Leserbrief zu
„Schinnenburg: Brauchen kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene“, 20.06.2018

Ja, es ist richtig: Bei einer Legalisierung von Cannabis kann der Staat auf Steuereinnahmen hoffen. Und Konsumenten werden nicht länger in den Schwarzmarkt gedrängt.

Doch bei all diesen positiven Auswirkungen einer Entkriminalisierung der Droge müssen wir uns der schwerwiegenden Nachteile bewusst werden: Welch gefährliche Botschaft geht von einer Legalisierung aus, wenn wir Cannabis künftig als gesellschaftsfähig deklarieren?

Die massiven Auswirkungen auf die Gesundheit, sie werden bei einer Lockerung der Verbotspolitik gegenüber Drogen ins Abseits gedrängt. Wie bereits beim Rauchen und dem Konsum von Alkohol vergessen die Menschen die Gefahr von Abhängigkeit und langfristigen Schäden, wenn ihnen gleichzeitig die Chance suggeriert wird, mit dem Griff zu Cannabis Probleme kurzerhand leichter lösen zu können. Drogen sind keine Alternative – und dürfen nicht zu einer solchen stilisiert werden.

Es ist ethisch zutiefst verwerflich, nach Steuereinnahmen zu gieren und dabei die Unversehrtheit der menschlichen Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Der Konsum von Drogen muss in unserem Land auch weiterhin verfolgt werden.

Dabei geht es nicht um die Kriminalisierung des Cannabis-Konsumenten, sondern um ein deutliches Zeichen des Schutzauftrages des Staates gegenüber seinen Bürgern: Wir können nicht tolerieren, dass Drogen salonfähig werden, wenn wir gleichsam um ihr gefährliches Potenzial wissen.

Schon jetzt ist bei Alkohol und Zigaretten der Geist aus der Flasche, den niemand mehr einfangen kann. Wollen wir uns tatsächlich zumuten, einen breitflächigen Akzent der Sorglosigkeit zu setzen, sehenden Auges auf die Mauer zuzurasen?

[Dennis Riehle]

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