Leserbrief zur
Kritik der FDP an den Reformplänen von Minister Spahn, „Handelsblatt“ vom 23. April 2018

Die Bürger empfanden es als besonders ungerecht, der Erfolg für die SPD in den Koalitionsverhandlungen wurde deshalb gefeiert: Dass die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung wieder paritätisch zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgeteilt werden, wird nach meinem Dafürhalten von einer großen Mehrheit der Menschen als positives Signal bewertet.

Nur nicht von der FDP, die wiederum ihrem Namen als Lobbypartei alle Ehre zu machen scheint. Sie bemängelt die Mehrbelastung für die Unternehmen. Michael Theurers Vergleich kommt da gerade recht: Wenn die Sonne scheint, dann müsse man das Dach flicken. In der Sprache der Freien Demokraten bedeutet das: Gerade in der Hochkonjunktur sollten die Betriebe weiter entlastet werden, um für schlechtes Wetter gerüstet zu sein. Und die Arbeitnehmer? Die kann man getreu der liberalen Parabel im Regen stehenlassen.

Nein, die arbeitenden Menschen sind nicht die Melkkuh der Nation. Wer auf den Mittelstand blickt, der darf nicht allein die Arbeitgeber im Blick haben, sondern muss für einen Ausgleich der Interessen sorgen. Manches Mal mutet die Argumentation der FDP als reichlich weltfremd an, ein offenes Ohr hinein in die Gesellschaft würde ihr guttun.

[Dennis Riehle]

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt