Leserbrief
zur Berichterstattung über das Attentat von Pittsburgh, SÜDKURIER vom 29.10.2018

Kaum war das Massaker von Pittsburgh gestoppt worden, da meldete sich Donald Trump mit der Forderung nach einer Verschärfung der Todesstrafe zu Wort.

In einem Moment der Trauer und des Entsetzens schürt der US-Präsident immer neue Aggression, indem er nach Rache sucht. Die Stille, in der sich die Menschen versammeln, um Angehörigen, Freunden und Bekannten zu gedenken, unterbricht der selbsternannte Anhänger der Giftspritze und Co. mit einem Plan nach noch mehr Hass.

Niemandem hilft eine solch aufgeheizte Stimmung, die Todesstrafe bleibt eine unnötige Form der Emotionsregulierung derer, die sich nach „Auge um Auge“ sehnen. Keiner wird durch diesen harten Kurs angeblicher Sühne wieder lebendig, stattdessen wird Gewalt zelebriert – nichts, wofür sich eine demokratische Zivilgesellschaft sehen lassen kann.

Wer glaubt, mit der Todesstrafe Frieden schaffen zu können, der greift nach einfachen Lösungen. Der amerikanische Präsident beweist einmal mehr, dass er in Krisen keine Wogen glätten kann, sondern die Gräben zwischen Religionen und sozialen Schichten weiter aufzureißen bereit ist. Eine Atmosphäre, in der Feindschaft gedeihen dürfte – leider…

[Dennis Riehle]

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