Pressemitteilung
Funktionalität der Erkrankung steht im Mittelpunkt

Konstanz. Weshalb erkranken Menschen an einer Zwangsstörung? Viele biochemische Reaktionen spielen dabei ebenso eine Rolle wie psychologische Ursachen. Der Konstanzer Betroffene Dennis Riehle zeigt sich aufgrund seiner 20-jährigen Leidensgeschichte mit Händewaschen, Kontrollieren, Zählen und Zwangsgedanken davon überzeugt, dass auch die Zwänge eine Aufgabe ausüben, deren Logik sich jeder einzelne Erkrankte erarbeiten muss.

Wie das in seinem Falle ausgesehen hat und mit welcher Psychotherapie und Selbstanalysen er zu einer Reduktion um gut 50 Prozent seiner Ursprungssymptomatik kam, das schildert der 32-Jährige in einem Taschenbuch, das er aktuell veröffentlicht hat. „Funktionalität des Zwangs“ als eine geraffte Zusammenfassung der persönlichen Historie Riehles mit einer Aufarbeitung der stellvertretenden Funktionen seiner Zwangserkrankung für seelische Konflikte, Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung und eine Erziehung, die es manches Mal zu gut mit den später Betroffenen gemeint haben könnte: Das Büchlein eignet sich als Lektüre für Erkrankte, Angehörige, Fachpersonen und Interessierte.

Es geht dabei anhand der Zwangsstörung des Autors nicht nur auf die unterschiedlichen Formen der Zwangserkrankung nochmals genauer ein, es erörtert auch, welche Therapieformen bekannt sind und welche Riehle geholfen haben, um heute wieder ein Leben zu führen, in dem er die Oberhand über seine Zwänge gewonnen hat. Auch werden Selbsthilfemöglichkeiten, niederschwellige Angebote als Unterstützung für die Betroffenen und der wissenschaftliche Diskurs über die „richtige“ Behandlung gewürdigt, nebenbei enthält das Buch vor allem Tipps und Ratschläge, wie Betroffene die Bedeutung ihres Zwangs hinterfragen und ihn somit schlussendlich überflüssig machen können.

Riehle, Dennis: Funktionalität des Zwangs. Taschenbuch für Betroffene, Angehörige und Interessierte. BoD. Norderstedt: 2017. ISBN: 9783744898799. 4,99 EUR. Im Buchhandel und auf www.bod.de.

Zum Autor:
Dennis Riehle, geb. 1985, Konstanz, erkrankte im Alter von knapp 13 Jahren an einer schweren Zwangsstörung. Nach Inanspruchnahme von tiefenpsychologischer und Verhaltenstherapie blickt er auf die Ergebnisse seiner Behandlung zurück und stellt fest, dass die Selbstanalysen über die Funktionalität des Zwangs die meisten Fortschritte brachten. Riehle veröffentlichte bereits vor rund zehn Jahren sein erstes Werk zum Thema, auch dieses Mal spielen autobiografische Elemente und der Sachbuchcharakter eine Rolle. Riehle ist Coach, PR-Fachkraft und Freier Journalist, engagiert sich als Leiter der Selbsthilfegruppe zu Zwangsstörungen im Landkreis Konstanz, liest, kocht und musiziert leidenschaftlich gerne.

[Dennis Riehle]

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