Leserbrief zu
„Immer mehr Kinder profitieren vom Unterhaltsvorschuss“, „Badische Neue Nachrichten“ vom 12. November 2018

Ja, für Alleinerziehende ist der Unterhaltsvorschuss auf den ersten Blick eine erhebliche Entlastung. Denn können oder wollen Unterhaltszahler ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, springt der Staat ein, damit diejenigen nicht leiden müssen, die meist völlig unverschuldet in eine Abhängigkeit geraten sind: die Kinder.

Und doch muss an der Schlussfolgerung, die die SPD aus den neuesten Zahlen zum Unterhaltsvorschuss zieht, massiver Zweifel angebracht werden. Dass alleinerziehende Familien heute immer häufiger in „Hartz IV“ rutschen, daran sind die Sozialdemokraten nicht ganz unschuldig. Es war ihre Agenda, die die Sozialleistungen reformierte und dafür sorgte, dass alle erdenklichen Mittel eingesetzt werden müssen, ehe ein Anspruch auf soziale Sicherung besteht.

Insofern ist es eine Mogelpackung, wenn man sich bei der SPD nun darüber freut, mit einer Maßnahme der früheren Familienministerin Schwesig Kindern und ihrem alleinerziehenden Elternteil durch den Unterhaltsvorschuss genau aus dem Loch heraus zu helfen, das man ihnen zuvor selbst gegraben hatte.

Und dass sich die steigende Zahl der Unterhaltsvorschussbezieher nicht besonders günstig auf die teils frustrierende Situation der Alleinerziehenden auswirkt, zeigt der Umstand, wie gering der Rückgang an Empfängern der Grundsicherung unter diesen Betroffenen in den vergangenen Jahren ausgefallen ist.

[Dennis Riehle]

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