Kommentar

Man wirft dem Fußball oft vor, bei Strafen zu lax zu sein. Hooligans werden unzureichend für ihr Fehlverhalten im Stadion belangt, Manager erhalten zu geringe Haft für ihre steuerlichen Vergehen. Doch nun griff ein Verein durch: Der „VfB Stuttgart“ löste den Vertrag mit Kevin Großkreutz auf. Dieser soll in eine Schlägerei verwickelt gewesen sein, wobei das Ausmaß seiner dortigen Beteiligung noch immer nicht vollständig geklärt scheint.

Weil er sich also privat „auf die schiefe Bahn“ begeben hat, muss er bluten. Und da war es nicht mit einer Verwarnung getan. Er bekam das Höchstmaß an Verantwortung zugesprochen, obwohl nicht einmal hinreichend begründet war, weshalb nun gerade er die Last der Schuld tragen soll. Auch ein ordentlicher Prozess würde Aufklärung und Transparenz voran stellen, ehe er entscheidet. Trotz Einvernehmlichkeit wirkt das Vorgehen des Vereins doch übereilt – und vor allem überzogen.

Nein, auch eine Entgleisung nach einer Party ist kein Grund für eine Prügelei. Egal, welche Ursachen dazu geführt haben, Großkreutz hätte zumindest die Möglichkeit zugestanden, sich zu verteidigen. Es wirkte, als ob er mit dem Gesicht zur Wand nur noch in seinen Abgesang einwilligen konnte, ohne einen großen Aufriss mit dem VfB einzugehen. Fair war Stuttgart hier eher nicht und die Verhältnismäßigkeit fehlte überdies. Denn ob man nun ein Exempel statuieren wollte oder das „Fass zum Überlaufen“ kam, all das rechtfertigt nicht, einen sichtlich reuigen Fußballer einfach so vor die Tür zu setzen.

[Dennis Riehle]

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