Pressemitteilung
Selbsthilfeinitiative rät zu rascher fachärztlicher Abklärung

Konstanz. Die Selbsthilfegruppe für Zwang, Phobie, Depression und psychosomatische Krankheitsbilder im Kreis Konstanz macht auf die zunehmende Bedeutung der funktionellen Erkrankungsbilder aufmerksam. Sowohl dissoziative, psychogene wie psychosomatische Krankheiten würden beim Ansprechpartner der Initiative, Dennis Riehle, zunehmend thematisiert und sich nach entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten erkundigt. „Die Scham ist hier nochmals größer als bei seelischen Erkrankungen ohnehin bereits, fühlen sich die Betroffenen mit ihren körperlichen Beschwerden doch nicht ernst genommen, weil der somatische Befund fehlt oder die Symptome nur unzureichend erklärt“, so Riehle.

Am häufigsten meldeten sich Betroffene mit Schmerzsyndromen und Leiden aus dem Magen-Darm-Trakt. „Sie haben oftmals bereits unzählige Untersuchungen durchlaufen, meist kam es dabei nie zu einem befriedigenden Ergebnis, weshalb man sie dann fälschlicherweise als ‚Simulanten‘ abtut. Doch das ist nicht richtig, denn die körperlichen Einschränkungen bilden sich die Menschen ja nicht ein, sie sind ja oft sogar nachweisbar“, weiß der 32-Jährige, dem eine funktionelle Hemiparese bescheinigt wurde, die nur bedingt durch eine körperliche Genese beschreibbar ist. „Meine Muskelmasse nimmt einseitig ab, das ist keine Phantasie, sondern lässt sich belegen“ und ergänzt: „Ich kann mir gut vorstellen, dass sich bei mir auf eine neurologische Symptomatik noch ein psychogener Komplex verstärkend draufgesetzt hat. Dafür gibt es genügend gute Gründe, dies anzunehmen“.

Den Betroffenen rät Riehle rasch zu einer fachärztlichen Abklärung: „Mediziner, die auf psychosomatische Krankheitsbilder spezialisiert sind, werden nicht abweisend sein, sondern den Betroffenen ernsthaft mit seinen Problemen annehmen“. Wichtig sei aber auch, dass sich Erkrankte bereit erklärten, im Falle eines Ausschlusses aller körperlichen Ursachen auch den Weg in eine Psychotherapie zu gehen: „Damit gesteht sich niemand ein, dass er träumt und alle Einschränkungen nur Hirngespinste sind. Viel eher ist dieser Mut ein Ausdruck von Selbstverantwortung und Größe, couragiert tieferliegende seelische Konflikte aufzuarbeiten. Denn sie führe letztlich dazu, dass wir mithilfe von körperlichen Beschwerden ein Zeichen setzen, unsere innere Last loswerden und abtrennen wollen. Und diesen Hilferuf der Psyche sollten wir respektieren“.

Erkrankte und Angehörige können sich bei der Selbsthilfeinitiative zum Erfahrungsaustausch melden. Riehle ist auch behilflich bei der Suche nach den passenden Medizinern und therapeutischen Ansprechpartnern. Kontakt ist über Tel.: 07531/955401 (AB) und Mail: selbsthilfearbeit@riehle-dennis.de möglich.

[Dennis Riehle]

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt