Pressemitteilung

Die Redaktion von „ARD aktuell“ hat bedauert, in einem Bericht über Ausschreitungen in Berlin-Friedrichshain den politischen Hintergrund der Vorkommnisse nicht erwähnt zu haben. Am 10. Juli 2016 hatte die „Tagesschau“ um 20 Uhr in ihrem Beitrag kein Wort darüber verloren, dass die Gewalt von linksautonomen Randalierern ausgegangen war. Zu diesem Zeitpunkt hatten schon zahlreiche andere Medien diese Tatsache kundgetan, die unter anderem auch vom Berliner Innensenator bereits bestätigt worden war. Der Journalist Dennis Riehle (Konstanz) hatte aufgrund der Unvollständigkeit der Wiedergabe von Details in den Fernsehnachrichten eine Beschwerde beim Intendanten des Norddeutschen Rundfunks eingereicht.

Mittlerweile antwortete dieser mit einer Stellungnahme Dr. Kai Gniffkes (Hamburg), Chefredakteur von „ARD aktuell“, der sich für den Fehler entschuldigte: „In der Nachbetrachtung wäre es aus Sicht der Redaktion sicher besser gewesen, die politische Orientierung der Demonstranten genauer zu beschreiben“. Riehle hatte an den Pressekodex erinnert, der die Wahrhaftigkeit der Berichterstattung fordert: „Damit ist auch Vollständigkeit gemeint. Eine Redaktion kann damit nicht beliebig Informationen weglassen, die überall bekannt sind, nur, weil sie möglicherweise nicht ins Weltbild passen oder bei manchen Zuschauern schlecht ankommen würden“.

Der Konstanzer Journalist hatte auch bemängelt, dass der Beitrag in der „Tagesschau“ das Ausmaß der Randale verharmlost habe. Immerhin sei es nicht bloß um einige Tumulte gegangen, sondern um Zustände, die an Straßenschlachten erinnerten: „Insgesamt wies der Bericht massive Mängel auf, da hilft es auch nicht, dass die Redaktion auf das Internetangebot der ARD verweist, in welchem die Informationen ausführlicher dargestellt worden seien. Es hätte nur ein paar Worte mehr gebraucht, die Bildauswahl hätte prägnanter sein können – und schon wäre man deutlich näher an der Wahrheit gewesen. So wirken die Einlassungen des Chefredakteurs einigermaßen halbherzig“, so Riehle abschließend.

[Dennis Riehle]

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