Leserbrief
zum angekündigten Amtsverzicht des Konstanzer Landrats, SÜDKURIER Bodensee vom 23.10.2018

Taktisch klug, menschlich nachvollziehbar: Überraschend kam der angekündigte Amtsverzicht von Frank Hämmerle für mich nicht. Der Landrat möchte bei der Besetzung seiner Nachfolge noch ein Wörtchen mitsprechen – das ist ihm nicht zu verdenken.

Denn ich würde mir noch viel mehr solcher Politiker wünschen, die mit Weitsicht in die Zukunft blicken und gerade dann, wenn sie vor dem verdienten Ruhestand stehen, an der Regelung ihres politischen Vermächtnisses mitwirken. Man könnte zweifelsohne Kalkül vorwerfen, wenn dem neuen Kreisparlament die Chance genommen wird, den nächsten Landrat zu wählen.

Doch ist es nicht in unsicheren Zeiten ein Ausdruck von Stärke, wenn man die bewährten Machtverhältnisse nutzt, um für Stabilität an der Spitze von Kreistag und Kreisverwaltung zu sorgen? Statt ihm eine Inszenierung zu unterstellen, stünde es allen politischen Parteien gut zu Gesicht, wenn sie mit Respekt und Anerkennung die Verdienste von Hämmerle in den Mittelpunkt ihrer Debatte um den scheidenden Landrat stellen würden: Mit klarer Linie und verlässlichen Positionen hat er es geschafft, den Kreistag durch manch unruhiges Fahrwasser zu geleiten.

Hämmerle brillierte mit verlässlicher Stringenz in seinen Worten und seinem Handeln. Er hatte ein offenes Ohr für die Bürger und Mitarbeiter seines Hauses. Letztlich gebührt ihm Dank für seine Dienstjahre, in denen er den Landkreis nie alleinließ.

[Dennis Riehle]

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