Leserbrief zu
„Schwarz-Gelb in NRW will Fahrkarte für Bedürftige abschaffen“, stern.de vom 23.11.2017

Das Vorhaben der schwarz-gelben Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, das Bahnticket für Bedürftige abzuschaffen, dürfte besonders der FDP nicht gut bekommen. Nachdem viele Wähler gehofft hatten, die Liberalen würden sich im Zuge ihrer Neuaufstellung nach vier Jahren Auszeit aus dem Bundestag von ihrem „Soziale-Kälte“-Image verabschieden, schlägt die Partei gemeinsam mit der CDU in die Kerbe ein, die man lange Zeit von den Freien Demokraten gewohnt war, die aber gleichsam dazu geführt hatte, dass sie von einem Teil der potenziellen Wählerschaft aus gesellschaftlich ärmeren Schichten nicht unterstützt wurde.

Denn die Ansagen in Nordrhein-Westfalen wirken wieder ähnlich wie die der „spätrömischen Dekadenz“, wie das Kommunikationsdebakel um die „Schlecker-Frauen“ oder die Aussagen von Partei-Chef Lindner über Arbeitslose im vergangenen Wahlkampf, die allesamt den Eindruck der Klientelpartei erhärten. Nein, ich bin bereit, solche Fehltritte aus der Vergangenheit nachzusehen. Doch leider scheinen die Liberalen nicht wirklich dazulernen zu wollen – und provozieren auch dieses Mal einen Sturm der Entrüstung darüber, dass gerade bei den sozial Schwächsten wieder gespart werden soll.

Man möchte der FDP fast raten, sich nochmals intensiver mit Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zu befassen, denn all der Respekt, der auf Bundesebene für ihr Rückgrat beim Beenden der „Jamaika“-Sondierungen erwachsen war, droht in ungeschickten Vorstößen wie dem aus NRW vollends unterzugehen.

[Dennis Riehle]

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