Lesermeinung
zu den innerstädtischen Flüchtlingshelferkreisen in Konstanz

In den letzten Wochen wurde immer wieder klar, dass die Flüchtlingshelfer selbst überfordert sind. Mit dem großen Andrang an unterschiedlichster Hilfsbereitschaft haben sie nicht gerechnet.

Und so war es offenkundig dem negativen Beigeschmack dieser großen Welle an Offenheit zu verdanken, dass viele Bereitwillige keine Reaktion auf ihre Bekundung zur Mitarbeit erhielten – und entsprechend enttäuscht von der ehrenamtlichen Hilfe absahen. Gerade bei manch einem der innerstädtischen Konstanzer Vereine zur Flüchtlingsunterstützung blieben wohl zahlreiche Anfragen liegen, weshalb nach außen der Eindruck entstehen konnte, man wähle sich die Freiwilligen gezielt aus.

Tatsächlich fand eine gewisse Selektion statt: Bevorzugt schienen die zu werden, die ein Smartphone vorweisen konnten, zur ständigen Erreichbarkeit. Und die, die bereits fertige Konzepte mitbrachten oder in den Startlöchern standen, umgehend in der nächsten Unterkunft eingesetzt zu werden. Da wurde aufgerufen und nochmals appelliert, man brauche weitere Kräfte – während diejenigen, die sich gemeldet hatten, sehnsüchtig auf Antwort warteten.

Oder ging es vielleicht tatsächlich darum, „genehme“ Flüchtlingshelfer zu finden? Solche, die eventuell politisch oder im bisherigen Tun „unbefleckt“ sind? Falls ja, wäre das ein schlechtes Signal an die die zivilgesellschaftliche Helferbewegung.

Denn wer weiß, wie lange Luxus noch anhalten dürfte, sich seine Mitstreiter aussuchen zu können…

[Dennis Riehle]

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