetten als ihren neuen Lebensmittelpunkt entdeckt haben, vom Schriftführer des Vereins, Dennis Riehle, initiiert wurde, soll Patenschaften zwischen „Ureinwohnern“ und neu nach Litzelstetten Gezogenen fördern. Insbesondere geht es darum, dass jene, die schon lange vor Ort wohnen, den in jüngerer Vergangenheit ins Dorf gekommenen Bürgern Informationen über Ansprechpartner, Infrastruktur und Nahversorgung, Behörden und öffentliche Einrichtungen, Geschäfte, Freizeitmöglichkeiten, Vereinsleben oder Eigenarten Litzelstettens geben, gemeinsam Veranstaltungen besuchen oder auch Freundschaften ausbilden.

„Ich bin selbst ein Bürger, der seit Geburt hier lebt. Ich kann mir gut vorstellen, wie schwer es ist, in die gewachsenen Strukturen des Ortes Einblicke zu gewinnen oder an der Dorfgemeinschaft teilzuhaben, wenn man noch völlig fremd ist. Dabei hat es Litzelstetten dringend nötig, die immer stärker sichtbaren Parallelgesellschaften aus ‚Alten‘ und ‚Neuen‘ zu vereinen, denn angesichts des Demografischen Wandels ist ein starker sozialer Zusammenhalt nötig, um den Ort lebendig zu halten“, so Riehle.

Für das Vorhaben der „Neubürger-Patenschaften“ hatten sich bereits mehrere Interessierte gemeldet, die seit langem in Litzelstetten leben und die sich bereit erklärt hatten, aktuell hier her gezogene Mitbürger im Dorf an ihre „Hand zu nehmen“. Wie sich die Patenschaft ausgestaltet, entscheidet das Tandem jeweils selbst. Der Verein unterstützt bei der Vermittlung und ist Kontaktperson für alle Teilnehmer am ehrenamtlichen Projekt. So können sich vor allem frisch gebackene Mitbewohner aus Litzelstetten, die sich gern austauschen würden, Fragen zum Ort haben oder einfach Anschluss an die Dorfgemeinschaft suchen, bei Dennis Riehle (Mail: Li-Na@Riehle-Dennis.de, Tel.: 07531/955401) melden.

[Dennis Riehle]

Pressemitteilung

Die Sozial- und Pflegesprechstunde der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe weist aufgrund der derzeit langen Wartezeiten auf die Begutachtung durch den „Medizinischen Dienst der Krankenkassen“ (MDK) im Rahmen der Feststellung auf Pflegebedürftigkeit darauf hin, dass Antragssteller und ihre Angehörigen die Zeit nutzen sollten, um sich auf den Besuch des MDK vorzubereiten. „Seit der Pflegereform zum Jahreswechsel gibt es einen immensen Ansturm auf die Pflegekassen. Viele hoffen nun auf eine Einordnung in die Pflegegrade – oder eine Höherstufung. Das führt zu Verzögerungen in der Bearbeitung, weshalb man das Warten keinesfalls ungenutzt lassen sollte und stattdessen helfen kann, das spätere Begutachtungs- und Entscheidungsverfahren zu vereinfachen“, sagt Dennis Riehle, Leiter der Sozial- und Pflegesprechstunde.

Sie gibt Tipps, was im Vorfeld der Begutachtung bereits erledigt werden kann, um es den Mitarbeitern des MDK (beziehungsweise gleichwertigen Diensten, die durch die Private Pflegeversicherung beauftragt werden) die Arbeit zu erleichtern und damit rascher zu einem Ergebnis zu kommen. „Auch kann man sich bereits vorab informieren, welche Pflegeleistungen im Zweifel die sinnvollsten für die ganz persönliche Situation sind. Denn jeder Pflegebedürftige braucht andere Unterstützung, entsprechend sollte man gemeinsam mit Angehörigen, aber auch mit Dienstleistern sprechen, welche Hilfestellung im individuellen Fall die richtige ist“, meint Riehle. „Wir haben ein Informationsblatt zusammengestellt, das Hinweise für die Vorbereitung der Begutachtung zusammenfasst. Und weitere, die die unterschiedlichen Pflegeleistungen erklären, wenn es darum geht, den Bedarf für sich persönlich zu ermitteln“.

„Manche Pflegekassen übernehmen auch Leistungen der Nachbarschaftshilfe“, erklärt Riehle. Hierzu hat der Verein ebenso eine Zusammenfassung erstellt, wie ein Antrag aussehen kann. „Das ist eine Einzelfallentscheidung der jeweiligen Kasse, besonders bei den privaten Pflegeversicherern bestehen bessere Möglichkeiten, man sollte aber generell versuchen, zumindest Zuschüsse für die Angebote von niederschwelligen Dienstleistern wie unserem Verein zu erhalten“. Insgesamt haben sich nach der Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade und dem daraus resultierenden, veränderten Begutachtungsverfahren viele Fragen ergeben, wobei das System nach Meinung Riehles den Bedürfnissen der Menschen nun eher entspricht und sie nicht mehr allein auf Minuten reduziert werden. „Trotz des großen Andrangs ist zu raten, einen Antrag auf Pflegeleistungen zu stellen, wenn ein Unterstützungsbedarf durch körperliche, psychische oder kognitive Einschränkungen besteht“. Die Sozial- und Pflegesprechstunde berät unverbindlich als ehrenamtliche Erstberatung über Mail: Li-Na@Riehle-Dennis.de, Post: Martin-Schleyer-Str. 27, 78465 Konstanz. Beratungswünsche können unter Angabe von Post- oder Mail-Adresse auch auf dem Anrufbeantworter unter 07531/955401 hinterlassen werden.

[Dennis Riehle]

Pressemitteilung

Voraussichtlich ab April tritt das neue Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung in Kraft. Hiervon werden zahlreiche Versicherte profitieren, unter anderem, wenn mit einer erheblichen Sehschwäche auf eine Brille angewiesen sind. Zahlen die Krankenkassen bisher nur bei einer Sehleistung mit Korrektur auf 30 Prozent, haben künftig Patienten mit einer Brechkraft ihrer Brillengläser von 6 Dioptrien Anspruch auf den Festbetrag der gesetzlichen Krankenversicherung beziehungsweise den vertraglich durch die Krankenkasse ausgehandelten Betrag. Liegt eine Hornhautkrümmung vor, wird bereit ab 4 Dioptrien gezahlt. Für Kontaktlinsten gilt eine neue Regelung der festbetraglichen Zuschüsse ab 8 Dioptrien. Eine neue Brille wird finanziell von den Kassen bei einer Minderung der Sehleistung um 0,5 Dioptrien unterstützt.

Das Gesetz garantiert zudem jedem Versicherten, dass der Leistungserbringer für Heil- oder Hilfsmittel darüber berät, welche Leistung für den Individualfall am besten geeignet ist – und in welchem Umfang die Kosten dafür von der Kranken- oder Pflegekasse übernommen werden. Zudem wird der Leistungskatalog bis 2018 erheblich überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht. Danach erfolgt auch eine strichprobenartige Kontrolle qualitativ. Eine weitere Änderung wird sein, dass zwischen den Krankenkassen und den Verbänden von Heilmittelerbringern (Ergo-, Physiotherapeuten, Logopäden etc.) „Modellverträge“ abgeschlossen werden, wonach künftig die „Blankoverordnung“ ausgestellt werden dürfen. Die Verordnung erfolgt also weiterhin durch den Arzt, die Wahl der geeigneten Leistung erfolgt jedoch durch den Heilmittelerbringer.

Um zwischen dem Ende einer Tätigkeit und dem Beginn der Arbeitslosigkeit einen Anspruch auf Krankengeld herstellen zu können, wird zudem künftig ab dem ersten Tag der Urlaubsabgeltung beziehungsweise auch der Sperrzeit die Krankenversicherungspflicht eingeführt. Für freiwillig Versicherte, die selbstständig beschäftigt sind, erfolgt überdies fortan eine Berechnung der Krankenkassenbeiträge anhand des vergangenen Einkommenssteuerbescheides. So sollen Schwankungen im Einkommen berücksichtigt werden. Erst nach Feststellung des derzeitigen Jahreseinkommens wird dann der endgültige Beitrag festgesetzt. Bei Fragen zu diesen Regelungen ist der Leiter der Sozial- und Pflegesprechstunde der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V., Dennis Riehle, über Mail (Li-Na@Riehle-Dennis.de) oder Post (Martin-Schleyer-Str. 27, 78465 Konstanz) zu erreichen.

[Dennis Riehle]

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Pressemitteilung

Im zu Ende gehenden Jahr 2016 hat die Litzelstetter Sozial- und Pflegesprechstunde erneut weit über 100 Anfragen beantwortet. Sie liegt mit 160 Anliegen bei der Nachfrage, die auch schon im Jahr 2015 (150) verzeichnet wurde. Dabei kam der größte Teil aus Litzelstetten (70 %, 2015: 80 %), alle weiteren aus den restlichen Vororten, der Kernstadt und Allensbach. Zu 40 % bezogen sich die Hilfegesuche auf Beratung in Sachen „Pflege“. Deutlich zugenommen haben die Bitten um Unterstützung bei Anträgen auf Schwerbehinderung (25 %). 15 % betrafen sonstige Antragsstellungen, insbesondere auf Sozialleistungen wie „Hartz IV“, nach dem Asylbewerberleistungsgesetz oder entsprechende Eingliederungshilfen. 10 % betrafen ganz konkrete Hilfsangebote der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V., die die kostenlose Sprechstunde für alle Bürger trägt.

Die restlichen Anfragen, so ihr ehrenamtlicher Leiter Dennis Riehle, waren dagegen Gesprächsanliegen: „Da geht es um ein offenes Ohr, um das Zuhören und einfach ums Dasein. Gerade nach Todesfällen oder in weiteren schwierigen Lebenssituationen suchen Menschen dann jemanden, dem sie erzählen können. Und weiterhin ist der Vorteil unseres Angebots, dass einerseits eine nicht familiäre, aber eben doch im Ort bekannte und gleichzeitig mit Vertraulichkeit den notwendigen Abstand mitbringende Person gegenübersitzt. Deshalb mache ich diese Aufgabe auch gern, denn ich spüre durchaus, dass sich Menschen hier öffnen können“.

Gerade die anstehende Reform in der Pflegeversicherung hat zu vielen Unsicherheiten geführt: „Das habe ich doch deutlich wahrgenommen, dass hier ein großer Informationsbedarf bestand“, so Riehle. Oftmals gehe es auch nur um kurze Fragen, andererseits werde deutlich, dass der Bedarf an „Übersetzern“ groß ist: „Für Viele ist es einfach schwierig, Anträge oder Bescheide der Behörden zu verstehen. Das macht mittlerweile fast den größten Teil der Arbeit aus, auszufüllen und zu erklären“.

Bewährt hat sich mittlerweile das Vorgehen, keine offenen Sprechstunden mehr anzubieten: „Seitdem die meisten Kontakte über Mail, Telefon oder Post zustande kommen, wird die Hilfestellung deutlich nachhaltiger. So können sich die meisten Anfragen auf diesem Weg bereits abhandeln lassen, und ich habe mehr Zeit für diejenigen, mit denen ich tatsächlich einen Termin für eine persönliche Begegnung vereinbare“. So wird die Handhabung auch für das kommende Jahr sein: Die Sozial- und Pflegesprechstunde ist jederzeit vorrangig elektronisch und postalisch zu erreichen (Li-Na@Riehle-Dennis.de oder: Martin-Schleyer-Str. 27, 78465 Konstanz), alternativ per Telefon (07531/955401).

[Dennis Riehle]

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Pressemitteilung

In einem Vortrag ging die Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V. auf die Änderungen im deutschen Pflegesystem durch das Inkrafttreten weiterer Gesetzesneuerungen im Zuge des Pflegestärkungsgesetzes ein. Referent Dennis Riehle, Leiter der Sozial- und Pflegesprechstunde des Vereins, erläuterte den Übergang von den bisherigen drei Pflegestufen zu den fünf Pflegegraden, die ab 1.1.2017 Gültigkeit erlangen werden. Er verdeutlichte auch die neue Begutachtungsgrundlage, auf der der „Medizinische Dienst“ fortan die Pflegebedürftigkeit feststellen muss. Die Bedeutung kognitiver und seelischer Einschränkungen dürfte durch das neue Verständnis in der entsprechenden Einschätzung über den Pflegegrad ansteigen. Trotzdem sieht Riehle nur bedingte Vorteile für diejenigen, die noch zwingend bis zum Ende dieses Jahres ihren Antrag auf Pflegeleistungen stellen: „Zwar könnte man davon ausgehen, dass Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen noch gewisse Vorteile haben dürften, wenn sie nach dem alten System eingestuft werden. Durch die Gesamtschau, die ab 1. Januar auf die zu Pflegenden zukommt, dürfte sich allerdings der Anspruch auf eine bessere Einstufung aller vorliegenden Funktionsbeeinträchtigungen verbessern“, so Riehle.

Wesentliche Aussage bei der Reform ist die des „Bestandsschutzes“. Er garantiert, dass keiner, der bereits eine Pflegestufe zugesprochen bekam, fortan schlechter gestellt wird. „Viel eher wird eine großzügige Übertragung aus der bisherigen in die neuen Einordnungen folgen, die zudem verschiedene Leistungssteigerungen in beachtlichem Maße mit sich bringen wird“, meint Riehle. Auch stationär müssten sich Erleichterungen ergeben, da der Eigenanteil für die pflegerischen Maßnahmen bundesweit bei einem ungefähren Rahmen gedeckelt wird. „Nur für manche Gruppen ergibt sich hier ein Mehraufwand als bisher. Ansonsten fallen auch hier die entsprechenden Entlastungen deutlich aus“. Wesentliche Verbesserungen bringen die neuen Rechte für die Angehörigen mit Ansprüchen auf eine Pflegeberatung und etwaigen Vorzügen in der Sozialversicherung. „Zusammenfassend werden die Pflegebedürftigen auch weiterhin nach dem Grundsatz ‚Ambulant vor Stationär‘ in denjenigen Bereichen besonders gefördert, in welchen das Pflegeheim ganz bewusst zum Wohl des Betroffenen noch hinausgezögert werden könnte. Insgesamt wird aber die Bedürftigkeit unter ganz neuen Vorsätzen betrachtet und somit dem Einzelnen gerechter werdend bestimmt“.

Informationen zur Pflegereform in einem Informationsblatt der Sozial- und Pflegesprechstunde, das unter Mail: Li-Na@Riehle-Dennis.de oder über Post: Martin-Schleyer-Str. 27, 78465 Konstanz, kostenlos erhältlich ist. Dennis Riehle bietet darüber hinaus eine ehrenamtliche Erstberatung zu Themen aus dem Bereich „Pflege und Soziales“ an.

[Dennis Riehle]

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Pressenotiz
Die Sozial- und Pflegesprechstunde der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V. teilt mit:

Personen, die die Nachbarschaftshilfe unserer Helferinnen in Anspruch nehmen, fragen desöfteren danach, ob die dafür aufgewendeten Ausgaben durch die Pflegeversicherung übernommen werden. Gemäß § 45b SGB XI sind niederschwellige Betreuungs- und Entlastungsleistungen hierfür gedacht. Nachdem diese jedoch das professionalisierte Ehrenamt ansprechen, erfüllt die Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V. diese Vorgaben nicht. So müssen die Kosten für den Dienst der Helferinnen privat getragen werden.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, in Ausnahmefällen durch einen Antrag bei der zuständigen Pflegekasse eine teilweise Erstattung zu erlangen, gerade dann, wenn es sich um Leistungen handelt, die der Pflege ähnlichen Charakter haben. Hierfür trifft die Kasse jeweilige Einzelfallentscheidungen, sodass keine pauschale Aussage möglich ist, ob Ausgaben letztlich auch tatsächlich getragen werden. Im Zweifel sollten Sie formlose Anträge mit der passenden Begründung an die jeweilige Pflegeversicherung stellen.

Hierbei kann die Sozial- und Pflegesprechstunde der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V. unterstützen. Ihr Leiter, Dennis Riehle, ist vorzugsweise per Mail: Li-Na@Riehle-Dennis.de und per Post (Martin-Schleyer-Str. 27), alternativ in Ausnahmen auch per Tel.: 07531/955401, zu erreichen.

[Dennis Riehle]

Pressemitteilung

Zum 1. Januar 2017 tritt die nächste – und bisher umfangreichste – Reform im Pflegesystem in Kraft. Mit der Abschaffung der Pflegestufen und der Einführung von fünf Pflegegraden wird sich ein Paradigmenwechsel im Verständnis der Pflege ergeben und aus einer bisherigen minutenorientierte Defizitbetrachtung eine ressourcenwürdigende Wertschätzung des Pflegebedürftigen auf den Weg gebracht. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen entfallen zahlreiche bürokratische Hürden und manche Nerven dürften geschont bleiben.

Die ehrenamtliche Erstberatung „Soziales und Pflege“ hat deshalb ein Informationsblatt über die wesentlichen Änderungen zusammengestellt, die zum Jahreswechsel Gültigkeit erlangen. Was passiert mit bereits begutachteten Personen, die in Pflegestufen einklassifiziert sind? Ändern sich die Leistungen? Welche Ansprüche habe ich als zu Pflegender zukünftig – und welche meine Angehörigen? Und weshalb ist die neue Art der Feststellung der Pflegebedürftigkeit ein so großer Fortschritt?

Besonders auch für psychisch erkrankte Menschen ergibt sich durch die Pflegereform eine Chance, Leistungen zu erhalten. „Durch die Gewichtung der verschiedenen Alltagsfunktionen der Betroffenen rücken auch Einschränkungen in den Mittelpunkt, die ihre Ursache im seelischen, kognitiven oder psychosomatischen Bereich haben“, so der Leiter der Sprechstunde, Dennis Riehle. „Die neue Vorgehensweise beim Begutachten der Antragsteller berücksichtigt damit auch, welchen Hilfebedarf Menschen mit chronischen Leiden aus dem psychiatrischen und neurologischen Spektrum haben“.

Zu wesentlichen Fragen der Reform gibt das mehrseitige Papier Auskunft und unterstützt dabei, sich einen ersten Überblick über die Neuerungen zu verschaffen, mögliche Sorgen zu nehmen und über die praxisnahe Anwendung der verbesserten Richtlinien aufzuklären. Besonders für Menschen, denen bereits eine Pflegestufe zugesprochen wurde, sind die Angaben von Bedeutung. Aber auch für diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, sich alsbald begutachten zu lassen. Nicht zuletzt ist die Handreichung auch für Angehörige von Interesse, die sich ein Bild über die neue Rechtslage machen und gegebenenfalls reagieren können.

Das Informationsblatt kann kostenlos unter Mail: Sprechstunde@Soziales-Pflege.de, alternativ über Tel.: 07531/955401 als gedruckte oder digitale Ausgabe angefordert werden.

[Dennis Riehle]

Pressemitteilung

Zum 1. Januar 2017 tritt die nächste – und bisher umfangreichste – Reform im Pflegesystem in Kraft. Mit der Abschaffung der Pflegestufen und der Einführung von fünf Pflegegraden wird sich ein Paradigmenwechsel im Verständnis der Pflege ergeben und aus einer bisherigen minutenorientierte Defizitbetrachtung eine ressourcenwürdigende Wertschätzung des Pflegebedürftigen auf den Weg gebracht. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen entfallen zahlreiche bürokratische Hürden und manche Nerven dürften geschont bleiben.

Die ehrenamtliche Erstberatung „Soziales und Pflege“ hat deshalb ein Informationsblatt über die wesentlichen Änderungen zusammengestellt, die zum Jahreswechsel Gültigkeit erlangen. Was passiert mit bereits begutachteten Personen, die in Pflegestufen einklassifiziert sind? Ändern sich die Leistungen? Welche Ansprüche habe ich als zu Pflegender zukünftig – und welche meine Angehörigen? Und weshalb ist die neue Art der Feststellung der Pflegebedürftigkeit ein so großer Fortschritt?

Zu all diesen Fragen gibt das mehrseitige Papier Auskunft und hilft, sich einen ersten Überblick über die Neuerungen zu verschaffen, mögliche Sorgen zu nehmen und über die praxisnahe Anwendung der verbesserten Richtlinien aufzuklären. Besonders für Menschen, denen bereits eine Pflegestufe zugesprochen wurde, sind die Angaben von Bedeutung. Aber auch für diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, sich alsbald begutachten zu lassen. Nicht zuletzt ist die Handreichung auch für Angehörige von Interesse, die sich ein Bild über die neue Rechtslage machen und gegebenenfalls reagieren können.

Das Informationsblatt kann beim Leiter der Sprechstunde, Dennis Riehle (Mail: sprechstunde@Soziales-Pflege.de, Tel.: 07531/955401), kostenfrei angefordert werden und wird postalisch oder elektronisch zugeschickt.

[Dennis Riehle]

Kommentar

Suizidalität ist ein gesellschaftliches Tabuthema. Nicht so in der Psychiatrie. Auch wenn es dort glücklicherweise nicht zum Alltag gehört, dass sich Menschen das Leben nehmen, ist man mit dieser schmerzlichen Erfahrung immer wieder konfrontiert. Und nicht selten wird den Kliniken vorgeworfen, dass Patienten nicht mit suizidalen Absichten eingeliefert werden, sondern sie erst innerhalb der Einrichtung entwickeln. Zum Schutz vor Eigengefährdung gilt auch weiterhin die Unterbringung auf geschlossenen Stationen vielfach als Mittel der ersten Wahl. Doch kann man Erkrankte mit dieser Maßnahme wirksam von ihren Absichten abhalten? Und wären sie für sich tatsächlich eine derartige Bedrohung, würde man sie auf einer offenen Station behandeln?

Die vorliegenden Zahlen einer Beobachtungsstudie von 350 000 Patienten aus 21 deutschen Psychiatrien über 15 Jahre sind interessant (http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/69809), zeigen sie doch, dass mehr Freiheit nicht unbedingt bedeuten muss, diese auch zu suizidalem Verhalten auszunutzen. Natürlich bleibt es eine Frage von Ursache und Wirkung, von begleitender Unterstützung in geschlossener Psychiatrie und ausreichend Hilfestellung in der offenen. Menschenrechtler fordern immer wieder, den Freiheitsentzug in der psychiatrischen Behandlung vollends abzuschaffen, wobei dabei die Praktikabilität offen bleibt, solange wir in einem Land leben, in dem Ärzte einen Eid darauf abgelegt haben, Leben zu retten – und wegen unterlassener Hilfeleistung belangt werden können. Die Würde des Menschen ist laut Grundgesetz unantastbar, eine ernsthafte Diskussion darüber, ob diese Vorgabe ohne geschlossene Psychiatrien tatsächlich besser erfüllt werden könnte, muss zumindest dann bezweifelt werden, wenn man darauf vertraut, dass derart massive Eingriffe wie der Freiheitsentzug nicht lapidar angewandt werden.

Öffentlichkeitswirksam muss einerseits auch die Tatsache werden, dass Psychiatrie nicht gleichbedeutend mit geschlossener Behandlung ist. Viel eher hat sich schon heute der offene Weg durchgesetzt, dort, wo es möglich ist. Und doch regen die neuesten Erkenntnisse an, den Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen noch weiterzudenken. Kann manch ein Patient vielleicht früher vom geschlossenen in den offenen Therapiebereich verlegt werden? Sollten wir uns noch mehr Mühe geben, die Suizidalität des Einzelnen auf Ursachen, Ausmaß und konsistente Überzeugung zu hinterfragen? Müssen wir unsere Gesetzeslage derart verändern, dass wir die freie Entscheidung des Individuums noch stärker respektieren – damit aber auch Haftungen für Behandler senken?

Mit dem Thema „Suizidalität“ sollte man keine Experimente machen. Daher bedarf es einer behutsamen Fortschreibung der Psychiatrie in das Spannungsverhältnis von Freiheit und Schutz hinein. Maßgebend muss das Wohl des Patienten sein – auch dann, wenn er aufgrund einer seelischen Ausnahmesituation nicht in der Lage ist, dieses zu artikulieren. Die Motivation eines Behandlers ist darauf gerichtet, einem Menschen in psychischer Not so schnell als möglich seine Freiheit zurückzugeben – und ihn deshalb zu befähigen, in eine Situation zu gelangen, in der Eigenverantwortung wiederum möglich ist, auch – und gerade – über das Leben.

Offene Psychiatrie steht unter den jetzigen Ergebnissen möglicherweise in einem neuen Licht da. Denn tatsächlich scheint sich die Vermutung, dass mehr Freiraum auch Potenzial bietet, suizidale Absichten auf anderen Wegen als über den Freiheitsentzug zu kurieren, zu bewahrheiten. Überlegt man sich, warum Menschen in die ausweglose Situation gelangen, ihr Leben nicht mehr bewältigen zu können oder zu wollen, so sind es doch gerade oftmals Zwänge der unterschiedlichsten Art, die die Hilflosigkeit ausgelöst haben. Unterdrückung mit Unterdrückung zu behandeln, das hat in den seltensten Fällen Erfolg gezeigt. Freiheitsentzug darf deshalb einzig und allein den schützenden Aspekt beinhalten, mit ihm kann keine Linderung von Ursachen erzielt werden. Das muss in der geschlossenen Psychiatrie bewusst bleiben – und darf keinesfalls die Bemühungen dort überdecken, die eigentliche Therapie zur wegweisenden Form der Behandlung zu erklären.

Und so bleibt natürlich eine Psychiatrie, in der der Patient frei ist – räumlich, im Willen und in der Wahl seiner Versorgung – stets das vorrangige Mittel. Und nach den neuesten Erkenntnissen werden wir uns noch öfter als zuvor fragen, ob wir diesem Wunsch nach Offenheit nicht häufiger und vor allem zeitiger nachkommen können. Dafür wird weiterhin äußerste Sensibilität in der Einschätzung gefragt sein, auch Behandler dürfen sich nicht zu Entscheidungen genötigt fühlen, die sie später nicht verantworten können. Denn die häufige Darstellung, der Mensch sei allein für sich zuständig, ist dann nicht richtig, wenn er sich in helfender Hand befindet. Dann wird Schuld zum raschen Thema – nicht allein strafrechtlich, sondern auch seelisch für die, die in der Psychiatrie arbeiten. Auch sie sind Menschen, sie sind verwundbar. Daher sind vorschnelle Forderungen nach einer Lockerung der geschlossenen Psychiatrie falsch. Doch die Studienergebnisse geben möglicherweise Rückhalt bei Zweifeln, die in jeder medizinischen Disziplin nie zur Gänze ausgeschlossen werden können. Sie machen Mut, Freiheit wieder mit neuer Ambition zu betrachten: so viel wie möglich, so wenig wie nötig.

[Dennis Riehle]