Leserbrief
zur Ankündigung von US-Präsident Trump, die Truppen aus Syrien abzuziehen

Der US-Abzug aus Syrien sei „überfällig“. So reagieren die LINKEN auf die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten, die Streitkräfte aus dem vom Bürger- und Stellvertreterkrieg gezeichneten Land zurückzuholen. Zu einfach sollte man es sich aber nicht machen: Mit dem Ende eines Eingreifens der amerikanischen Armee in Syrien wird Präsident Assad Vorschub geleistet. Er geht mit Kritikern nicht zimperlich um, die Diktatur könnte neuerlich Auftrieb bekommen. Gerade die syrischen Kurden werden unter dem Rückzug leiden, schon jetzt ist vorherzusagen, dass neue regionale Konflikte aufbrechen werden.

Ob man will oder nicht: Bei allem vergossenen Blut in Syrien hatte die US-Armee eine gewisse Pufferfunktion. Und bei allem Leid dürften die Beweggründe für Trumps Entscheidung weiteres Öl ins Feuer gießen: Genauso, wie mit seiner Ankündigung, die Truppen in Afghanistan halbieren zu wollen, hat der US-Präsident für sich offenbar damit abgeschlossen, Amerika als eine friedensstiftende Initiative zu verstehen. Syrien, Afghanistan – all das passt nicht in den Egoismus des „America first“.

Für Trump sind es unnötige Investitionen, sich für den weltweiten Kampf gegen den Terror aufzuopfern. Er hat offenbar den 11. September vergessen, genauso, wie das Ringen um Demokratie und Menschenrechte. Nein, wir wollen niemandem unsere Freiheit aufoktroyieren. Aber die US-Streitkräfte waren zumindest ein Garant dafür, dass wir manche Nation auf diesem Erdball nicht dem Chaos und der Unterwerfung überlassen möchten. Jetzt sind neue Gewalt und ein neuer Aufstand der Radikalen zu befürchten. Ein schwarzer Tag für die, die Hoffnung hatten…

[Dennis Riehle]

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