Leserkommentar

Zweifelsohne: Unsere Polizisten sind immer öfter Widerstand ausgesetzt. Aber: In aller Berichterstattung vermisse ich die umgekehrte Sichtweise. Es wird stets vermittelt, die Gesetzeshüter wären Opfer. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Wer sich genau durch die einzelnen Medien liest, der entdeckt nicht selten Randnotizen, in denen von Gewalt der Polizei die Sprache ist. Beamte, die über die Stränge schlagen. Sie fühlen sich in der Rolle der staatlichen Obrigkeit. Dabei müssen es nicht Beispiele des übermäßigen Schusswaffengebrauchs oder der Folter im Polizeigewahrsam sein.

Auch, wenn zu schnell gefesselt wird, Personen unnötigerweise zu Boden gebracht oder in der Fahrzeugkontrolle aufgrund äußerlicher Merkmale besonders drangsaliert werden. Das Ausnutzen ihrer Macht und des Monopols darauf – es sind nur Ausnahmen unter den Polizisten, die meinen, das Gesetz auf ihrer Seite zu haben.

Doch Polizeigewalt hat auch in Deutschland Strukturen – im Gegensatz zu den Beamten finden ihre Opfer kaum eine Lobby. Rechtsstaatlichkeit gilt für alle. Nichts rechtfertigt Aggression gegen Polizisten, aber als Vorbilder für Paragrafentreue sind es genau sie, die sich ebenso kritisch einer Prüfung unterziehen lassen müssen, wenn Vorwürfe gegen sie auftauchen.

Staatsanwaltschaften und Kollegen sind dann die falschen Ermittler. Es braucht unabhängige Stellen. Und Hilfe für Beamte – denn Polizeigewalt hat Ursachen, vor denen wir die Augen nicht verschließen dürfen. Und manchmal hilft es, den Spiegel vorzuhalten.

[Dennis Riehle]

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