Lesermeinung zu
„Kriminalbeamte fordern legales Kiffen“, „Deutsche Welle“ vom 05.02.2018

Feldversuche in den USA, Mittel- und Südamerika oder die Praxis in den Niederlanden zeigen nach Ansicht von Befürwortern der Entkriminalisierung des Cannabiskonsums und einer Legalisierung der Abgabe an erwachsene Personen, dass es sich lohnen würde, auch in Deutschland über ein neues Kapitel in der Drogenpolitik nachzudenken.

Dabei werden die wiederkehrenden Argumente vorgebracht, die in Wahrheit einer Überprüfung nicht standhalten: Nur, weil es uns nicht gelungen ist, die Ratifizierung einer restriktiven Verbotspolitik voranzutreiben, bedeutet das nicht gleichermaßen, dass eine Freigabe von Cannabis der bessere Weg wäre! Wohin würde unser Rechtsstaat abdriften, würden wir mit allen Vergehen, die wir aus Kapazitätsgründen nicht ahnden können, so verfahren?

Wird das Überqueren der Straße bei Rot dadurch richtig, weil immer mehr Menschen es tun – und kaum jemand dafür belangt wird? Bleibt der Handel mit Cannabis nicht untersagt, leben wir gerade der jüngeren Generation ein falsches Beispiel vor. Denn nur, weil sich der Geist des Alkohols nicht mehr in die Flasche holen lässt, müssen wir andere Fässer nicht erst öffnen. Der Einstieg in eine Abhängigkeit, er wird auch bei kontrollierter Abgabe nicht verhindert. Dafür bleibt das Potenzial zu hoch, die Wirkung von Cannabis nicht umsonst für medizinische Zwecke beschränkt.

Das Vertrauen in den mündigen Bürger, es zeigt sich bereits unter der Strafbarkeit des Handeltreibens mit Drogen als begrenzt. Die Folgen und Schäden des Konsums, sie können den frei entscheidenden Menschen offenbar nicht vom Missbrauch abhalten. Der Staat hat einen Schutzauftrag, diesen muss er auch weiterhin ausüben.

[Dennis Riehle]

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