Lesermeinung

Ich fahre gerne mit dem Bus und empfinde auch die bisherige Innovationspolitik der Stadtwerke gelungen. Gleichsam kann ich verstehen, wenn W-LAN in Verkehrsmitteln ermöglicht wird, in denen Menschen längere Fahrstrecken verweilen. Doch wofür brauche ich auf der Fahrt vom Bahnhof zum Sternenplatz auch noch einen Internetzugang?

Ertragen wir es keine zehn Minuten ohne unser Smartphone mehr? Und warum wollen die Stadtwerke einem angeblichen Bedarf nachkommen und ihn fördern, der offenbar immer mehr Menschen gleichsam stört?

W-LAN ermutigt nicht nur zum Surfen, sondern auch zum Telefonieren – wenn das Mobiltelefon dann schon einmal in der Hand ist. Für mich ist es stets ein gruseliges Gefühl, in einem Bus zu sitzen, in dem ich nur noch gesenkte Köpfe sehe – oder von allen Seiten erfahre, was es heute Abend zu essen gibt. Müssen wir denn jedem Trend hinterherlaufen? Werden wirklich Kunden abspringen, nur, weil sie im Bus kein W-LAN empfangen?

Ich hätte gedacht, die Stadtwerke investieren an dieser Stelle ihr Geld sinnvoller, die digitalen Anzeigetafeln sind ein positives Beispiel. Dass sich das Unternehmen mit seiner Bekundung dann noch zusätzlich auf ein gefährliches Ausspielen der Fahrgäste untereinander einlässt, dürfte für das Image nicht förderlich sein.

Es wäre wünschenswert gewesen, die Breite der Kundschaft bei Abwägungen einzubeziehen, die derart polarisieren. Übrigens: Elektronischen Fahrkarten-Sympathisanten sei empfohlen, wieder einmal das Gefühl des schönen, „alten“ Zacken-Tickets zu genießen!

[Dennis Riehle]

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