Lesermeinung
zur Studie über die hohe Suizidrate in homosexuellen Ehen

Als Homosexueller kann ich den von Wissenschaft und Lobbyverbänden aufgeführten Gründen für die höhere Rate an Suiziden bei homosexuellen Paaren nichts abgewinnen.

Es ist leicht, die Schuld immer auf die Gesellschaft zu schieben. Doch eine derartige Stigmatisierung, wie sie vermutet wird, ist heute nur noch bedingt zu finden. Nicht die Ausgrenzung, sondern das beständige Suche nach der eigenen Persönlichkeit lässt viele Homosexuelle in ihrer seelischen Situation labil werden.

Gleichgeschlechtliches sexuelles Erleben befriedigt Triebe, aber nicht innerliche Sehnsüchte. Erfüllung bleibt aus, wenn die Philosophie des Miteinanders allein auf „Dates“, aber nicht auf Beständigkeit in der Liebe abzielt.

Und nicht zuletzt fehlen Werte wie Treue, Verlässlichkeit und Zärtlichkeit im kurzweiligen Verständnis von Quantität statt Qualität vollends.

Die Perspektive auf eine nicht selten schmerzhafte Oberflächlichkeit lässt nicht nur psychisch verarmen, sondern befördert den Wunsch nach Veränderung. Dass dieser gerade von Interessengruppen schändlich als Druck von außen gedeutet wird, unterstreicht ein Gefühl des Nichtverstandenwerdens.

Fahrlässig handeln also besonders die, die in dieser Debatte auf Andere zeigen.

[Dennis Riehle]

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt