Sehr geehrte Damen und Herren,

in den Medien konnte gelesen werden, dass Sie dem Bauingenieur des „Deutsche Christlichen Techniker-Bundes“, Winfried Borlinghaus, nur einen Tag vor einem vorgesehenen Referat Hausverbot an Ihrer Hochschule erteilt haben. Sie begründeten diese Entscheidung offenkundig damit, dass Borlinghaus der Evolutionstheorie keinen alleinigen Anspruch auf universelle Gültigkeit eingeräumt hat.

Ich schreibe Ihnen heute als früher doch überaus gläubiger Protestant und ehemaliges Kirchenmitglied, der heute zu einem zweifelnden und reflektierenden Agnostiker und Humanisten geworden ist, vielleicht gar oftmals weitreichend atheistisch denkt. Insofern gibt es zunächst keinen Grund, anzunehmen, dass ich den christlichen Glauben zu verteidigen aufgefordert wäre. Und doch ärgert mich Ihre Entscheidung nicht nur, ich halte sie auch rechtlich sowie mit den geltenden Gesetzen und dem demokratischen Verständnis der Bundesrepublik Deutschland nicht vereinbar.

Werfe ich einen Blick in die „Niedersächsische Verfassung“, so kann ich dort – abgeleitet aus dem Grundgesetz – in Artikel 3 Absatz 3 lesen: „Niemand darf wegen […] seines Glaubens, seiner religiösen […] Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden“. Diese Feststellung steht weit über allen folgenden Gesetzen, die Näheres regeln, unter anderem auch über Artikel 5, das die Hochschulen betrifft. Dort wird unterstrichen, dass der Staat die Wissenschaften schützt. Nein, es wird nicht geregelt, welche Wissenschaften hier gemeint sind; eine Alleinstellung der Naturwissenschaften kann ich somit jedenfalls nicht erkennen. § 3 Abs. 1 Nr. 1 des Niedersächsischen Hochschulgesetzes sieht überdies vor, dass die „Hochschulen […] die Wissenschaften durch Forschung, Lehre, Studium und Weiterbildung in einem demokratischen, freiheitlichen und sozialen Rechtsstaat“ pflegen und entwickeln.

Ist es entsprechend nicht gar Pflicht von Hochschulen, in einem solch demokratischen Staat, der nicht nur Glaubens- und Meinungsfreiheit garantiert, sondern gerade durch Widerspruch, Kritik und Pluralismus lebendig wird, die Wahrhaftigkeit von Theorien anhand von Gegenüberstellungen mit der Empirie, mit Erfahrungen und mit nicht naturwissenschaftlichen Lehren immer wieder neu zu überprüfen? Kann Wissenschaft seriös sein, wenn sie nicht gleichsam ständig auch hinterfragt wird? Wer gibt Ihnen das Recht, in einer staatlichen Hochschule, also einer öffentlichen Einrichtung, die Raum für Diskussionen bieten muss und soll, diejenigen auszusperren, die einem zwar durchaus vielseitig respektierten, aber keinesfalls allen Fragen unserer Zeit zufriedenstellende Antworten gebenden Modell nicht in Gänze anzuhängen vermögen? Ist es Ihre Aufgabe, eine Theorie der Evaluation zu entziehen, von der wir wissen, dass ihr bis heute immer wieder auch mit berechtigten Zweifeln begegnet ist?

Gerade Ihre Hochschule, die den „angewandten“ Wissenschaften verschrieben ist, sollte doch auf die Praxis eingehen, aus der wir gerade in der Suche nach Erklärungen für das Funktionieren und das Entstehen unserer Welt und die dortigen Lebewesen deutlich mehr Erkenntnisse ziehen können als mithilfe einer Theorie, die viele überraschende und erstaunlich wundersam auftretende Realitäten nicht abschließend erfassen kann. Das gilt nicht nur, aber doch auch gerade für den Anfang des Seins – und nicht wenige Rätsel aus der Gegenwart bleiben durch die Evolutionstheorie weiterhin ungelöst. Ich weiß nicht, ob die Antworten in einem „Gott“ zu finden sind. Zumindest maße ich es mir aber nicht an, die Absolutheit für meine Gedanken und Überlegungen zu beanspruchen. Offenbar im Gegensatz zu Ihnen…

Ist eine Hochschule, die nahezu narzisstisch auf einseitigen Modellvorstellungen beharrt, tatsächlich noch glaubwürdig? Wo kommen wir hin, wenn Hochschulen bei uns bestimmen, was zu denken gilt? Und wie verteidigen Sie Ihre Prämissen an redliche Forschung und Lehre, wenn Sie wissenschaftliche Vorstellungen nicht mehr einer offenen Wertung zugänglich machen? Das Diktat bestimmter Bekenntnisse führt nicht nur dazu, angreifbar zu werden, sondern fördert gleichsam Willkür – und schränkt Freiheit durch eine automatisierte und beherrschende Dogmenbildung ein. Deshalb frage ich abschließend: Warum diskriminieren Sie Menschen, die nicht Ihrer Meinung sind, indem Sie sie vor die Tür setzen?

Sie haben nach meinem Verständnis Ihrer Hochschulen mit diesem Vorgehen schweren Schaden zugefügt. Entsprechend sollte auch das zuständige Ministerium hiervon Kenntnis erhalten, weshalb mein Brief dorthin in Kopie versandt wird.

Freundliche Grüße

[Dennis Riehle]

Veröffentlicht unter Glaube.

Pressemitteilung
Erster Erfolg: Landtag fordert Hessische Regierung zu Aufklärung und Stellungnahme auf

Der Hessische Landtag hat entschieden, eine des Konstanzer Journalisten Dennis Riehle eingebrachte Petition mit der Aufforderung nach Aufklärung und Stellungnahme an die Landesregierung zu überweisen. Damit hat die Eingabe einen ersten Erfolg erzielt, die hinterfragt hatte, ob gleich zwei aufeinander folgende Entscheidungen des Finanzamtes Frankfurt rechtmäßig waren. Hierbei ging es um die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der Vereine „attac e.V.“ und „Doña Carmen e.V.“. Beiden Organisationen war mit ähnlichen Begründungen vorgeworfen worden, sich politisch zu umfangreich zu engagieren, um weiterhin als gemeinnützig zu gelten. Riehle hatte gemutmaßt, dass die Beschlüsse des Finanzamtes selbst auf politischer Motivation fußten.

In seiner Petition hatte er entsprechend formuliert: „Bedeutend ist […], dass jeweils mit dem Beweggrund der politischen Zielsetzung beschieden wurde. Eine unverkennbare Brisanz ergibt sich zudem daraus, dass die Aberkennung bei erstgenannter Organisation gerade zu Zeiten vorgenommen wurde, als diese sich kritisch mit der Politik der EZB und den europäischen Rettungsversuchen in der ‚Griechenland-Frage‘ beschäftigte. Zweitgenannte Vereinigung erlitt das selbige Schicksal im Vorfeld eines neuen Prostitutionsgesetzes, zu welchem sich der Verein artikulierte und wodurch schlussendlich sein Engagement rund um ‘Sex-ArbeiterInnen‘ in die Schlagzeilen geriet. Der Verdacht, dass der Entzug der Gemeinnützigkeit somit auch aus taktischen Gründen erfolgte, lässt sich unter genannter Konstellation schwer bestreiten“.

Nun ist die Landesregierung aufgefordert, die Entscheidungen des Finanzamtes nach Sach- und Rechtslage zu prüfen. Riehle zeigt sich zufrieden: „Die Petition wurde vergleichsweise rasch behandelt, was für mich darauf hindeutet, dass auch die Parlamentarier Bedarf an Beleuchtung der doch kaum als Zufall anmutenden und fragwürdigen Umstände der Aberkennung haben. Immerhin wird die Behörde diese Zweifel nun lediglich durch stichhaltige Argumentationen wird ausräumen können“. Wie dem Petenten zugesichert wurde, wird das zuständige Ministerium über den weiteren Fortgang der Petition informieren.

[Dennis Riehle]

Brief an die Intendanz des NDR

Sehr geehrter Herr Intendant,

der NDR hat Xavier Naidoo als Vertreter Deutschlands für den ESC im Jahr 2016 nominiert – und diese Entscheidung nach heftigen Protesten wieder zurückgenommen. Dem Sender wurde durch dieses Verhalten schwerer Schaden zugefügt; ebenso ist der NDR verantwortlich dafür, dass die ARD mit einer solchen Aktion in der Öffentlichkeit und im Ausland in ganz erheblichen Misskredit gebracht wurde.

Gleich mehrere Vorgehensweisen sind hierbei zu rügen:

1.) Der NDR hatte die Entscheidung getroffen, ohne die Zuseherinnen und Zuseher zu beteiligen. In den vergangenen Jahren war es zu einer einvernehmlichen Selbstverständlichkeit geworden, den Souverän über den in einem so bedeutenden internationalen Ereignis die Bundesrepublik vertretenen Interpreten befinden zu lassen. Nach übereinstimmenden Medienberichten wurde aber nicht nur der Gebührenzahler, sondern auch ein Großteil der eigenen Mitarbeiter, darunter führende Verantwortliche, nicht vorab über die Entscheidung unterrichtet oder gar an ihr partizipiert.

Hierdurch ergeben sich folgende Fragen: In wie weit wurden Sie über die Entscheidung informiert? War der Beschluss mit Ihnen besprochen worden? Entsprach die Vorgehensweise den Vorgaben von § 29 Abs. 1 NDR-Staatsvertrag? Wurden vom zuständigen Direktor Kompetenzen im Sinne von Art. 26 (1) der Satzung des Norddeutschen Rundfunks überschritten? Wurden alle Mitwirkungsrechte nach
§ 40 NDR-Staatsvertrag eingehalten?

Gemäß § 7 Abs. 1 trägt der NDR zur Erfüllung der freiheitlich demokratischen Grundordnung bei. Das aktuelle Verhalten zeugt nicht davon, dass intern, aber auch mit der Zuschauerschaft im Geiste dieses Grundsatzes verfahren wird. § 8 Abs. 1 Nr. 3 sieht sogar die Verpflichtung vor, die „Bürgerinnen und Bürger zur selbstständigen Urteilsfindung“ zu befähigen, statt sie in einer derart wesentlichen Frage mit vorgefertigten Fakten rückzuweisen.

2.) Der Entschluss zur Entsendung des Sängers war offenkundig nicht ausreichend gereift. Immerhin waren den Entscheidenden nach Bekunden Vorwürfe gegen Xavier Naidoo bekannt, wonach dieser durch einen Auftritt bei den „Reichsbürgern“ zum „Tag der Deutschen Einheit“ im Jahr 2014 mit Anschuldigungen konfrontiert war, fragwürdige Aussagen zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit der Bundesrepublik getätigt zu haben. Überdies sind aus der Vergangenheit zahlreiche Songtexte des Musikers zugänglich, die Unsicherheit darüber aufkommen lassen, ob Naidoo den nötigen Respekt vor Homosexuellen und Frauen aufbringt.

Man darf gerade in einem Hause, das den journalistischen Fertigkeiten bestens vertraut ist, davon ausgehen, dass oben genannte Tatsachen auch den Führungspersönlichkeiten im NDR vertraut gewesen sind. Dennoch nahm man wohl übereilt und kurzerhand in Kauf, Deutschland durch einen Sänger vertreten zu lassen, an dessen politischer und gesellschaftlicher Haltung zumindest Zweifel angebracht sind. Damit wurde gleichermaßen riskiert, gegen die Philosophie des NDR zu verstoßen, dessen Staatsvertrag ein ungetrübtes Bekenntnis zu Vielfalt einfordert.

Die Fragen tun sich auf: Wie rechtfertigt der NDR, mit Xavier Naidoo das Wagnis eingegangen zu sein, einen Interpreten zu entsenden, der nicht lupenrein für den Minderheitenschutz und die Gleichberechtigung eintritt, wie in den Programmgrundsätzen nach § 7 Abs. 2 NDR-Staatsvertrag gefordert wird? Immerhin wäre Naidoo letztlich durch seinen Auftritt beim ESC auch an der Programmgestaltung beteiligt gewesen, die diesen Vorschriften unterliegt.

Man war sich nach Aussagen der Verantwortlichen nicht bewusst, welche Welle der Empörung die Entscheidung mit sich bringen würde. Scheinbar konnte nicht eingeschätzt werden, welch Diskussionsbedarf über den Beschluss entstehen würde. Entsprechend wurde die Nominierung umgehend zurückgezogen. Über das Vorgehen, das man nicht nur als „peinlich“, sondern durchaus als „Hick-Hack“, „verantwortungslos“ und „unprofessionell“ bezeichnen darf, zeigte sich auch die ARD irritiert. Daraus ergibt sich, dass wohl auch „Das Erste“ nicht in den Entscheidungsprozess eingebunden war. Wie erklären Sie das mit Blick auf § 2 Abs. 1 des ARD-Staatsvertrages?

Das Vorkommnis hat eine bedeutende Dimension, sodass erhofft werden kann, daraus entsprechende Konsequenzen, durchaus auch personell, zu ziehen. Darauf setze ich besonders unter dem Aspekt, die ARD zu schützen und die Reputation der Bundesrepublik bei der Teilnahme am ESC nicht gänzlich zu zerstören. Eine entsprechend ausgegorene Auswahl des deutschen Songs unter Berücksichtigung des Zuschauerwillens kann nun erwartet werden.

Ihrer Stellungnahme blicke ich entspannt entgegen und verbleibe
mit bestem Gruß

[Dennis Riehle]

Veröffentlicht unter Medien.

Lesermeinung
zur Meldung, wonach der Spitzenkandidat der NPD zur Landtagswahl Baden-Württemberg im Kreis Konstanz ehrenamtlich Migranten in einem Sportverein betreut…

Die Diskussion wird ja immer wieder offenbar, wenn bekannt wird, dass ein Mitglied der NPD entweder beruflich oder im Ehrenamt dort tätig ist, wo Kontakt mit der Außenwelt möglich ist. Ob auf dem Postamt, als Handwerker oder eben nun im Sport.

Ich tue mir hierbei generell doch schwer, aus einer Parteimitgliedschaft etwaige (Un-)Fähigkeiten oder Eignungen für Beruf oder ein Engagement abzuleiten. Ja, die NPD ist derzeit nicht verboten. Dennoch kann man selbstredend vermuten, dass jemand, der der Gesinnung dieser Partei anzuhängen vermag, tatsächlich auch eine Ideologie vertritt, die mit den meisten Philosophien von Unternehmen oder auch Vereinen nicht vereinbar scheint.

Gleichzeitig hat sich im aktuellen Fall aber wohl noch keinerlei Vorfall ergeben, der rechtfertigen würde, diese Annahme auch zu belegen. Die Demokratie verlangt uns nicht selten einen Spagat ab, der weh tut, aber eben auch gegenüber denjenigen betrieben werden sollte, die offenkundig diese Gesellschaftsform hinterfragen: Weltanschauung einerseits, die man so lange als privat respektieren muss, wie nicht das Gegenteil bewiesen ist – und andererseits das öffentliche Auftreten und auch das Verhalten, beispielsweise im Job oder eben im freiwilligen Dienst.

Es mag zwar absurd klingen, wenn ein NPD-Mitglied sich in der Jugendarbeit für das Wohl von Migranten einsetzt. Und natürlich könnte man hier auf die Idee kommen, dies geschehe nur zur Wahrung eines Scheins oder aus Eigennutz. Doch gilt für mich als Demokraten unser Grundgesetz mit all den Menschenrechten eben auch für jemanden, in den mein Vertrauen auf Verantwortung arg strapaziert wird, wenn ich seine Biografie verfolge.

Selbst wenn es nicht leicht ist, will ich versuchen, die Qualifikation eines jeden Bürgers zunächst an seinem Handeln zu bemessen. Dass der Ruf eines Vereins darunter leiden mag, wenn ein NPD-Mitglied dort engagiert ist, ist eine durchaus nachvollziehbare und ebenso berechtigte Befürchtung. Gerade in Tagen, in denen wir darüber debattieren, wie wir unsere Werte verteidigen können, gehört es wohl aber eben auch zum Verständnis von Rechtsstaatlichkeit, dass wir manche Unwägbarkeit aushalten müssen, um uns in der Bewahrung dieses demokratischen Staatswesens nicht noch weiter angreifbar zu machen. Das heißt nicht, dass wir alles tolerieren müssten. Aber vielleicht doch, dass wir uns dem stellen sollten, was uns herausfordert – statt es voreilig mundtot zu machen und mit der Keule des Verbietens auch das zu zerstören, was wir doch aufrecht halten wollen: die Freiheit.

[Dennis Riehle]

PressemitteilungHeftige Kritik an Aussagen des Islamwissenschaftlers Mouhanad Khorchide

Die „Humanistische Alternative Bodensee“ (HABO) kritisiert die Aussagen des Islamwissenschaftlers Mouhanad Khorchide, der im Interview mit dem SÜDKURIER vom 20.11.2015 geäußert hatte: „Religion ist nie die Ursache von Gewalt“. Der Sprecher der HABO, Dennis Riehle, bemängelt die Undifferenziertheit dieser Festhaltung: „Ich denke, mit solch einer generalisierten Verteidigung der Religion macht man sich die Sache doch ein wenig zu einfach“. Immerhin sei bereits die ursprüngliche Bedeutung des Religionsbegriffs verräterisch: „Schlichtweg geht es in der Religion im Sinne des Worte ja um das ‚Bedenken‘, um die Einhaltung von Vorschriften“, so Riehle. „Und diese Vorgaben holen sich die meisten Religionen aus ihren Schriften oder den Wegweisungen ihrer Gründer, aus denen rasch auch Dogmen werden, die zu einem Handeln auffordern“.

Khorchide hatte seine Meinung im Kontext zu den Anschlägen von Paris kundgetan. Für Riehle ist es hierbei nicht vorstellbar, dass eine Religion aus ihrer Verantwortung genommen wird: „Wenn sich Terroristen im Namen ihrer Religion zu Gewalttaten bekennen, hören wir in diesen Tagen gerade von gemäßigten Muslimen oft, dass dieses Verständnis von Religion nicht das ihre sei. Das glaube ich zwar tatsächlich, letztlich täuscht aber der Umstand nicht darüber hinweg, dass solche Attentäter wie in Frankreich ihr Verhalten mit Texten rechtfertigen, die man im Koran finden oder entsprechend eben auslegen kann“. Ohne eine humanistische Wertvorstellung und ethisch geprägte Menschenrechte sei Religion anfällig dafür, missbraucht zu werden – und dann sei sie, so Riehle, auch Ursache von Gewalt.

„Dass wir im Christentum heute kaum noch „Mord und Totschlag“ erleben, liegt allein daran, dass diese Religion eine Säkularisierung durchgemacht hat“, verweist der HABO-Sprecher, und fügt hinzu: „Die Bibel würde sich ebenso eignen, im Namen einer Religion Gewalt zu begehen. Da nutzt es auch nichts, wenn sie an einer Stelle zwar von Frieden spricht, an anderer dann aber doch wieder vom ‚Vertilgen‘ der Ungläubigen schwadroniert (wie im „Buch der Sprüche“ u.v.a.) oder ihnen sogar Morde unterstellt (wie in den „Psalmen“ u.v.a.). Allein die Obrigkeit von Rechtsstaatlichkeit, menschenfreundlicher Philosophie und einem Gesellschaftsverständnis, das unveränderliche (weltliche!) Gesetze hoch hält und Staat und Religion trennt, kann dazu beitragen, dass solche Worte letztlich nicht buchstäblich verstanden werden“, erwidert Riehle die Überzeugung des Khorchides abschließend.

[Dennis Riehle]

Veröffentlicht unter Glaube.

Pressemitteilung
Über 150 Hilfsgesuche im laufenden Jahr zeigen deutlichen Bedarf an Hilfestellung

Die Litzelstetter Sozial- und Pflegesprechstunde entwickelt sich zu einer wichtigen Hilfestellung auf dem Bodanrück. Wie der Leiter der Sprechstunde, Dennis Riehle, im Blick auf das Jahr 2015 zusammenfasst, haben sich neue Rekorde ergeben. Insgesamt wurde er knapp 150 Male kontaktiert, davon entfielen rund ein Drittel auf persönliche Gespräche während der Sprechstunden-Termine in der Ortsverwaltung Litzelstetten, zwei Drittel der Anfragen erreichten ihn per Mail oder Telefon.

Inhaltlich hätten sich mehrere Schwerpunkte herausgestellt: „Das Thema der ‚Pflegeversicherung‘ mit all ihren Leistungen, die Schwerbehinderung, die Vorsorge für das Alter in Form von Verfügungen und Ansprüche auf Wohngelder sowie weitere Sozialhilfen bei Erwerbs- und Arbeitslosigkeit oder in der Rente waren die häufigsten Anliegen“, so Riehle. Er könne lediglich eine Erstberatung geben, beim Ausfüllen von Anträgen helfen oder im Zweifel an die passenden Ansprechpartner vermitteln. „Häufig geht es aber erst einmal darum, das Problem einer eher vertrauten Persönlichkeit vorzubringen. Da hilft mir vielleicht auch, dass mich Viele dann doch als ‚Ureinwohner‘ kennen und ein niederschwelliger Zugang möglich ist“, schätzt der 30-Jährige den Erfolg des Projekts ein. Mittlerweile habe die Sprechstunde aber auch eine weitere Aufgabe: „Immer öfter suchen mich Menschen auf, die einfach nur einsam sind und erzählen möchten. Da ist schon ein seelsorgerlicher Aspekt mit dabei, wenn mir komplette Lebensgeschichten und das Herz ausgeschüttet wird. Aber auch dafür bin ich natürlich da!“, stellt Riehle fest, der neben seiner langjährigen Erfahrung in der Selbsthilfe, dem sozialen Engagement und als Pflegelotse auch beruflich entsprechende Kenntnisse und Fertigkeiten erlangt hat, die ihm nun nutzen.

Die Sprechstunde wird auch wiederkehrend von Einwohnern aus anderen Stadtteilen und umliegenden Ortschaften aufgesucht. Sie wird von der Litzelstetter Nachbarschaftshilfe e.V. getragen, steht allen Bürgern offen und ist kostenlos, da Riehle ehrenamtlich arbeitet. Daneben hält er regelmäßig Vorträge für den Verein, zuletzt über „Schwerbehinderung“ und die „Pflegereform“. Beide Präsentationen können entgeltfrei bei ihm angefordert werden. Dies gilt auch für eine achtteilige Reihe an Informationsblättern über die deutsche Pflegeversicherung. Eine Anmeldung zur Sprechstunde ist nicht nötig. Sie findet in der Regel am 2. Montag im Monat von 9 – 11 Uhr und am 4. Donnerstag im Monat von 15 – 17 Uhr im Rathaus Litzelstetten, Großherzog-Friedrich-Str. 10, 78465 Konstanz, 1. OG, Raum 3, statt. Die nächste ist jedoch erst im neuen Jahr. Dazwischen kann Riehle auch jederzeit vorzugsweise per Mail kontaktiert werden (Li-Na@Riehle-Dennis.de), alternativ Tel.: 07531/955401.

[Dennis Riehle]

Rolle ihrer Kirche bei der Suche nach Flüchtlingsunterkünften

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Region von Konstanz haben in den vergangenen Wochen zahlreiche Besitzer von Ferienwohnungen Post erhalten. Die beiden Kirchen forderten die Wohnungsinhaber in einem Schreiben dazu auf, zu überdenken, ob die temporäre Vermietung zur Unterbringung von Flüchtlingen in Frage komme. Während von katholischer Seite eine weitgehende Zurückhaltung in der Ansprache zu erkennen war, forcierte die evangelische ihre Gangart.

Eine Ferienwohnungsbesitzerin äußerte mittlerweile, dass sie den Druck, der von der protestantischen Kirche ausgeübt werde, als „Belästigung“ und „Mobbing“ wahrnehme. Auf Nachfrage beim zuständigen Dezernat in der Konstanzer Stadtverwaltung teilte man mit, dass man dort nichts von dem Vorgehen der Kirche wisse. Die Inhaber der Ferienwohnungen fragen zu Recht, ob es die Zuständigkeit der örtlichen Kirche ist, sich bei Privatpersonen mit einer derartigen Vehemenz für die Flüchtlingsunterbringung einzusetzen – zumal diese Arbeit eigentlich in den öffentlichen Händen liegt und sicherlich keine moralische Unterstützung durch Alleingänge des hiesigen Klerus benötigt. Abgesehen davon blieb auch unbeantwortet, woher die Daten stammen, die für das Kontaktieren der Wohnungsbesitzer genutzt worden sind.

Ich möchte fragen, ob die evangelische Kirche sich selbst bereits nähere Gedanken dazu gemacht hat, Flüchtlinge in ihren Einrichtungen aufzunehmen und Eigentum als Wohnraum für Asylsuchende zu vermieten? Wird das Vorgehen ihrer Geistlichen vor Ort durch den Oberkirchenrat unterstützt? Zweckentfremdet die Kirche möglicherweise die Adressen ihrer Mitglieder für Projekte wie das momentane zur Gewinnung von Wohnraum für Flüchtlinge? Und wie begründen Sie die offenkundige Vollmacht, eigenständig auf Wohnraumsuche zu gehen und dabei auch die moralische Keule zu schwingen? Oder lassen Sie ihren Gemeinden eine derartige Freiheit, sich mit solchen Aktionen auch politisch zu positionieren und offenkundig in hoheitliche Aufgabengebiete des Staates einzudringen?

Freundliche Grüße

[Dennis Riehle]

Lesermeinung

Eine Partei, die von den verschiedensten Meinungen lebe, seien „Bündnis 90/Die Grünen“ – so wurde es zumindest stets betont, wenn wieder einmal gestritten wurde innerhalb der Kraft, die sich nicht nur durch ihre ökologischen, sondern durchaus immer neu polarisierenden Forderungen profiliert.

Ob beim Kriegseinsatz auf dem Balkan oder bei den „Hartz“-Reformen: Sobald Idealismus auf Wirklichkeiten trifft, dann fliegen eben auch dort mal Farbbeutel oder die Fetzen – verbal gesehen. So war es bei Ministerpräsident Kretschmann, nachdem er für die „Grünen“ erstmals die Führung einer Landesregierung übernahm und schlussendlich eingestehen musste, dass politische Verantwortung doch ganz anders ist als Opposition.

Und nun sind es die grünen Kommunalpolitiker, die im Angesicht der „Flüchtlingskrise“ gleichsam mit Fakten konfrontiert sind – wie eben der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer. Dass die „Grüne Jugend“ sogleich seinen Rücktritt forderte, als dieser Illusionen nahm, zeigt deutlich, dass diese Partei noch weit entfernt scheint von der Fähigkeit, in der breiten politischen Landschaft in der ersten Riehe zu stehen.

[Dennis Riehle]

Pressemitteilung

Konstanz. Die Selbsthilfeinitiative „Hormonelle und Stoffwechselerkrankungen“ im Kreis Konstanz hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie steht Betroffenen, Angehörigen sowie der Fachwelt und Interessierten als Ansprechpartner zur Verfügung. Abhängig von der Nachfrage ist auch die Bildung einer Gruppe zu wiederkehrenden Treffen denkbar. Bis dorthin wird ehrenamtlich Beratung von Erkrankten für die genannte Zielgruppe im Vordergrund stehen, aber auch die Vermittlung an passende Behandlung und Therapie, die Zurverfügungstellung von Informationsmaterial sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Repräsentanz der Anliegen gegenüber Politik und Gesellschaft im Sinne der Betroffenen.

Angesprochen sind vornehmlich Menschen, die an Störungen von endokrinen Drüsen leiden, wobei ein Schwerpunkt bei den Erkrankungen von Hypophyse (Hirnanhangdrüse) und Nebenniere liegt. Aber gleichsam zählen Schilddrüse, der Hypothalamus, der Thymus, die Zirbeldrüse, Bauchspeicheldrüse, Eierstock und Hoden dazu. Über- oder Unterfunktionen treten meist durch Tumore, Hirnschädigungen, angeborene oder ohne erkennbaren Grund (idiopathisch) auftretende Ursachen auf. Symptome können durch den Ausfall oder die übermäßige Produktion verschiedenster Hormone beispielsweise den sexuellen Reifungsprozess, die psychische Gesundheit, die Ausbildung der Genitalorgane, die Aktivität der Muskeln, das Wachstum des Körpers oder den Kreislauf die neurologische Befindlichkeit beeinflussen.

Auswirkungen sind überdies vor allem auf den Stoffwechsel möglich, weshalb Erkrankungen in diesem Bereich die zweite Säule der Selbsthilfeinitiative bilden. Zu denken ist dabei an Diabetes“ Über- und Unterversorgung mit Mineralstoffen, Adipositas, Lipid-, Purin-, Aminosäuren-, Fett- und Kohlenhydrate-Stoffwechselstörungen.

Die Kontaktdaten der Selbsthilfeinitiative sind: Dennis Riehle, Tel.: 07531/955401, Mail: mail@hormone-stoffwechsel.de. Sie kann selbstverständlich auch überregional und aus dem Ausland angefragt werden. Ihre Arbeit erfolgt unentgeltlich. Ein Flyer ist dieser Pressemitteilung zugefügt.

[Dennis Riehle]

Pressemitteilung

Der Vorsitzende des Selbsthilfenetzwerkes KOMMIT im Landkreis Konstanz, Dennis Riehle, ist von seinem Amt zurückgetreten. Er schied auch aus dem Sprecherrat aus, der die Interessen der rund 160 Selbsthilfegruppen in der Region vertritt. Der 30-Jährige hatte seine Entscheidung bewusst im Vorfeld der Mitgliederversammlung des nicht eingetragenen Vereins erklärt, um dort bereits die Beratung über seine Nachfolge zu ermöglichen.

Riehle begründete den Entschluss damit, dass er nach zehn Jahren ehrenamtlicher Arbeit in der Selbsthilfebewegung Platz für neue Gesichter schaffen möchte. Man stünde vor Herausforderungen, wie der Überalterung der Gruppenleiter oder rückläufiger Nachfrage an den Zusammenkünften bei gleichzeitig stark steigendem Bedarf an individuell ausgerichteten oder digitalisierten Selbsthilfeangeboten, die viel Energie benötigten. Dafür brauche es frische Kraft, denn er selbst müsse aus gesundheitlichen Gründen verschiedene Belastungen rückfahren. Schlussendlich habe sich eine solche Aufgabe „auch mal abgeschliffen“, was Zusammenarbeit, Atmosphäre und Struktur betreffe. „Ein Wechsel tut dem Netzwerk sicher gut!“, meint der scheidende Vorsitzende.

Er wolle sich weiterhin für seine eigenen Selbsthilfeinitiativen zu Augen-, endokrinen, neurologischen und psychischen Erkrankungen einsetzen, Betroffene und Angehörige in dieser Funktion ehrenamtlich beraten, für die Fachwelt als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, aber auch an Vorträgen und Diskussionen teilnehmen sowie zur Vernetzung und für die Öffentlichkeitsarbeit seine Erfahrung einbringen. Darüber hinaus widme er sich wieder umfangreicher dem Bürgerschaftlichen Engagement im Gesundheits- und Sozialwesen, aber auch in der Bürgerbeteiligung, der gesellschaftlichen Debatte und der Politik, so Riehle.

Der gebürtige Konstanzer hatte sich seit 2005 für das Selbsthilfenetzwerk engagiert, neun Jahre gehörte er dem Sprecherrat von KOMMIT an und war zuletzt dessen Vorsitzender. Durch seinen Rücktritt müssen für verschiedenste Gremien neue Funktionsträger gefunden werden, in denen Riehle die Selbsthilfe bislang repräsentiert hatte.

[Dennis Riehle]