Lesermeinung

Zehn Flaschen Bier, ein paar Dosensuppen und eine Packung Haarspray – fertig ist der deutsche Angsthase, der sich künftig wieder nach den Bunkern dieses Landes erkundigen wird und für eine Woche vorsorgt ist, falls der Krieg ausbricht.

Zu verdanken hat er seinen Aktionismus einem Minister, der in dieser Amtsperiode schon desöfteren mit manchem Übereifer aufgetreten ist. Thomas de Maizière wird zum Grenzgänger – nicht nur, weil er möglicherweise schon bald Deutschlands Außenlinien von Soldaten bewachen lässt, sobald diese das Mandat für den Einsatz im Inneren an jeglicher Volksvertretung vorbei erteilt bekommen. Er ist auch derjenige, der stets am Machbaren unserer Verfassung kratzt, um zu prüfen, ob irgendjemand aufschreit, wenn wieder ein Bürgerrecht flöten geht.

Dabei bedient sich der bisweilen zumindest öffentlich kritisch gebende Politiker merkwürdigen Vergleichen. Weil Privatpersonen auch jedermann fotografieren und mit einer Software identifizieren könnten, müsste der Staat das an Bahnhöfen und Flughäfen auch tun dürfen. Mir ist bislang niemand begegnet, der wild durch die Gegend rannte, Fotos schoss und sie nachher einlas, um Daten zu gewinnen.

Gab es daneben nicht auch ein Recht am eigenen Bild? Wie dem auch sei: Erst sollten Ärzte und Therapeuten gefügig gemacht und die Schweigepflicht gelockert werden, nun reicht es nicht einmal für die Burka. De Maizière ist eben nicht nur ein Ankündiger – viele seiner Träume bleiben einfach nur eine Lachnummer!

[Dennis Riehle]

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