Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

ich sorge mich um unser Industriegebiet. Nach dem tödlichen Vorfall in der „Grey“-Discothek war Konstanz in aller Munde. Doch es war keinesfalls wünschenswert, solchen Ruhm zu erhalten. Viel eher warf das Ereignis Fragen auf: Wissen wir genug über die Etablissements, die sich in Konstanz niedergelassen haben? Und nehmen wir die Kontrollfunktionen wahr, die der Stadt und den Sicherheitsbehörden gegeben sind, wenn wir doch wiederkehrende Hinweise darauf erhalten, dass in unserem Gewerbegebiet immer häufiger Kriminalität an der Tagesordnung ist?

Wenn ich die Pressemitteilungen verfolge, dann lese ich zunehmend von Problemen im hiesigen Industriegebiet. Kleinere Vergehen, aber auch Kriminalität, die für Konstanz eigentlich unüblich erscheint – all das kommt uns mittlerweile regelmäßig zu Ohren.

Der Ruf von Konstanz leidet, gerade auch, wenn die Menschen Schlagzeilen wie die der BILD-Zeitung vom 02.08.2017 lesen: „Todesfall in Konstanz – Türsteher: Ein Job zwischen Party, Sex und Gewalt“. Sind vielleicht nicht nur Türsteher in Konstanz also wirklich derartigen Gefahren ausgesetzt? Und wenn ja, warum ist das so?

Wer hat versagt bei dem tödlichen Angriff in der Konstanzer Diskothek? Einfach lässt sich diese Frage sicher nicht beantworten. Und doch muss man sie stellen dürfen, immerhin handelt es nicht um das erste Vorkommnis im Industriegebiet. Die Ereignisse in der dortigen „Shisha“-Bar sind noch im Gedächtnis, aber kleinere Zwischenfälle gibt es immer wieder.

Anwohner und Gewerbetreibende bringen das zum Ausdruck, wenngleich nicht alles medial und gesellschaftlich wahrgenommen wird. Und doch besteht offenbar seit längerem eine Unruhe, bekommt man doch nicht selten mit, wie nächtlich die Polizei vorrücken muss, um wieder einmal zu schlichten. Kann es aber Aufgabe der öffentlichen Hand sein, Einrichtungen wie Discos und Kneipen zu schützen?

Es darf nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt oder anderer Behörden liegen, dort für Ordnung zu sorgen. Viel eher müssen die Inhaber der Lokalitäten in die Pflicht genommen werden, mit privaten Sicherheitsdiensten und anderen Maßnahmen einzuschreiten. Hier hoffe ich auf eine Aufarbeitung im Gemeinderat, der deutliche Worte finden möge und die Verwaltung dort zum Handeln bringt, wo es denn möglich ist.

Es wäre fatal, wenn Konstanz dieser Tage mit den terroristischen Vorfällen in Hamburg zusammenhanglos in einem Atemzug genannt wird, ohne zu differenzieren, dass die „Metropole“ hier am Bodensee doch eigentlich immer noch ein friedlicher Platz für Touristen und Einheimische ist.

Herzliche Grüße

Ihr

[Dennis Riehle]

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