Leserbrief zu
„Unionspolitiker unterstützen Söder in Kreuz-Debatte“, „Badische Zeitung“ vom 02.05.2018

Ja, man kann das Kreuz als Symbol christlicher Kultur und Lebensweise verstehen. Wer es aber allein darauf begrenzt, der missbraucht es – in diesem Fall zu staatlichen Zwecken.

Denn Ministerpräsident Söder geht es nach seinen Aussagen nicht um Jesu Tod und Auferstehung, sondern um die Vorherrschaft des Christentums im Land. Damit wird das Kreuz zu einem Zeichen des Kampfes um die religiöse Identität, es wird zu einem Symbol von Unterdrückung und fehlender Toleranz.

Denn tatsächlich kann sich im öffentlichen Raum, im Eingang eines behördlichen Gebäudes niemand des Blickes auf ein Kreuz entziehen – und offenbar soll das auch niemand. Ministerpräsident Söder legt es an auf die Auseinandersetzung um die Glaubensfreiheit.

Doch staatliche Einrichtungen sind der falsche Ort, um Religion zu bekennen. Das Kreuz, es ist einerseits Privatsache jedes einzelnen Menschen, der damit seine Verbundenheit mit dem Christentum, vor allem aber mit der Leidens- und Lebensgeschichte Christi zum Ausdruck bringen will.

Es ist andererseits ein Symbol des gemeinsamen Besinnens auf die Zugehörigkeit zu einer Weltreligion, das in den Kirchen unseres Landes gut aufgehoben ist. Für den Wahlkampf allerdings, da ist es nicht geeignet.

[Dennis Riehle]

Veröffentlicht unter Glaube.

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