Lesermeinung

Schon fast selbstverständlich gaben sich CDU-Landeschef Strobl, FDP-Spitzenkandidat Rülke und – etwas leiser – CDU-Herausforderer Wolf nach den verfestigten Ergebnissen aus der Landtagswahl der Auffassung hin, wonach die CDU den Regierungsauftrag erhalten habe. Man strebe die sogenannte „Deutschland-Koalition“ aus Schwarz, Rot und Gelb an, war zu hören.

Doch ob nicht Ministerpräsident Kretschmann nun an der Reihe sei, entgegneten die etwas verdutzten Journalisten. Nein, schließlich habe „Grün“ vor fünf Jahren auch nur mit 24 Prozent die Regierung gebildet, meint die FDP. Kretschmann erwiderte daraufhin, dass aber auch er damals der Sieger gewesen sei.

Ist die stärkste Kraft automatisch Gewinner – oder nicht doch eher die, die am deutlichsten zulegen konnte? Die CDU dürfte auf großes Unverständnis mit ihrem Ansinnen stoßen, an dem beliebten Ministerpräsident der Grünen vorbei eine Koalition bilden zu wollen. Denn wenngleich es 2011 noch eine Definitionssache war, wer denn nun die Wahl gewonnen hat, ist es dieses Mal eindeutig: „Bündnis 90/Die Grünen“ sind nicht nur stärkste Kraft, sie haben auch hinzugewinnen können. Beides erfüllen die Christdemokraten nicht.

Deshalb wäre es ein klarer Verrat am Souverän, nach den eindeutigen Machtverhältnissen 2016 an den Zahlen zu deuteln. Und sowohl CDU als auch SPD würden ihr nächstes Debakel erleben, wenn sie den Schlag ins Kontor nicht verstanden hätten.

Und a propos FDP: Selten hat man einen derart störrischen Kandidaten wie Herrn Rülke gesehen. Wie ein kleines Kind, bockig und zu nichts bereit. Er wirkte gar so abgehoben, dass sich selbst der Landesvorsitzende sichtbar für den Frontmann schämen musste…

[Dennis Riehle]

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